Ägypten

Grünes Licht vom Roten Meer
„So sicher, wie Österreichs Städte“

Print-Ausgabe 11. März 2016

Mit einer 68 Mio. Dollar schweren Werbekampagne und Einführung höchster Sicherheitsstandards will das Land am Nil Vertrauen zurückgewinnen

Anfang Februar startete Ägypten unter dem Titel #ThisisEgypt eine mit 68 Mio. US-Dollar dotierte Image-Kampagne. Sie erstreckt sich über 27 Quellmärkte, inklusive Österreich. Ausgenommen sind vorerst Russland und Großbritannien, die beide ihre Flüge nach Ägypten derzeit ausgesetzt haben. „Dadurch, und durch weitere geplante Marketingaktivitäten wollen wir der Welt die einzigartige Geschichte unseres Landes erzählen“, betont Tourismusminister Hisham Zaazou, der diese Woche auf der ITB in Berlin gemeinsam mit Tamer Marzouk, Direktor der Tourismusabteilung der Ägyptischen Botschaft in Berlin und zuständig auch für Österreich, intensiv die Werbetrommeln für sein Land rührte.

Ziel ist es, die seit August vorigen Jahres rückläufigen Einreisezahlen (davor gab es zweistellige Zuwächse) wieder in einen positiven Trend umzukehren. Oberste Priorität hat dabei der weitere Ausbau der Sicherheitsinfrastruktur sowie die Einführung höchster Sicherheitsstandards. T.A.I. bat im Umfeld der ITB Tamer Marzouk zum Interview.

T.A.I.: Welche konkreten Maßnahmen planen Sie im ersten Halbjahr 2016, um das Vertrauen der potentiellen Gäste zurück zu gewinnen?

Marzouk: „Im Februar konnten wir endlich mit unserer neuen Image-Kampagne starten. Damit wollen wir wieder Präsenz zeigen, das Vertrauen in Ägypten als Urlaubsland stärken. Vor allem als Ganzjahres-Destination für Familien, kultur- und sportinteressierte Gäste wieder wecken. Die Schwerpunkte der Kampagne legen wir auf Online-, Outdoor- und TV-Kampagnen.“

T.A.I.: Auf der Website des österreichischen Außenministeriums findet sich nach wie vor der Hinweis, dass „im ganzen Land, das heißt auch für die Badeorte, wie z.B. Sharm el Sheikh, Hurghada und Marsa Alam, ein sehr reales hohes Sicherheitsrisiko von terroristischen und anderen Angriffen“ besteht. Es gilt eine „Partielle Reisewarnung“. Ähnliches steht beim deutschen Außenamt. Wie beurteilen Sie die Situation?

Marzouk: „Wir befinden uns heute leider in einer Situation, wo wir überall auf der Welt mit Terroranschlägen rechnen müssen. Ägypten hat die Sicherheitsvorkehrungen auf allen Flughäfen verschärft. Diese befinden sich unter ständiger Kontrolle von internationalen Aufsichtsbehörden. Überall in den Tourismusregionen wird die Sicherheit von einem großen Aufgebot an Militär- und Polizei Einheiten gewährleistet. Wir arbeiten im engen Kontakt mit internationalen Luftfahrtbehörden.“

T.A.I.: Wie sieht es mit Sharm El Sheik aus?

Marzouk: „Das gilt selbstverständlich auch für Sharm El Sheik. Der Tourismus ist in Ägypten neben dem Suez-Kanal der zweitwichtigste Devisenbringer und trägt zum BIP des Landes 11,7 Prozent (Stand: 2014) bei. Der Tourismus beschäftigt außerdem 12 Prozent der gesamten Arbeitskräfte im Land. Daher tun wir alles in unserer Macht Stehende, um die Sicherheit unserer Urlauber zu gewährleisten. Wir sind überzeugt davon, dass Sharm El Sheik in naher Zukunft wieder zum Austragungsort internationaler Konferenzen und beliebten Urlaubsort werden wird.“

T.A.I.: Kann man Ägypten als sicheres Urlaubsland bezeichnen?

Marzouk: „Wenn wir das aktuelle Weltgeschehen beobachten, gibt es kaum ein Land in der Welt, von dem man sagen kann, dass es zu 100 Prozent sicher ist. Aber natürlich gibt es auf der Welt einige Länder, die gefährlicher sind als andere. Ich persönlich halte die Sicherheitslage in Ägypten, vor allem in den touristischen Destinationen am Roten Meer, wie auch in Luxor und Assuan, für genau so sicher, wie in jeder österreichischen Stadt.“

Kurzportrait Tamer Marzouk

Tamer Marzouk (Jahrgang 1979) startete nach seinem Studium (Germanistik, Abschluss mit ausgezeichnetem Erfolg) in der Hotellerie und im Incoming, wechselte dann in die Egypt Tourism Authority (ETA), wo er bis 2007 im weltweiten Marketing-, Werbe und Promotion-Team arbeitete, danach bis 2011 als Direktor des Ägyptischen FV-Amtes in Frankfurt. Von 2011 bis 2013 leitete er in Kairo die ETA-Abteilung Marketing & Research. Ab 2014 verantwortete der zweifache Familienvater im Kabinett des ETA-Generaldirektors den deutschsprachigen Markt. Seit Mai 2015 ist er Direktor der Tourismusabteilung der Ägyptischen Botschaft in Berlin, seit 1. Juli 2015 zeichnet er zusätzlich für die Märkte Österreich, die Schweiz und Polen verantwortlich.

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Erstellt am: 14. März 2016

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