Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft Wien

Wien bleibt „hart am Wind“ mit Buskonzept und Sonntagsöffnung

Print-Ausgabe 23. September 2016

Laut Spartenobmann Markus Grießler kommen hinter den Kulissen einige Dinge in Bewegung – bei dritter Piste und Bürokratieabbau ist es noch nicht soweit

Er ist seit eineinhalb Jahren Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WK Wien und gleichzeitig der erste, der nicht aus der Gastronomie kommt: Markus Grießler (44), geschäftsführender Gesellschafter der Segelschule Hofbauer. T.A.I. bat den gebürtigen Grazer zu einem Gespräch im Rahmen der Interview-Serie mit den Spartenobmännern der Tourismus- und Freizeitwirtschaft (bisher erschienen: Helmut Hinterleitner/Kärnten, Hans-Peter Metzler/Vorarlberg und Franz Hörl/Tirol).
 
In dem Umstand, nicht aus der Gastronomie zu kommen, sieht Markus Grießler aber keinen Nachteil: „Ganz im Gegenteil. Es gibt mir die Möglichkeit, die Vielfalt der Sparte herauszustreichen.“ Das Metier ist ihm darüber hinaus nicht fremd: Bereits als 18-Jähriger gründete Grießler eine EDV-Firma, die auf Software-Erstellung für den gastronomischen Bereich spezialisiert war. Überdies sieht er sich „als großer Fan und Genießer der Wiener Gastronomie und Gastlichkeit“, wodurch es ihm „große Freude bereitet, alle Bereiche zu fördern, zu unterstützen und zu repräsentieren.“

„Die Herausforderungen für die Sparte sind im urbanen Bereich grundsätzlich anders gelagert“, betont Markus Grießler. So ergeben sich „andere Aufgaben und Themen als in der Ferienhotellerie“ (neben standortpolitischen Themen sind dies Gebühren oder die Frage nach der optimalen Nutzung des öffentlichen Raums), gleichzeitig hat sich „Wien auch international als Kongress-Stadt und wichtiges Messezentrum zu behaupten.“

Ebenso spielt das Thema Infrastruktur stark hinein. Bezüglich dessen es „noch einiges zu tun gäbe“, wie Markus Grießler bereits rund um seinen Amtsantritt als Spartenobmann hervorhob (Stichworte: Buskonzept und dritte Piste am Flughafen). Zumindest für Ersteres „kommt endlich Bewegung in die Sache“. Grießler: „Die Stadt prüft unsere langjährige Forderung. Man sieht – steter Tropfen höhlt den Stein.“ Ähnliches erhofft er bezüglich Forderung nach der dritten Piste: „Sie wird von uns weiterhin betrieben und es wird bei allen involvierten Stellen intensiv lobbyiert.“

Besonders am Herzen liegt ihm aber die Notwendigkeit einer neuen, multifunktionalen Veranstaltungshalle in Wien. „Der Wettbewerb mit anderen Städten ist groß. Wien sollte sich die Chance, große Kultur- und Sportevents austragen zu können, nicht entgehen lassen und damit wieder um ein touristisches Angebot reicher werden“, so Markus Grießler.

Ein weiterer Dauerbrenner ist Sonntagsöffnung, rund um die es zuletzt eher still geworden zu sein scheint. Dem widerspricht Grießler: „Es mag derzeit dieser Eindruck erscheinen, da die öffentliche Berichterstattung zu dem Thema aktuell nicht im Vordergrund steht. Allerdings wird im Hintergrund intensiv verhandelt.“

Mit der touristischen Entwicklung Wiens ist der Spartenobmann zufrieden („Die Nächtigungszahlen sind sehr vielversprechend“), wobei es wichtig wäre, „dass die Ertragszahlen dementsprechend nachziehen.“ Hier sieht Grießler Handlungsbedarf vor allem im Bereich Bürokratieabbau: „Mit weniger Gebühren und Auflagen sollte es den Unternehmen leichter gemacht werden, wirtschaftlichen Erfolg einzufahren.“

Einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Spartenobmann legt Grießler auf Ausbildung. So steht der diesjährige Wiener Tourismus-Spartentag Ende September ganz im Zeichen der „Lehre im Tourismus“. Dabei werden u.a. die neuen Kinospots „Lehre im Tourismus“ vorgestellt. Grießler: „Mit diesen kurzen Filmen möchten wir junge Menschen für eine Lehre in den Bereichen Reisebüro, Hotellerie, Gastronomie sowie Freizeit- und Sport begeistern.“

Auch die nächsten Aktionen sind bereits fixiert: Am „Tag der Lehre“ (19. und 20. Oktober 2016, MAK Wien) und im Rahmen der „Berufsinformationswoche der Tourismus- und Freizeitwirtschaft“ (13. bis 17. Februar 2017) wird laut Markus Grießler versucht, „Jugendlichen die Ausbildung in unserer Branche näher zu bringen und schmackhaft zu machen.“ Womit die Wiener Tourismussparte auch in diesem Bereich hart am Wind unterwegs ist. 

Kurzportrait KommR Markus Grießler

Der im Sternzeichen Steinbock (2. 1. 1972) in Graz geborene Markus Grießler (verheiratet, 2 Kinder) studierte Handelswissenschaften in Wien, machte sich 1990 mit einer EDV-Firma selbständig und blieb bis zu seinem Eintritt 1998 in die Segelschule Hofbauer (Bereichsleiter) dem EDV-Bereich treu. 2001 erfolgte die Übernahme der Segelschule. Seit 2005 ist Grießler in der WK Wien aktiv, 2011 erfolgte die Verleihung des Berufstitels Kommerzialrat. Grießler ist Beirats-Mitglied im Wiener Kongresszentrum Hofburg und Mitglied der Wiener Tourismuskommission.
Der passionierter Segler ist nicht in seinen „Heim-Revieren“ – Alte Donau und Adria – unterwegs, sondern auch in exotischeren Gefilden. Der nächste Segeltörn führt im Frühjahr 2017 voraussichtlich auf die Seychellen.

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Erstellt am: 23. September 2016

Foto: Will Jugendlichen die Ausbildung in der Branche näher bringen: Spartenobmann Markus Grießler

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