Valamar Hotels & Resorts

Kroatiens Tourismus-Superstar mit rot-weiß-roten Eigentümern

Print-Ausgabe 21. April 2017

Österreichs größte Hotelgruppe befindet sich in Kroatien – es ist zugleich das größte Tourismusunternehmen des Landes – T.A.I.-Interview mit CEO Željko Kukurin

Frage: wie heißt die größte österreichische Hotelgruppe? Die Antwort darauf ist wahrscheinlich falsch. Denn es handelt sich um ein Unternehmen, das hierzulande über kein Hotel verfügt: Valamar Riviera mit Sitz in Poreč, der gemessen größten Touristikgruppe in Kroatien mit 30 Hotels und Resorts sowie 15 Campingplätzen in Istrien, auf Krk und in Dubrovnik. Im Vorjahr erreichte der Umsatz knapp 214 Mio. Euro, das bereinigte EBIT kam bei 34 Mio. Euro zu liegen, das EBITDA bei 70 Mio. Euro. 44,11 Prozent gehören der in Wien beheimateten EPIC Investments von Peter Goldscheider,  Gustav Wurmböck und Franz Lanschützer (38,45 Prozent befinden sich im Streubesitz). T.A.I. traf den CEO von Valamar Riviera, Željko Kukurin, zum Interview.

T.A.I.: Valamar Riviera hat durch seine Eigentümer-Struktur einen starken Österreich-Bezug. Welchen Stellenwert hat der Quellmarkt Österreich?

Željko Kukurin: „Kroatien und Österreich haben eine sehr enge historische, wirtschaftliche, politische und kulturelle Beziehung, die sich über viele Jahrhunderte erstreckt, auch heute wächst und sich weiterentwickelt. Die Anfänge des kroatischen Tourismus waren im 19. Jahrhundert in Opatija, als große Familien hier ihre Winter-Residenzen errichteten und später erste Hotels dazu kamen. Österreich war immer ein wichtiger Schlüsselmarkt, sowohl für Kroatien als auch für Valamar, und wir legen einen starken Fokus darauf. Im Vorjahr kamen rund 15 Prozent aller Valamar-Gäste aus Österreich.“

T.A.I.: Welches sind die beliebtesten Valamar-Hotels für Gäste aus Österreich?

Kukurin: „Sie bevorzugen unsere Premium-Anlagen und Familien-Resorts. In Poreč sind es das 4-Sterne Familien-Resort Valamar Club Tamaris sowie das 4-Sterne Valamar Riviera direkt am Ufer der Altstadt. Auch unser neuestes Familien-Resort, das 4- und 5-Sterne Valamar Isabella Island Resort, das 2015 eröffnet wurde, hat sich bei unseren Stammkunden aus Österreich schnell zu einem Favorit entwickelt.
In Rabac ist das 4-Sterne Valamar Sanfior Hotel & Casa die erste Wahl, aber hier wird es in der kommenden Saison eine starke Konkurrenz geben, da wir in wenigen Wochen zwei spektakuläre neue Family-Resorts eröffnen. Auch Dubrovnik erfreut sich einer kleinen, aber wachsenden Beliebtheit in Österreich, da es per Flug nun leichter erreichbar ist. Zu Valamar Riviera gehören übrigens auch 15 Camping-Plätze an der Adria, die von Gästen aus Österreich sehr geschätzt wurden.

T.A.I.: Was erwarten Sie von der Partnerschaft mit TUI und der DER Touristik?

Kukurin: „Wir haben sowohl mit TUI als auch mit DER Touristik eine langjährige und erfolgreiche Partnerschaft in allen unseren Destinationen. Als Key-Player in der Touristik helfen uns beide, neue Destinationen und Anlagen in für uns neuen Märkten, wie UK und Skandinavien, zu positionieren. Beide helfen uns auch, die Bedürfnisse und Wünsche neuer Zielgruppen zu verstehen und neue Service-Konzepte zu entwickeln. Wir sind überzeugt, dass diese Partnerschaft ein großes Potential für unsere weitere Entwicklung und unser Wachstum hat.“

T.A.I.: Sie forcieren laut Geschäftsbericht ihre Direct-Sales Aktivitäten. Welchen Stellenwert hat bei Ihnen der Reisebüro-Vertrieb?

