T.A.I. vor Ort in Tunesien

Raus aus dem Schattendasein!
Rein ins ruhmreiche Erbe Karthagos

Print-Ausgabe 11. Jänner 2018

Die Reisebranche ist voller Rätsel. Eines davon betrifft Tunesien: ein tolles Land, das Ende 2010 die Initialzündung zum Arabischen Frühling gab, diesen als einziges zu wirklich demokratischen Weichenstellungen nutzte, über ein grandioses kulturelles Erbe inklusive sieben UNESCO-Weltkulturerbe Stätten verfügt, eine hervorragende touristische Infrastruktur bietet – und trotzdem immer im Schatten anderer Destinationen rund ums Mittelmeer steht. Zu Unrecht, wie sich T.A.I. einmal mehr im Rahmen einer beeindruckenden Infotour durch die Jahrtausende alte Kulturgeschichte des Landes der Berber überzeugen konnte. Eingeladen zu dem vorweihnachtlichen Trip hatten Columbus Reisen und das Tunesische Fremdenverkehrsamt.

Nach gut zwei Stunden Flug mit Tunis Air erfolgte die Landung am Aéroport International de Tunis-Carthage. Die günstige Ankunftszeit um 13:50 ermöglichte  es, noch am selben Tag eine erste Erkundungstour zu unternehmen, die ins größte archäologische Museum des Landes führte, dem Bardo-Museum im Stadtteil Le Bardo. Es beherbergt die weltweit bedeutendste Sammlung römischer Mosaike und islamischer Kunst.

Reizvolle Hauptstadt

Die Lage von Tunis direkt am Meer erlaubt es, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt direkt am Strand zu wohnen. Im Falle der Infotour war es das 5-Sterne Hotel „The Regency“ im Ortsteil Gammarth, um von dort aus gleich am nächsten Tag erholt zur Stadtbesichtigung aufzubrechen.

Die Medina, der historische Stadtkern von Tunis mit seiner mehr als 1. 200 Jahre alten Geschichte, ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte der islamischen Welt und UNESCO-Weltkulturerbe. Beeindruckend sind die geschäftigen Souks (Märkte) und es lohnt eine Besichtigung des ältesten Gebäudes von Tunis, der „Djamaa Ez-Zitouna“ Moschee (Ölbaummoschee) im Zentrum der Medina.

Zu Spaziergängen laden auch die modernen Stadtviertel außerhalb der Altstadt ein. Etwa die „Avenue Habib Bourguiba“, die nach dem ersten Präsident der Republik Tunesien benannte, von Palmen gesäumte Hauptstraße von Tunis mit prachtvollen Bauten aus der französischen Kolonialzeit. Hier befinden sich wichtige Gebäude, wie das 1902 eröffnete Opernhaus „Théâtre municipal de Tunis“, viele Geschäfte und schöne Straßencafés.

Denkmalgeschütztes Sidi Bou Said

Bei keiner Tunesienreise fehlen darf der Besuch des im Nordosten gelegenen wunderschönen Küstenstädtchens „Sidi Bou Said“: Auf dem Felsen von Karthago am Golf von Tunis gelegen, lebten hier ursprünglich religiöse Einsiedler, wie der islamische Heilige Abou Saïd Khalafa, von dem sich der Name der Stadt ableitet. Erst im 16. Jahrhundert ließen sich die Mauren nieder, deren Architektur das denkmalgeschützte Sidi Bou Said bis heute prägt. Bei einem Bummel durch die Gassen der weiß-blauen Altstadt, die mit ihren strahlenden Häusern, kunstvoll verzierten Erkern, Fenstergittern und Nageltüren als schönstes Dorf Tunesiens gilt, lohnt der Besuch im Palais „Ennejma Ezzahra“: vom Maler, Musikologen und Orientalisten Baron Rodolphe d‘Erlanger nach Ende des Ersten Weltkriegs als Residenz errichtet, dient es heute als Museum für musikalische Instrumente. Der Palast ist zudem Kulturzentrum arabischer und mediterraner Musik.

Antike Supermacht

Unmittelbar neben Sidi Bou Said befinden sich die antiken Stätten von Karthago. Gegründet vor über 2.000 Jahren von der phönizischen Prinzessin Dido aus Tyros (sie gelangte auf der Flucht vor ihrem Bruder Pygmalion über das Mittelmeer nach Tunesien), stieg Karthago – getrieben von Macht, Geld und Ehrgeiz der Punier – rasch zur antiken Macht und reichsten Stadt am Mittelmeer auf, die den Mittelmeerraum mehr als 600 Jahre beherrschte.

