Rottenbergs Roadbook

AirbnBike

Print-Ausgabe 4. November 2016

Teilen kann man alles. Sogar Atome. Das war im vergangenen Jahrhundert das große Dinge. Angesagtes Teilen heißt heute anders: „Sharing Economy“. Auch wenn das nicht nur akustisch nahe bei „Schererei“ ist. Zumindest dann, wenn es um das Teilen von Wohnungen oder Taxis geht.

Heute geht es aber nicht um Uber und Airbnb, sondern um bis dato unteilbares Gut: Ums Fahrrad. Doch während man Berlinern „Airdonkey“, „Spinlister“, „List’n’Ride“ oder „Upperbike“ nicht erklären muss, ist Österreich - äh - anders.

Das Konzept? Radbesitzer vermieten ihre Bikes tageweise: Airbnb goes AirbnBike. Was zunächst grotesk klingt, hat tatsächlich Charme & Sinn: Denn E-Moutainbike, Renn- oder Lastenrad braucht man nicht alle Tage. Und wer, wenn nicht der ein stylishes „Fixie“ an den coolen Touristen verleihende Hippster, weiß wohl, wo die Stadt so angesagt ist wie sein Rad?

Bike-Sharing ist – noch – ein Community-Ding. So wie Airbnb einst. Erst die Größe brachte die Mitwohnplattform aufs Radar der Hotellerie - und die Scherereien begannen.

AirbnBike tickt anders: Viele angebotene Räder stehen nicht in WGs, sondern in City-Radläden. Denn die Händler sind heute schlauer als es die Hoteliers gestern waren. Statt über smarte Amateure auf dem eigenen Spielfeld zu jammern, übernimmt man die Methode – und ist besser: Durch Angebot, Kompetenz und Qualität – nicht durch Preisdumping. Aber vor allem nicht durch das, was jedes Unternehmen alt und unsympathisch macht: Sudern, die Zeit zurückdrehen wollen – und nach Verboten schreien.

Thomas Rottenberg
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Erstellt am: 04. November 2016

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