abta Jahrestagung 2019

Business Travel Round-Up von
Klimawandel bis Kriminalprävention

Print-Ausgabe 14. Juni 2019

Unter dem Motto „Der Mensch im Mittelpunkt“ ging Ende Mai die diesjährige Jahrestagung der abta (Austrian Business Travel Association) über die Bühne

Mit einem breit gefächerten Themen-Potpourri, aufgelockert durch ein „World Café“, wartete Österreichs Geschäftsreiseverband bei seiner diesjährigen Tagung auf. abta-Präsident Andreas Gruber (Travel Manager Central & South East Europe bei Siemens Österreich) konnte dazu im Rittersaal des Hotel Schloss Weikersdorf 70 TeilnehmerInnen begrüßen. Organisatorische Unterstützung erhielt er von den beiden abta-Vorstandsmitgliedern Sabine Toplak, Vice President Sales & Distribution Austria/Eastern Europe AccorHotels, und Roman Brauner, Director Marketing & Sales Hertz Austria, die mit einer lockeren und unterhaltsamen Doppelmoderation durch das Programm führten.

Erster Redner der Tagung war der CEO von Austrian, Alexis von Hoensbroech, der sich in seinem Vortrag inhaltlich stark an jenem des ÖRV Frühjahrskongresses orientierte, allen voran bezüglich der allgemeinen Entwicklung der Luftfahrt, deren Klima-Zielen sowie den Besonderheiten des Quellmarktes Österreich und dadurch für Austrian Airlines (siehe T.A.I. vom 3. Mai 2019). Erst am Ende ging er konkret auf den Geschäftsreisesektor ein: das Segment Corporate Reisen bleibe demnach „eine zentrale Stütze“ der Lufthansa Group, das Firmengeschäft mache ca. 40 Prozent des Umsatzes aus. Mit einem Wachstum von rund 7 Prozent pro Jahr sind die Steigerungen nicht so dynamisch, wie jene der Privatreisen (9 Prozent).

Das neue virtuelle Business Konto für Bahn-KundInnen stand beim Vortrag des Trios der Corporate Abteilung/ÖBB Personenverkehr, Sabine Dölpl, Martin Pechatschek und Barbara Iby, im Mittelpunkt, inkl. einer anschaulichen Live Demo. Das ersetzt ab sofort schrittweise die existierende ÖBB Business Card (ca. 8.000 KundInnen), wobei die Vorteile erhalten bleiben (z.B. Business Rabatt von 20 Prozent auf Standard-Tickets), die Daten und ÖBB-Reisen aber einfacher zu verwalten sind (u. a. Rechnungssplit nach Business Units, pdf-Rechnung, Zahlung auf Rechnung oder mit Airplus-Karte, besseres Reporting). Die Umstellung soll bis September abgeschlossen sein.

Den Wandel von HRS von der Hotelbuchungsplattform zum Business Travel Spezialisten im Bereich Beherbergungsleistungen beschrieb Hannes Schwarz, seit Jahresbeginn Managing Director von HRS Austria. Der Geschäftsreise-Bereich von HRS (1.700 MitarbeiterInnen in 53 Ländern) macht mittlerweile 86 Prozent des Umsatzes aus. Um das Thema Sicherheit ging es im Referat von Martin Stamm (A3M Mobile Personal Protection, Travel Risk Management von Trisavo) – Stichwort: Global Monitoring System –, während Vienna Aircraft Handling-Geschäftsführer Joubin Pour über die Vorteile des VIP-Services am Flughafen Wien sprach.

Dem Tagungsmotto „Der Mensch im Mittelpunkt“ angepasst war dann der Schlussvortrag des ersten Tages der Unternehmensberaterin Ursula Della Schiava-­Winkler (sie ist Autorin des Buches „Arbeit anders“). Ihre Kernaussage: „Nine to Five hat vollkommen ausgedient, es gibt künftig komplett andere Anforderungen an die Arbeitszeit.“ Digitalisierung und Generationenverhalten („die unter 30-Jährigen ticken anders“) sind wichtige Driver bei der Veränderung.

Auf das trockene aber heikle Thema DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) ging Rechtsanwalt Sascha Jung ein (deutlicher Anstieg der Individualbeschwerden, im ersten Jahr seit Inkrafttreten wurden von 90 Verwaltungsstrafverfahren 80 wieder eingestellt, von Unternehmen gab es 500 Meldungen über Sicherheitsverletzungen), gefolgt von einem Impulsvortrag von Nadine Goder (Customer Relation Management AccorHotels) über Personalisierung des Kundenservices unter Einhaltung des Datenschutzes in der Hotellerie. Danach gab es zur Auflockerung ein „World Café“, bei dem an drei Flip-chart-Ständen, betreut von Luftfahrt, Hotellerie und Mietwagen, Kommentare zu Serviceangeboten des jeweiligen Bereiches abgegeben und Verbesserungswünsche geäußert werden konnten. Die Resultate liegen noch nicht vor, sie werden den Teilnehmer­Innen bekannt gegeben.

Den Abschluss der abta Tagung bildeten die Referate von Carmen Jeitler-Cincelli (stv. Generalsekretärin des Wirtschaftsbundes) über Innovation als Erfolgsfaktor und seine Notwendigkeit im heutigen globalen Wettbewerb sowie von Thomas Schneeweiss, Abteilung Kriminalprävention im Landeskriminalamt NÖ, der Tipps und Tricks zur persönlichen Sicherheit auf Geschäftsreisen gab.

Auch das passte perfekt zum Tagungsmotto „Der Mensch im Mittelpunkt“, zu dem der abta-­Präsident bereits in seiner Eröffnungsrede treffend feststellte: „In Zeiten der Digitalisierung und trotz allen technischen Fortschritts sollte man auf den Menschen, den Reisenden und seine Bedürfnisse nicht vergessen. Denn geschäftliche Reisen sind auch in der heutigen, hoch technisierten Welt immer noch wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg.“ 

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