Bad Ischl

„Des Kaisers neue Gärten“ blühen ab heuer auch in China

Print-Ausgabe 24. Februar 2017

Landesgartenschau 2015 mit Langzeiteffekten – nach der „Weltkonferenz der historischen Städte 2016“ steht heuer die Garten Expo in Zhengzhou im Fokus

An die vor zwei Jahren abgehaltene Oberösterreichische Landesgartenschau unter dem Motto „Des Kaisers neue Gärten“ hatte die Kaiserstadt Bad Ischl große Hoffnungen geknüpft. Rund 8,5 Millionen Euro wurden damals für die Ausgestaltung der Anlagen des in vier Bereiche gegliederten, 26 Hektar großen Ausstellungsgeländes investiert, wobei der überwiegende Teil nach der Gartenschau erhalten blieb. „Durch die Gartenschau wird die Bedeutung der Tourismusstadt Bad Ischl bis weit über die Grenzen des Landes hinaus verstärkt“, betonte damals Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer. So wie es aussieht, dürfte die Rechnung aufgehen.

Erwartet wurden für die Landesgartenschau und ihre mehr als 500 Einzelveranstaltungen rund 300.000 Gäste, geworden sind es schlussendlich 340.000. Laut Tourismusobmann Edwin Gruber (4-Sterne Hotel und Restaurant Goldenes Schiff) kletterten die Nächtigungen im Kalenderjahr 2015 um 4,2 Prozent auf rund 560.000, die Zahl der Ankünfte schoss gar um 13,2 Prozent auf mehr als 89.000 nach oben. 2016 gab’s zwar den erwarteten Rückgang (die für das Tourismusjahr vorliegenden Werte weisen ein Nächte-Minus um 1,8 Prozent sowie ein Ankünfte-Minus von 3,4 Prozent aus), der hielt sich aber in Grenzen.

Dafür stimmt der langfristige Aspekt umso mehr, vor allem bezüglich der im Kielwasser der Landesgartenschau angestrebten Internationalisierung. Diese wird sich zwar, wie Tourismusdirektor Robert Herzog betont, hauptsächlich auf dem deutschen Markt bemerkbar machen (rund 10 Prozent der Gäste Bad Ischls kommen aus der Bundesrepublik, weitere 10 Prozent aus aller Herren Länder), aber die Ausstrahlung von „Des Kaisers neue Gärten“ reicht bereits bis nach China. Dort hatte Bad Ischl vor zwei Jahren den Zuschlag als Austragungsort für die dreitägige „Weltkonferenz der historischen Städte 2016“ erhalten, an der VertreterInnen aus 45 Städten – von Luxor bis Kyoto – teilnahmen.

Heuer werden die Fühler noch weiter ausgestreckt: Bad Ischl wird bei der 11. internationalen Garten Expo in Zhengzhou (sie ist mit 250 Hektar nahezu zehnmal so groß, wie jene in Bad Ischl) mit einem 1.000 m² umfassenden kaiserlichen Garten vertreten sein. Dieser wird wesentliche Elemente der Garten- und Parkanlagen von Bad Ischl enthalten, von Baumreihen wie in der Esplanade, über Brunnen sowie Beete aus dem Kurpark, bis hin zu den typischen Bad Ischler Parkbänken. „Sie sollen beim internationalen Publikum die Sehnsucht nach einem Besuch im Salzkammergut wecken“, so Herzog.

Als Attraktionen wird es u. a. eine Fotowand mit „Sisi & Franz“ geben, dazu kommen verschiedene Hörstationen mit Musik von Johann Strauß („Ischler Walzer“), Franz Lehár („Dein ist mein ganzes Herz“), Anton Bruckner (Orgelimprovisationen) und Johannes Brahms („Wiegenlied“). Ein Nachbau des Spiegelpavillons aus dem Kaiserpark in Zusammenarbeit mit dem Ars Electronica Center wird auf das Technologieland Oberösterreich hinweisen und Bilder aus der Tourismusregion zeigen.

Rund 10 Millionen BesucherInnen werden für die Expo in Zhengzhou erwartet. Robert Herzog: „Die Gartenausstellung ist Teil eines ehrgeizigen Stadtentwicklungs-Projekts in der Nähe des Flughafens der 8,5 Millionen Einwohnerstadt Zhengzhou. Die Gärten werden auch nach Beendigung der Gartenschau erhalten bleiben.“

Vor kurzem reiste eine Delegation aus Bad Ischl, um sich vom Fortschritt des chinesischen Gartenschauprojekts ein Bild zu machen. Mit auf dem Programm stand auch ein Treffen mit Touristikern, mit denen im Rahmen eines Workshops Grundlagen für Tourismus- und Kulturprojekte sowie mögliche Initiativen im Bereich touristischer Ausbildung besprochen werden. „Des Kaisers neue Gärten“ werden also auch in Zukunft gut in Blüte stehen.

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Erstellt am: 24. Februar 2017

Bild 1 (v.l.): Tourismusdirektor Robert Herzog und Tourismusobmann Edwin Gruber | Bild 2: „Sisi“-Aufsteller bei der Landesgartenschau Bad Ischl 2015, © Bad Ischl

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