Kukurin: „Reisebüros nehmen eine sehr wichtige Rolle in unserem Vertrieb ein, speziell wenn es um Flug-Packages in der Vor- und Nachsaison geht. Sie bringen uns dadurch Gäste aus Märkten, die nicht primär über Direktvertriebs-Kanäle erreicht werden.“

T.A.I.: Im Vorjahr erreichte Valama Riviera 2,67 Millionen Übernachtungen (plus 6,6 Prozent). Welche Steigerungen peilen Sie für 2017 an?

Kukurin: „Zusammen mit unseren Camping-Plätzen waren es sogar 5,1 Millionen Übernachtungen, was einem Anstieg von 8 Prozent entspricht. Unser Ziel bis 2020 ist ein signifikantes Wachstum, um unsere Marktführerschaft im kroatischen Markt zu halten, mit zweistelligem Wachstum beim EBITDA, das wir bereits 2015 und 2016 erreicht haben.“

T.A.I.: Welche Strategien verfolgt Valamar Riviera, um die Saison zu verlängern?

Kukurin: „Wir arbeiten aktiv mit wichtigen Partnern zusammen, um innovative Angebote und zusätzlichen Content zu kreieren. Dadurch wird die Anzahl an Events und Attraktionen in der Vor- und Nachsaison ausgebaut, wobei Valamar entweder als Sponsor, als Gastgeber oder als Ideen-Lieferant fungiert. Ebenso entwickeln wir maßgeschneiderte Service-Konzepte für jedes Gäste-Segment, die stets die Kerninhalte unserer Marke (Anm.d.Red: Liebe zum Gast, Ambition, Verantwortung, Innovation und Stolz bezüglich der Destinationen und Teil der Valamar-Gruppe zu sein) beinhalten.“
 
T.A.I.: Wo sehen Sie Valamar Riviera im Jahr 2020 und welchen Stellenwert wird dann der Quellmarkt Österreich einnehmen?

Kukurin: „Neben dem bereits erwähnten Wachstum wollen wir bis 2020 rund 200 bis 265 Mio. Euro in unser Portfolio investieren. Wir wollen unsere Beziehungen zu den Gästen weiter vertiefen, wobei die Gäste aus Österreich eine zentrale Rolle spielen. Für uns ist es wichtig, als beliebtester Arbeitgeber im Tourismus gesehen zu werden, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung bei der Entwicklung unserer Destinationen weiter voranzutreiben und natürlich auch zusätzlichen Wert für unsere Eigentümer zu schaffen.“ 

Valama Riviera in Stichworten

Der Name Valamar setzt sich aus vala (Bucht) und mare (Meer) zusammen (vala + mare = Valamar). Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1953 zurück, als Rivera Poreč für das Management von Hotels, Bungalows und Restaurants in Poreč gegründet wurde. In den 1990er Jahren erfolgte die Privatisierung, seit 2000 wird das Unternehmen unter der Marke Valamar geführt, seit 2015 als Valamar Riviera. Für 2017 wurde mit rund 118 Mio. Euro das bisher größte in einem Jahr realisierte Investitionsprogramm durchgeführt.

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Erstellt am: 21. April 2017

Freut sich über Wachstum: President und CEO von Valamar Riviera, Željko Kukurin

Manfred Landl
10. 7. 2017
Geschäftsbericht 2016
Gratulation ! da sind wohl die richtigen Leute werken, es ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Jedoch ist zunehmend festzustellen, dass die Lärmbelästigung auf den betreffenden Campingplätzen durch laute Techno und Popmusik, während des Tages und der Nacht Stunden unerträglich werden.
Dem müsste Einhalt geboten werden. Es wäre zu akzeptieren dass am Abend bis maximal Mitternacht oder maximal 1uhr früh Musik gespielt wird, tagsüber und bis in denn Morgen ist nicht zumutbar.
Besonders laut ist es im Speziellen auf den Premium Plätzen,
quasi jene in erster Reihe zum Meer.

Mit freundlichen Grüßen, Campingfans aus der obersteiermark.

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