Bergbahnen

100 Jahre Tiroler Zugspitzbahn: Würdigung einer Pionierleistung

Print-Ausgabe 17. Juli 2026

Tiroler Zugspitzbahn Geschäftsführer Franz Dengg (2.v.l.) zusammen mit drei Generationen der Familie Stern
Tiroler Zugspitzbahn Geschäftsführer Franz Dengg (2.v.l.) zusammen mit drei Generationen der Familie Stern (Foto: © Tiroler Zugspitzbahn / Franz Oss)

Die „Himmelsstürmerin“ befördert seit 1926 von Ehrwald in Tirol Besucher:innen auf die 2.962 m hohe Zugspitze, den höchsten Gipfel Deutschlands

Wenn man von der Talstation hinauf zur Zugspitze blickt, scheint es auch heute noch technisch extrem gewagt, mit einer Seilbahn die 1.725 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Erst recht vor 100 Jahren, als sich der Anwalt und Unternehmer Hermann Stern nach einigen bereits erfolgreichen Projekten im Bezirk Reutte in den Kopf setzte, den Gipfel für alle zugänglich zu machen. Trotz schwieriger baulicher und finanzieller Hürden fand am 5. Juli 1926 nach nur zwei Jahren Bauzeit die Eröffnungsfahrt statt. In jeder Hinsicht eine Pionierleistung, denn es handelte sich nicht nur um die erst zweite derartige Seilbahn in Österreich, sondern die erste mit Strom betriebene sowie die erste Seilbahn Tirols überhaupt.

Anlässlich des nunmehrigen runden Jubiläums fand im Zugspitzsaal in Ehrwald die Premiere der Theaterproduktion „Sterntaler für die Zugspitze“ statt, aufgeführt vom Theaterverein „Kulissenschieber Ehrwald“. Das von der Autorin und Regisseurin Claudia Lang-Forcher geschriebene und inszenierte Stück widmet sich dem Bau der „Himmelsstürmerin“ und zeichnet den Lebensweg des Bahngründers Hermann Stern über die herausfordernde Bauzeit bis zu seinem durch die NS-Zeit bedingten unrühmlichen Ende. In Anwesenheit von mehreren Generationen an Nachkommen der Familie Stern und Landeshauptmann Anton Mattle sowie weiterer Lokalpolitik, Presse und Wirtschaft gab es dafür Standing Ovations.

Ebenfalls Applaus gab es für Franz Dengg, Geschäftsführer der Tiroler Zugspitzbahn, der mit der Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Ehrwald ausgezeichnet wurde. Im Zuge der Feierlichkeiten wurde auch das modernisierte Museum auf dem Gipfel präsentiert.

Die Tiroler Zugspitzbahn, 1991 neu angelegt, mehrmals modernisiert und mittlerweile eine Tochter der Zillertaler Gletscherbahn, befördert heute in nur sieben Minuten bis zu 100 Menschen auf einmal auf die Zugspitze, in Summe bis zu 190.000 Besucher pro Jahr. Sie war und ist als atemberaubende Ingenieursleistung, aber auch enorm wichtiger Tourismusmagnet für die Region und das Land Tirol wegweisend.

T.A.I. gratuliert zu einem Jahrhundert touristischer und technischer Pionierleistung und wünscht weiterhin viel Erfolg!

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