Österreich-Winter 2018/2019

Kommt Schnee, ist alles gut. Wenn nicht, wird nachgeholfen

Print-Ausgabe 2. November 2018

So gesehen ist Österreichs Alpin-Tourismus für die bevorstehende Saison best­möglich vorbereitet – aus den Quellmärkten kommen überwiegend positive Signale

Österreichs Wintersaison wird – obwohl rund ein Fünftel weniger Nächtigungen – ein weit höheres Interesse entgegengebracht als dem Sommer. Der Grund liegt auf der Hand: Die wirtschaftliche Bedeutung ist mit Tourismus-Einnahmen von 14,05 Mrd. Euro (2017/2018, plus 5,7 Prozent) laut Berechnungen des WIFO (Wirtschaftsforschungsinstitut) um einiges höher, als in der warmen Jahreszeit (im Sommer 2017 waren es 12,68 Mrd. Euro).

Entsprechend gut besucht war Dienstag dieser Woche das Pressegespräch „Auftakt der Wintersaison 2018/19“, zu dem die Geschäftsführerin der Österreich Werbung (ÖW) Petra Stolba gemeinsam mit Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs, und Fachverband-Geschäftsführer Erik Wolf in den Wiener „Ringturm“ geladen hatten. Der Ausblick – nicht nur auf die sonnenbestrahlte Wiener Innenstadt, sondern auch auf die bevorstehende Saison – war vielversprechend.

Auch wenn sich Österreichs Winter-Geschehen längst nicht mehr nur in den Bergen abspielt, was sich u.a. an den Steigerungen von Bundesländern wie Wien (Vorjahr plus 3,4 Prozent) und dem Burgenland (plus 3,1 Prozent) zeigt, steht und fällt die Saison mit dem Abschneiden der alpinen Regionen. Dort haben die Seilbahnen einmal mehr alles unternommen, um die Qualität weiter zu verbessern. Das Investitions-Volumen der Berg­bahnen erreichte 2018 mit 600 Mio. Euro eine Rekordhöhe, was Franz Hörl mit den Worten quittierte: „Mir wird manchmal schon fast übel, wenn man sieht, dass wir fast 50 Prozent unseres Umsatzes investieren.“

Ganz so schlimm ist es nicht (die Kassenumsätze erreichten im Vorjahr 1,43 Mrd. Euro) und die Bergbahnen warten auch mit soliden wirtschaftlichen Ergebnissen auf. Den Investitions-Schwerpunkt bildet weiterhin die Errichtung von Anlagen (heuer 261 Mio. Euro), doch die „sonstigen“ Maßnahmen – von Gastronomie über Pistengeräte bis Shops – haben zugelegt (225 Mio. Euro). Die Beschneiung (114 Mio. Euro) ist fast auf die Hälfte des Volumens von 2007 zurückgefallen, ein Indiz dafür, wie gut bestückt Österreichs Skigebiete diesbezüglich bereits sind.

Positiv sind auch die Signale, die laut Petra Stolba aus den wichtigsten Quellmärkten kommen: „Die wirtschaftliche Situation und damit das Konsumverhalten ist in den meisten Herkunftsmärkten gut – die Reiselust nach Österreich entsprechend hoch.“ In Deutschland, das 32 Prozent der österreichischen Wintergäste und 38 Prozent der Winternächtigungen stellt, sorgen neue Direktflugverbindungen für Rückenwind. TUI, die 65 österreichische Skigebiete offeriert, rechnet sogar „mit einem Rekordjahr für den Wintersport.“

Die Niederlande (5,6 Prozent Winter-Gäste, 8,4 Prozent Winternächtigungen) lassen ebenfalls eine gute Saison erwarten. Bei den Eidgenossen (je 3,2 Prozent Gäste und Nächtigungen) steht Österreich aufgrund des Preis/Leistungs-Verhältnisses hoch im Kurs. Starke Impulse kommen zudem aus dem CEE-Raum, allen voran aus Tschechien (je 2,5 Prozent Gäste und Übernachtungen) und Polen (1,4 Prozent bzw. 1,8 Prozent). Sorgen bereitet Großbritannien (2,7 Prozent Gäste, 3,3 Prozent Nächte), wo aufgrund des „Brexit“ viele Fragen ungelöst sind. Die Reiseveranstalter gehen aber davon aus, dass die Ski-affinen Briten weiterhin ihren Skiurlaub buchen werden. Neue Flugverbindungen nach Klagenfurt, Innsbruck und Salzburg sollten ebenfalls für Impulse sogen.

Insgesamt wird die ÖW heuer rund die Hälfte ihres Budgets für Winter-Werbung ausgeben. Petra Stolba: „Wir machen sehr viel Kommunikationsdruck.“ Entscheidend sind unter dem Strich aber stets zwei Aspekte, die nicht gesteuert werden können: die Feiertagslagen (2018/2019 generell gut, bis auf die späten Ostern) und die Schneesituation. Diesbezüglich ist Frau Holle am Zug. Sie kann dabei auf Unterstützung durch die Bescheiungsanlagen der Bergbahnen zählen. 

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Erstellt am: 02. November 2018

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