Standpunkt

Sonnige Aussichten

Print-Ausgabe 11. Jänner 2018

Der Funke ist hinübergesprungen! Zur Erinnerung: In der letzten Kolumne vor Weihnachten wurde an dieser Stelle angesichts von NIKI-Pleite und neuer Regierung vom Lupo über Funken an Hoffnung philosophiert. Er ist eben ein unverbesserlicher Optimist. Doch so wie es aussieht, lag er damit gar nicht so falsch.

Trotz juristischer Hürden und Insolvenz-Pingpong zwischen Charlottenburg und Korneuburg hält die IAG (International Airlines Group) an ihrem Angebot zur Übernahme wesentlicher NIKI Teile aus der Konkursmasse durch ihre Tochter Vueling fest, inklusive dem dadurch möglichen Aufbau eines Hubs am Flughafen Wien.
Damit nicht genug, hegt Europas Nummer 2 am Low Cost-Himmel, easyJet, mit den ihr zugesprochenen Airberlin-Teilen von der neuen Basis Berlin-Tegel aus größere Wien- und Österreichpläne. Zuguterletzt kündigte dieser Tage der Überflieger unter den Billig-Airlines, Wizz Air, den Aufbau einer Basis am Flughafen Wien an. Bis Jahresende wird sie drei Airbus-Jets hier stationieren und 69 wöchentliche Flüge anbieten. Aus dem sich abzeichnenden, unerfreulichen Monopol der Lufthansa-Group ist damit über die Feiertage ein erfrischendes Szenario der Vielfalt geworden.

Auch die neue Bundesregierung scheint - als erste der zweiten Republik - dem Tourismus jenen Stellenwert einzuräumen, der ihm längst zuteil hätte werden müssen. Dies äußert sich nicht nur durch die ausführliche Behandlung des Themas Tourismus im Arbeitsprogramm „Zusammen. Für unser Österreich. 2017 - 2022“, sondern auch – fast eine Sensation – durch die Schaffung eines Ministeriums, das den Tourismus in seiner offiziellen Bezeichnung findet.

Die Besetzung des „Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus“ mit Elisabeth Köstiger ist ebenfalls vielversprechend. Sie wurde zwar rund um ihre Kür zur Nationalratspräsidentin im Herbst medial durch den Fleischwolf gedreht, – man unterstellte ihr trotz neunjähriger Tätigkeit als EU-Abgeordnete mangelnde Parlamentserfahrung –, doch Köstinger scheint ein politisches Naturtalent zu sein, das bereits mit 17 Jahren erste Erfolge verbuchte. Und 2014 wurde Elisabeth Köstinger in geheimer Abstimmung unter allen Mitgliedern des Europa Parlaments – das sind 751 an der Zahl –  in Anerkennung für ihre „maßgebliche Rolle bei der Reform der EU-Programme zur ländlichen Entwicklung“ zur „EU-Abgeordneten des Jahres“ gewählt.

Wie wichtig der neuen Bundesregierung der Tourismus ist, zeigt sich auch an der Tatsache, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz höchstpersönlich am ÖHV-Kongress kommende Woche in Wien teilnehmen wird. Dies nicht nur in Form eines Kurz-Auftritts, sondern im Rahmen einer einstündigen Podiumsdiskussion mit ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer. Kurz nimmt sich also Zeit.

Wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. Diesmal strotzt sie sogar vor Lebensenergie. Mal sehen, was davon alles hält. Dies in den kommenden elfeinhalb Monaten bis zur nächsten Weihnachtsausgabe aufmerksam mitverfolgen zu können, darauf freut sich ganz besonders der

Lupo

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Erstellt am: 11. Jänner 2018

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