Zukunftssicherung der Hotellerie

10 Punkte für erfolgreiche Tourismus-Zukunft

Print-Ausgabe 20. September 2019

Die Prodinger Tourismusberatung hat ein Maßnahmenbündel mit Forderung­en an die Politik ausgearbeitet – T.A.I. konfrontierte die Parteien damit

Gut „getimed“ – knapp drei Wochen vor den Nationalratswahlen am 29. September 2019 – stellte die Prodinger Tourismusberatung unter dem Titel „Taten statt Worthülsen“ ein Ideen-Papier zur Zukunftssicherung der Hotellerie vor. Geschäftsführer Thomas Reisenzahn und Marco Riederer, Leiter Revenue Management & e-Commerce, hatten zuvor die aktuelle Lage der Branche analysiert.

Demnach ist seit 2007 die Zahl der Hotels und ähnlicher Betriebe in Österreich um 15,5 Prozent gesunken. Die Bettenanzahl (vor allem im 4- und 5-Sterne-Bereich) hingegen ist um 7,3 Prozent gestiegen, die Auslastung um 10,8 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen kletterte sogar um 18,9 Prozent nach oben.

Kleine Betriebe

So erfreulich dies auf den ersten Blick auch aussehen mag, offenbaren sich bei näherer Betrachtung deutlich jene Bereiche, in denen es dringenden Handlungsbedarf gibt: So sind Österreichs Hotelbetriebe mit durchschnittlich 48,7 Betten im Ländervergleich mit Deutschland (52,9), Frankreich (76,9), Italien (68,3) und der Schweiz (54,9) die mit Abstand kleinsten.

Großer BIP-Anteil

Beim Anteil der Hotellerie an der Wirtschaftsleistung verhält es sich genau umgekehrt: Österreichs Hotellerie kommt auf einen Anteil von 2,28 Prozent am BIP (Bruttoinlandsprodukt). In der Schweiz sind es 1,23 Prozent, in Deutschland lediglich 1,04 Prozent und weltweit gar nur 0,71 Prozent.

Ebenso eindeutig geht aus der mehrjährigen Branchen-Analyse die Rolle der österreichischen Hotellerie und Gastronomie als Beschäftigungsmotor hervor. Während die Betten in der 4- und 5-Sterne Hotellerie seit 2010 um 16,1 Prozent gestiegen sind, beschäftigt die Branche um ein starkes Fünftel (20,7 Prozent) mehr MitarbeiterInnen.

Kostenschere geht auf

Nicht Schritt halten damit kann die betriebswirtschaftliche Entwicklung. Die Kosten stiegen in der 4- und 5-Sterne Hotellerie zwischen 2014 und 2016 mit 9,9 Prozent deutlich mehr an, als die Erlöse (plus 9,4 Prozent). Preistreiber waren neben den Mitarbeiter­Innenkosten vor allem Energie und Provisionen an OTAs (Online Tavel Agents). Folge: Das operative Betriebsergebnis (GOP/Gross Operating Profit) ist im 10-Jahresvergleich 2007 bis 2017 deutlich gesunken (von 23,4 Prozent des Umsatzes auf 21,9 Prozent).

Der GOP in der Ferienhotellerie ist mit 18,2 Prozent (Median) deutlich niedriger. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert bei 26,6 Prozent.

Selbst der auf den ersten Blick erfreuliche Anstieg des Cashflows im selben Zeitraum um +3,3 ppt (Prozentpunkte) von 12,1 auf 15,4 Prozent ist lediglich dem niedrigen Zinsniveau zu verdanken: Zwischen 2007 und 2017 sank die Sekundärmarkt-Rendite um -3,7 Basispunkte von 4,3 auf 0,6 Prozent.

Das 10 Punkte-Programm

Um der Hotellerie eine bessere Basis für erfolgreiches wirtschaftliches Agieren zu verschaffen, hat Prodinger aufbauend auf diesen Fakten die eingangs erwähnten „Ideen zur Zukunftssicherung der Hotellerie“ ausgearbeitet. Die 10 Punkte sind in nebenstehender Tabelle angeführt. T.A.I. hat die für Tourismus verantwortlichen bzw. relevanten NationalrätInnen der fünf großen künftigen Parlaments-Parteien um Stellungsnahmen dazu ersucht sowie um eine Information dazu, ob sie sich persönlich in der nächsten Legislaturperiode für die Umsetzung dieser Ideen einsetzen werden. Die Antworten finden Sie hier bzw. in der Tabelle unten.

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