CAPA Airline Leader Summit

Stille Revolution der Luftfahrt! Airlines auf Suche nach Orientierung

Print-Ausgabe 15. Mai 2026

Tim Clark und Aletta von Massenbach
Tim Clark (l.) und Aletta von Massenbach (r.) standen in Berlin an der Spitze des CAPA Airline Leader Summits (Fotos: © Emirates, Flughafen Berlin Brandenburg)

Sie entwickeln sich zu Plattformen, in denen der gesamte Reiseprozess monetarisiert wird – Iran-Krise stand im Zentrum der Video-Botschaft von Emirates-Chef Tim Clark

Auf dem „Airline Leader Summit – Airlines in Transition 2026“ der CAPA (Centre for Aviation) in Berlin wurde der strukturelle Wandel der Airlines verdeutlicht. Mehr als 40 Spitzenmanager:innen und Branchenvertreter:innen waren zusammengekommen. An der Spitze stand Emirates-President Tim Clark, der allerdings nur virtuell präsent war, sowie Gastgeberin Aletta von Massenbach, die CEO des Berlin Brandenburg Airport.

Fest steht, dass der Verkauf von Sitzplätzen nicht mehr zuverlässig zur Profitabilität der Airlines beiträgt. Die niedrigen Margen – oft unter 5 % – sind zu gering, um langfristig Wachstum, Investitionen und Krisenresistenz zu sichern. Airlines verstehen sich deshalb als Plattformen, die den gesamten Reiseprozess monetarisieren. Der Flug selbst wird zunehmend zu einem Baustein unter vielen.

Parallel dazu bleiben die klassischen Herausforderungen bestehen, teilweise verschärft durch globale Krisen. Lieferketten sind störanfällig, Konflikte wirken sich auf Routenplanung und Kosten aus, und die Abhängigkeit von wenigen großen Herstellern erhöht die Verwundbarkeit. Hinzu kommt der Druck zur ökologischen Transformation: Die Branche steht vor der Aufgabe, ihren CO₂-Ausstoß zu reduzieren sowie nachhaltige Treibstoffe zu forcieren.

Mit Spannung erwartet wurde die Video-Botschaft von Emirates-Chef Tim Clark. Er betonte, dass sein Unternehmen bestens gerüstet sei, die Folgen des Iran-Krieges zu bewältigen. „Die Nachfrage bleibt auch nach solchen Krisen ungebrochen hoch“, so Clark. Laut ihm arbeitet die Fluggesellschaft bereits mit über 65 % ihrer Kapazität, wobei nur noch etwa 13 % der Flughäfen im Streckennetz nicht angeflogen werden (Stand Ende April). Eine Kernfrage sei die Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Der CAPA-Summit machte deutlich, dass die operative Widerstandsfähigkeit der Branche nur durch Diversifikation, Kooperation und strategische Flexibilität erreicht werden kann. Die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, wird zur zentralen Aufgabe. Es zeigte sich mehr als je zuvor, dass sich die Airlines auf der Suche nach Orientierung befinden. Die Kernaussage des CAPA-Summits: Die Branche steht nicht vor einer isolierten Herausforderung, sondern vor einer Transformation, die alle Ebenen erfasst.

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