Griechenland Tourismus

Comeback des „Mannes, wie
ihn Griechenland dringend braucht“

Print-Ausgabe 16. Jänner 2020

Tourismusminister Charis Theocharis gemeinsam mit der Präsidentin des griechischen FVA Angela Gerekou
Bild: © Eurokinissi

 

Seit einem halben Jahr steht Charis Theocharis an der Spitze des griechischen Tourismus­ministeriums – die Erwartungen an ihn sind hoch

„Er ist ein Mann, wie ihn Griechenland dringend braucht.“ So beschrieb 2014 das deutsche Wirtschaftsmagazin „Focus“ Charis Theocharis, der kurz zuvor als Generalsekretär des griechischen Finanzministeriums in Folge einer „haarsträubenden Polit-­Posse“ entlassen worden war. Seither fungierte „Harry“ Theocharis als einfacher Parlaments-­Abgeordneter der oppositionellen, konservativen Partei Nea Dimokratia (ND), bis sie bei den Wahlen im Juli 2019 als große Siegerin hervorging. Der neue Premierminister Kyriakos Mitsotakis holte Theocharis als Tourismusminister in sein Kabinett. Es gilt als wichtigstes Resort des Landes.

Mit 25 bis 30 Prozent direktem und indirektem Beitrag zur Wirtschaftsleistung kam dem Tourismus 2018 laut Greek Tourism Confederation eine überproportional starke Rolle zu. Er sorgte für die Hälfte des gesamten Wirtschaftswachstums. 2019 ging es weiter aufwärts. Laut Bank of Greece gab es bis Ende August einen weiteren Anstieg der Tourismuseinnahmen um 13,6 Prozent auf 13,24 Mrd. Euro. Die internationalen Ankünfte kletterten bis Ende August um 3,6 Prozent nach oben.

Von „Harry“ Theocharis wird erwartet, dass er im Tourismus ebenso innovativ wirkt, wie er es im Finanzministerium tat. Dort hatte der als IT-Profi geltende Manager für die griechische Steuerverwaltung das Internetzeitalter gestartet und die Finanzbehörden auf einen komplett papierlosen Betrieb umgestellt. So nebenbei sorgte er, wie „Focus“ bei seinem Abgang festhielt, „fast im Alleingang für das jüngste Plus im Staatshaushalt“.

Für derartige Überschüsse gilt der Tourismus als entscheidender Faktor. Theocharis geht 2020 davon aus, dass sich der positive Trend der letzten Jahre – trotz Thomas Cook-Pleite – weiter fortsetzt. Er rechnet heuer mit bis zu 35 Mio. Gästeankünften aus aller Welt (ohne Kreuzfahr­gäste). Die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr startet dazu unter Führung ihrer neuen Präsidentin Angela Gerekou bereits im Jänner eine große Werbekampagne für den Sommer. Ebenso soll es zu einer breiteren Verteilung der Quellmärkte kommen; mehr als zwei Fünftel der Gäste entfallen auf Deutschland, UK, USA, Frankreich, Italien und Russland. „Wir versuchen, die Saison zu verlängern“, so Charis Theocharis. „Griechenland ist nicht nur Sonne und Wasser. Wir versuchen, auch die Berge Griechenlands bekannt zu machen.“ Ebenso sollen City-Breaks vermehrt beworben werden. 

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