Schick Hotels

Historie lässt sich nicht kaufen

Print-Ausgabe 16. Dezember 2016

Nach Durchforsten der Archive musste die Geschichte des Traditionshotels umgeschrieben werden – es ist 100 Jahre älter als gedacht.

Auf 400 Jahre Tradition können  nicht viele Betrieb zurückblicken. Das heutige 4-Sterne Hotel Stefanie fand schon 1600 zum ersten Mal als „Gastgeb“ und später Gasthof Weiße Rose in Wien Erwähnung. Grund genug für Unternehmenschef Martin Schick und Direktor Peter Buocz von einer Historikerin das hauseigene Archiv sowie zahlreiche zusätzliche Dokumente durchforsten zu lassen und die Ergebnisse in Wort und Bild in einem schmucken Büchlein zusammenzufassen.

Auf die Idee hatte Martin Schick der Zauberkünstler „Magic Christian“ gebracht. Dieser hält im Hotel Zauberabende ab und drängte als Hobby-Geschichtsforscher auf eine professionelle Aufarbeitung.

Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Bislang gingen die Schicks vom Gründungsjahr 1703 aus, doch die einstige Gastwirtschaft ist weit älter: Sie ist das einzige Hotel, das in den Häuserverzeichnissen Wiens 400 Jahre lang durchgehend erwähnt wurde, mit nahezu unverändertem Grundriss. Lange eingeschossig, wurde 1830 erstmals aufgestockt. In Familienbesitz gelangte das Haus 1888 durch Carl Witzmann, dem Urgroßvater von Martin Schick. Nach dem zweiten Weltkrieg diente das Hotel der Roten Armee als Offiziersherberge. Nach 1955 setzten Martin Schicks Eltern einen 3. und 4. Stock auf. Das Stefanie verfügt heute über 111 Zimmer. „Es waren schon mehr, in den letzten fünf Jahren haben wir aber ein umfangreiches Investitionsprogramm durchgeführt“, so Schick. 14 Einzelzimmer wurden eliminiert, um größere Einheiten für die Hauptzielgruppe, gehobene Einzelreisende, zu schaffen.

Die Schick-Gruppe wuchs in den 1980er Jahren um das Hotel Am Parkring und das Capricorno an, 1989 kam das City Central hinzu sowie 1994 der Erzherzog Rainer. Alle sind im 4-Sterne Bereich angesiedelt und erzielen starke Bewertungen (z.B. 9,0 bei Booking). „Wir können dadurch mit den Großen mitspielen, erzielen Auslastungen, die wir früher nie hatten (Anm.d.Red: alle Häuser über 90 Prozent) und sind auf der ganzen Welt buchbar“, erkennt Schick die Vorteile von Online Travel Agents, trotz hoher Provisionen. Jedes Schick Hotel hat seinen eigenen USP: beim Parkring lautet er „Boutique über den Dächern von Wien“, das City positioniert sich als „smart“, das Capricorno als „City Life“, der Erzherzog Rainer setzt auf Tradition, ebenso das Stefanie, dessen 400 Jahre absolut einzigartig sind. Martin Schick: „Geschichte ist eines der wenigen Dinge im Leben, die man sich nicht kaufen kann.“ 

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Erstellt am: 16. Dezember 2016

Peter Buocz (2.v.l.) und Martin Schick (2.v.r.) präsentieren ein Stück Geschichte

Foto © conny.at

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