WienTourismus

Lachendes Auge für die Nächte, weinendes Auge bei den Umsätzen

Print-Ausgabe 27. Jänner 2017

Vor allem die 5-Sterne Hotels, deren RevPAR unter den Wert von 2014 fiel, und die 1- bzw. 2-Sterne Betriebe trübten die ansonsten erfreuliche Bilanz

Einen Nächtigungs-Rekord zum 7. Mal in Folge (14,96 Mio. Gästenächtigungen, plus 4,4 Prozent) mit einem „lachenden, allerdings auch mit einem weinenden Auge“ zu betrachten – so die Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft und Tourismus Renate Brauner – das tut man angesichts der Jahresergebnisse 2016 im WienTourismus.

Der Grund liegt im rückläufigen Netto-Nächtigungsumsatz der Beherbergungsbetriebe, der mit 663,4 Mio. Euro (Jänner bis November) um 0,3 Prozent unter dem Vorjahr zu liegen kam. Damit liegt Österreichs touristisch überaus erfolgreiche Bundeshauptstadt derzeit bei den Zielen der Tourismusstrategie 2020 „bei den Nächtigungen im Plan, bei den Umsätzen leicht im Hintertreffen“, wie Tourismusdirektor Norbert Kettner Mitte dieser Woche beim traditionellen, gemeinsam mit Austrian Airlines Vorstand Andreas Otto abgehaltenen Fachgespräch zur Bilanz-Präsentation betonte.

Die Verursacher für den Umsatz-Rückgang sind leicht gefunden: Es sind die 5-Sterne Hotels. Deren Preiskampf hat dazu geführt, dass ihr RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer / Revenue per available room) im Zeitraum Jänner bis November mit 120,70 Euro nicht nur gegenüber dem Vorjahr (138,20 Euro) um 12,7 Prozent zurückgegangen ist, sondern auch nahezu 2 Prozent unter jenem von 2014 liegt (damals waren es 122,70 Euro). „Sie setzen die gesamte Branche unter Druck“, brachte es Anfang der Woche Verkehrsbüro-Generaldirektor Harald Nograsek auf den Punkt.

Die 4-Sterne Betriebe (sie machen mit rund 15.600 Zimmern den Löwenanteil der Wiener Hotellerie aus, die 3-Sterne Häuser kommen auf rund 8.400 Zimmer, der 1- und 2-Sterne Sektor auf 4.500 und die 5-Sterne Hotels auf 4.000) erreichen mit einem um 0,8 Prozent auf 56,90 Euro gesunkenen RevPAR genau den Wien-Durchschnitt, während die 3-Stern Hotels ihren RevPAR sogar um 11 Prozent auf 38,60 Euro verbessern konnten. Die 1- und 2-Sterne Häuser stürzten hingegen um 30 Prozent auf einen RevPAR von 18,10 Euro ab.

Zurück zu den Nächtigungen: Hier verdienen die Nummer 9 und 10 der Top-Ten nähere Betrachtung. Nummer 9, das ist Russland. Dessen Nächtigungen gingen zwar 2016 um weitere 18 Prozent auf 334.000 zurück, doch im Oktober wurde erstmals seit Februar 2014 ein Nächtigungsplus gemessen, gefolgt von positiven Entwicklungen im November und Dezember. „Die Tatsache, dass Wien trotz der drastischen Rückgänge weiter auf dem russischen Markt geworben hat, wird sich bezahlt machen“, ist Kettner bezüglich einer Trendwende zuversichtlich.

Ebenfalls bemerkenswert ist China (inklusive Hongkong), das mit 329.000 Nächtigungen (plus 15 Prozent) unter den Top-Ten rangiert. Im Dezember gab es sogar einen Zuwachs um 20 Prozent. Durch die neuen Austrian-Flüge nach Hongkong und Shanghai sollte das Wachstum auch heuer anhalten. 

Prall gefüllter Werbetopf

2017 steht dem WienTourismus ein Marketing-Budget von 14,8 Mio. Euro zur Verfügung – zum Einsatz kommt es auf 20 Herkunftsmärkten weltweit, die im Vorjahr vier Fünftel der Nächtigungen in Wien erbrachten.

Darüber hinaus verstärkt Austrian Airlines als strategischer Partner den Werbeeinsatz des WienTourismus. Der gemeinsame Marketing-Aufwand beider Organisationen beträgt rund 4,5 Mio. Euro, wobei die Airline 57 Prozent (ca. 2,56 Mio. Euro) zu diesem Volumen besteuert. In Summe stehen so rund 17,4 Mio. Euro für die Bewerbung Wiens im neuen Jahr zur Verfügung.

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Erstellt am: 27. Jänner 2017

Foto © WienTourismus/Rainer Fehringer

V.l.: Austrian Airlines CCO Andreas Otto, Renate Brauner, Präsidentin des WienTourismus und Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft & Internationales, und Tourismusdirektor Norbert Kettner

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