Burgenland

Privat und persönlich geführte Hotels als Zugpferde

Print-Ausgabe 11. März 2015

Bei der Ergebnispräsentation 2015 stellte der Burgenland Tourismus drei Betriebe stellvertretend für ihre KollegInnen in den Vordergrund

Mit einem Blitzstart begann im Burgenland das Jahr 2016 (plus 16 Prozent Ankünfte, plus 8 Prozent Nächtigungen im Jänner), womit das starke Jahresfinish (November/Dezember 5,4 Prozent mehr Ankünfte, 1,6 Prozent mehr Nächte) seine Fortsetzung fand. Landestourismus-Direktor Mario Baier, Landeshauptmann und Tourismuspräsident Hans Niessl sowie Tourismuslandesrat Alexander Petschnig hätten also bei dem Presse-Event Ende Februar in Eisenstadt viel zu erzählen gehabt und taten es auch – doch dann ließen sie jene sprechen, die Träger dieser erfreulichen Entwicklung sind: Vertreter der Hotellerie aus allen drei Regionen (Nord, Mitte und Süd).

Den Anfang machte Jufa-Gründer und CEO Gerhard Wendl (50 Häuser in vier Ländern, ca. 2.500 Zimmer, 1,3 Millionen Nächtigungen, mehr als 40 Mio. Euro Umsatz). Seit zwei Jahren ist er mit dem 3-Sterne Neutal Landerlebnisdorf (27 Zimmer im Haupthaus, plus sechs Jurten im Sommer) im Burgenland vertreten. „Wir haben 16.000 Übernachtungen aus dem Stand geschafft“, erzählt Wendl, der rund 4,5 Mio. Euro in das Projekt investierte: „Wir haben erkannt, dass Neutal großes touristisches Potenzial hat.“ Doch einfach ein Hotel hinzustellen, wäre zu wenig gewesen: „Man muss das touristisch inszenieren. Jetzt haben wir ein Kleinod für Familien mit kleinen Kindern.“ Beworben wird das Jufa Neutal als „das burgenländische Dorf“, die Gäste kommen „wegen des gesamten Pakets“, welches das Burgenland bietet. Das Publikum ist begeistert: Ende November ging das Jufa Neutal in der VOX-TV Sendung „Mein himmlisches Hotel“ (ca. 500.000 SeherInnen) als Siegerin hervor.

Stark unterwegs ist auch die Kurbad Tatzmannsdorf AG (zwei 4-Sterne superior Hotels sowie ein Kurzentrum der PVA; 685 Betten, davon 229 in den Hotels; 21,07 Mio. Euro Umsatz 2014). „Wir haben 2015 erstmals 202.000 Übernachtungen erzielt“, freute sich Vorstand Leonhard Schneemann über das Plus von 3,5 Prozent. „Qualität ist das Um und Auf, um Gäste in unser Haus zu bekommen“, betonte er, „wir haben deshalb seit den 1970er Jahren permanent in Hard- und Software investiert.“ Mehr als 50 Prozent Stammgäste sowie 2015 „3 Lilien“ im „Relax Guide“ von Christian Werner sowie der Holidaycheck-Award sprechen eine deutliche Sprache.

Am beeindruckendsten unter den drei Hoteliers empfand T.A.I. aber Michael Wlaschits, Inhaber des 3-Sterne Hotels „Weinwirtshaus“ in Klingenbach: Er hatte vor fünf Jahren entschieden, das Gasthaus mit vier Zimmern um ein Hotel mit 34 Gästezimmern zu erweitern, 900.000 Euro investiert und wurde dafür milde belächelt: wer soll schon Urlaub in der 1.278 Einwohner kleinen Grenzlandgemeinde machen?

Wlaschits wusste es: „Unser Angebot ist das gesamte Burgenland, mit Radwegen, Kulinarik, Wein, Thermen, Festspielen und den vielen Tagesangeboten.“ Und nicht nur das: Mörbisch und St. Margareten, die beiden burgenländischen Festspielorte, liegen 20 Minuten Busfahrt entfernt, womit das „Weinwirtshaus“ eine optimale Anlaufstelle für Busgruppen darstellt. Im Jahr vor der Eröffnung verteilten Wlaschits und seine Ehefrau Folder an Bus-Chauffeure auf den Parkplätzen in Mörbisch und St. Margareten. Ergebnis: Im Eröffnungsjahr zählte er 2.000 Übernachtungen, im zweiten Jahr bereits mehr als 3.000 und im Vorjahr waren es über 4.000.

Der durchschnittliche Preis erreicht das Jahr über 55 Euro, mehr als die Hälfte sind bereits Stammgäste. Jetzt überlegt Michael Wlaschits den Ausbau seines Ganzjahresbetriebes um sieben weitere Zimmer sowie die Aufwertung auf 3-Sterne superior: „Wir möchten Mut machen für 1 bis 3-Sterne Betriebe. Klingenbach ist keine Tourismushochburg.“ Und das Burgenland selbst? Nach dem passablen Vorjahr (plus 1 Prozent Ankünfte, plus 0,1 Prozent Nächtigungen) will man heuer wieder kräftiger zulegen, mit „privat und persönlich geführten Betrieben als Zugpferden“, wie Landeshauptmann Hans Niessl betont: „Sie gehören zu den gefragtesten Betrieben.“ Die drei genannten Hoteliers können das voll und ganz bestätigen. 

Artikel teilen per Mail verschicken ausdrucken

Erstellt am: 14. März 2016

V.l.: Leonhard Schneemann, Mario Baier, LH Hans Niessl, Alexander Petschnig, Gerhard Wendl und Michael Wlaschits

Kommentar schreiben

Bitte die Netiquette einhalten. * Pflichtfelder

Nach oben