Drei Kriege, die sich über rund 120 Jahre hinzogen, mit der aufstrebenden Supermacht Rom mündeten 146 v. Chr. im Untergang. Ein knappes Jahrhundert später wurde Karthago unter Julius Cäsar neu gegründet und entwickelte sich rasch zur bedeutendsten Stadt des Imperium Romanum in Afrika. Im 4. Jhd. n. Chr. kam es zur Eroberung durch die Vandalen, bis Karthago im 7. Jahrhundert von den Arabern endgültig zerstört wurde. Seit 1979 zählt die Ausgrabungsstätte von Karthago zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Viertwichtigste Stadt des Islam

Diesen Status genießt das zwei Stunden entfernte, südwestlich von Tunis im Landesinneren gelegene Kairouan. Als Unterkunft hatten das Tunesische Fremdenverkehrsamt und Columbus Reisen für die Infotour das Hotel „La Kasbah“ gewählt – ein komfortables Haus, gerade mal 8 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Es eignet sich optimal als Ausgangspunkt für Besichtigungen in der 670 n. Chr. von einem Anhänger des Propheten Mohammed gegründeten und nach Mekka, Medina sowie Jerusalem viertwichtigsten islamischen Stadt.

Die „Djamaa Sidi Oqba“ Moschee mit ihrem gewaltigen Gebetssaal sowie den eindrucksvollen Säulen gilt als Wahrzeichen von Kairouan und beherbergt hinter ihren wuchtigen Mauern das älteste Minarett der Welt. Nicht weniger beeindruckend ist die fast unversehrt erhalten gebliebene Medina mit ihren nach Zünften geordneten Souks. Neben wunderbar gewebten und geknüpften Teppichen finden Besucher hier eine überwältigende Mischung aus Gerüchen, Farben und Waren.

Größtes Amphitheater außerhalb Italiens

Rund 70 km von Kairouan befindet sich das südlichst gelegene UNESCO-Weltkulturerbe Tunesiens, das Amphitheater El Djem, in der auf den Ruinen des antiken Thysdrus errichteten Stadt. Es ist das größte römische Theater außerhalb Italiens mit einem Fassungsvermögen von 35.000 Plätzen. Da es sehr gut erhalten ist, wird das Amphitheater von El Djem heute noch für Konzertaufführungen genutzt: das 33. Internationale Festival für sinfonische Musik findet von Anfang Juli bis Anfang August 2018 statt.

Malerisch schöne Medina von Sousse

Auf dem Rückweg nach Tunis befinden sich knapp 70 km nördlich von El Djem die direkt am Meer im Süden des Golf von Hammamet gelegenen Tourismushochburgen Sousse und Monastir. Die Infotour-Gruppe übernachtete im „Mövenpick Resort & Marina Spa“, das nur 2 Kilometer vom Zentrum von Sousse entfernt ist. Das elegante Luxushotel verfügt über zwei Pools, ein luxuriöses Spa, mehrere Gourmetrestaurants und einen eigenen Strand.

Sousse – ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe Tunesiens – wurde im 9. Jhd. v. Chr. von den Phöniziern als Handelsstützpunkt gegründet und ist heute nach Tunis und Sfax die drittgrößte Stadt Tunesiens. Die Neustadt wurde im modernen Stil während der Protektoratszeit von den Franzosen erbaut. Im Zentrum befindet sich die malerisch schöne Medina, die von einer 2,25 km langen Stadtmauer umgeben ist, mit über 30 Moscheen – großteils aus dem 11. Jahrhundert – sowie vielen Relikten aus punischer und römischer Vergangenheit. Denkmäler arabischer Baukunst machen Sousse zu einem der sehenswertesten Orte des Landes.

Herz des tunesischen Tourismus

Rund 90 km nördlich von Sousse befindet sich das Herz des tunesischen Tourismus, das am Cap Bon gelegene Hammamet. Hier legte die Gruppe einen Zwischenstopp ein, um sich bei einer Golf Experience im noblen Golf Club Citrus, dem ersten 45 Loch Parcours Tunesiens, sportlich zu betätigen. Gewohnt wurde im nur drei Kilometer vom Golf Club entfernten stylischen Luxushotel „The Sindbad“. Die gepflegte Anlage inmitten eines schönen Gartens, direkt am Strand gelegen, verfüg über 200 Zimmer, je drei Restaurants und Hotelbars, vier Pools, ein Fitnesscenter sowie ein Spa und Wellnesscenter. Auffallend war hier die Freundlichkeit der Hotelmitarbeiter.

Hammamet gilt auf Grund seiner kilometerlangen Sandstrände als beliebtester und am besten erschlossener Urlaubsort des Landes. Die Mini-Medina mit einer Fläche von gerade mal 200 m² (nicht zu verwechseln mit der 2003 eröffneten 5 ha großen Medina von Hammamet-Yasmine) ist von einer Stadtmauer umgeben und liegt an der Spitze einer Halbinsel. Nach der geballten Informationsreise mit viel Kultur und Geschichte ließ es sich an diesem Ort herrlich flanieren und wunderbar entspannen. Wobei diese empfehlenswerte Tour jederzeit auch gebucht werden kann: Columbus Reisen bietet eine 11-tägige Rundreise unter dem Titel „Tunesien – Erbe des ruhmreichen Karthagos“ bereits um 1.290 Euro p.P. an. 

Eindrücke aus Tunesien

Eindrücke aus Tunesien

Eindrücke aus Tunesien

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Eindrücke aus Tunesien

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Eindrücke aus Tunesien

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Erstellt am: 11. Jänner 2018

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