Casinos Austria

Förderung des Tourismus als Gesellschaftszweck verankert

Print-Ausgabe 14. Dezember 2018

Es ist kein Zufall, dass die Casinos Austria als touristischer Leitbetrieb des Landes seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle einnehmen – der Aufwand dafür ist aber enorm

Mit zwölf Casinos, die an 364 Tagen im Jahr geöffnet sind, zwölf Restaurants und Eventlocations sowie mehr als 2,8 Millionen Gästen jährlich leisten die Casinos Austria einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung in Österreich – auch was den Tourismus betrifft. Weshalb das so ist und worin die aktuellen Herausforderungen bestehen, darum ging es im Interview mit Dietmar Hoscher, der seit 2007 im Vorstand für die Bereiche Public & Legal Affairs, Corporate Social Responsibility sowie Responsible Gaming, Advertising & Sponsoring verantwortlich zeichnet.

T.A.I.: Anfang März ging im Casino Bregenz der 9. Casinos Austria Tourismus Talk über die Bühne. Wird es einen zehnten geben?

Hoscher: „Sicher. Der Tourismus Talk ist eine tolle Sache. Nur heuer ist es sich zeitmäßig nicht mehr ausgegangen. Wir haben die Jubiläumsveranstaltung 2019 im Mai geplant, wieder in Bregenz. Die Vorarlberger sind von sich aus auf uns zugekommen. Für die Positionierung als Tourismus Casino ist es wichtig, so etwas zu machen.“

T.A.I.: Themen für den nächsten Talk sind ausreichend vorhanden, nicht zuletzt, da die Regierung dem Tourismus einen höheren Stellenwert beizumessen scheint. Wie sehen Sie das?

Hoscher: „Für uns hat sich im konkreten Tagesgeschäft nichts geändert. Ich war jahrelang als Vorkämpfer für ein Tourismusministerium aktiv. Überall, wo Initiativen gesetzt werden, ist das gut. Und Tourismus und Freizeitwirtschaft sind der wichtigste Wirtschaftszweig in unserem Land.“

T.A.I.: Sind die Casinos in den „Plan T“ mit eingebunden?

Hoscher: „Nein, das sind sie nicht. Wir werden aber sicherlich gefragt, wo unsere Expertise gewünscht ist. Wir sind ein kulturpolitischer Key Player und ein wesentlicher touristischer Leitbetrieb, was die Wertschöpfung betrifft. Unsere Hauptthemen sind zwar nicht dieselben wie die der übrigen Freizeitwirtschaft – im Spielbereich gelten andere Vorgaben als in der Beherbergung und Gastronomie, wo wir mit unseren elf Cuisinos soeben zehn Hauben erhielten – aber wir haben die gleichen Probleme, allen voran bei der Rekrutierung und Bindung von MitarbeiterInnen.
Wir beschäftigen uns aus Eigeninteresse auch verstärkt mit touristischen Themen. Wir haben Kooperationen mit vielen Hoteliers, Gastronomen und Winzern. Pro Jahr schenken wir in unseren Casinos mehr als 200.000 Flaschen Wein und Sekt aus, die vornehmlich von heimischen Produzenten stammen. Wichtig ist für uns, den Dialog zu pflegen, wie bei der DSGVO. Wir suchen den Kontakt, unter anderem mit der ÖHV, um auf dem Kongress und im Zuge von Diskussionen Themen gemeinsam weiterzubringen.“

T.A.I.: Können Sie beziffern, wie hoch der Touristen-Anteil unter den 2,85 Millionen Gästen der Casinos Austria ist?

Hoscher: „Die Gäste unserer zwölf Casinos verteilen sich auf 48,9 Prozent aus dem Inland und 51,1 Prozent aus dem Ausland. Aber auch unsere inländischen Gäste sind überwiegend TouristInnen. Wichtig sind die ItalienerInnen, vor allem in Velden und in Tirol, die Deutschen überall und die SchweizerInnen in Bregenz. In Wien haben wir viele BesucherInnen aus China. Generell kommen unsere Gäste aus allen Quellmärkten, auch aus dem arabischen Raum.“

T.A.I.: Wie sehr spüren Sie die Konkurrenz jenseits der Staatsgrenzen?

Hoscher: „Österreich ist von vielen grenznahen Casinos umgeben – circa 80 bis 100 – die zum Teil nicht unsere hohen regulatorischen Auflagen haben, die die strengsten in Europa sind. Auch Liechtenstein hat jetzt Casinos freigegeben.“

T.A.I.: Wie stellen Sie sich dieser Konkurrenz?

Hoscher: „Unsere Strategie lautet: Nicht gegen andere, sondern unsere Stärken herausstellen. Im europäischen Vergleich haben wir einen hohen Anteil an Lebendspiel, das trägt viel zur Atmosphäre bei und schafft ein ganz besonderes Ambiente. Qualität und Serviceleistung stehen bei uns im Vordergrund. Unsere Positionierung besteht in touristischen Leitbetrieben, die regional verankert sind, sowohl durch Kulinarik und Weine als auch durch die Architektur. Ein Casino wie in Seefeld wird man nicht so leicht woanders finden. Das Gleiche gilt für unsere Häuser in Wien oder Velden. Vor allem geht es aber um Seriosität! Wir haben den strengsten Spieler­schutz weltweit und durch Corporate Social Responsibility stehen wir zu unserer sozialen Verantwortung. Das Image, das die Casinos Austria dadurch zu Recht haben, ist im Vergleich zu anderen in Europa und weltweit singulär. Das wird auch vom Gast wahrgenommen und geschätzt. Die Förderung des Tourismus und gesellschaftspolitischer Initiativen wurde bereits 1967 in den Statuten der Casinos Austria als Gesellschaftszweck verankert. Es ist natürlich auch ein großer Verdienst von Leo Wallner (Anm.d.Red.: Wallner war von 1968 bis 2007 Generaldirektor).“

T.A.I.: Was ist unter der Corporate Social Responsibility konkret zu verstehen?

Hoscher: „Wir sind einer der größten Kultursponsoren des Landes, von den Bregenzer Festspielen bis zum ImpulsTanz Festival, plus einer sehr großen Anzahl kleinerer Kunst- und Kultur-Initiativen, die ohne unsere Förderung nicht so bestehen könnten. Wir sind sozial engagiert, sehr viel karitativ, direkt, wie bei ‚Licht ins Dunkel‘ und beim Roten Kreuz, oder über Promotion Charity-Tische, wie beim Opernball. Neu ist das ‚Social Volunteering‘: Alle MitarbeiterInnen werden fünf Tage im Jahr für karitative Tätigkeiten bei vollen Bezügen freigestellt. Im Sport unterstützen wir vor allem den Breitensport, die Special Olympics und über die Lotterien die ‚Galanacht des Sports‘.“

T.A.I.: Was sind Ihre Wünsche an das Christkind?

Hoscher: „Dass die erfolgreiche Tätigkeit der letzten Jahre trotz zunehmender regulatorischer Schranken und dem wirtschaftlichen Umfeld fortgeführt werden kann. Dann haben alle Stakeholder etwas davon, die Eigentümer, die Mitarbeiter, die Gesellschaft und der Tourismus!“ 

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Erstellt am: 14. Dezember 2018

„Für uns gelten andere Vorgaben als für touristische Betriebe, aber wir haben die gleichen Probleme“, so Dietmar Hoscher

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