„Destination Weddings“

Hochzeiten als struktureller Wandel im Verständnis von Feiern und Reisen

Print-Ausgabe 15. Mai 2026

Hochzeitsreise
In Europa gehören Italien, Griechenland oder Spanien sowie Portugal zu den Hotspots für „Destination Weddings“ (Foto: © Getty Images / Image Source)

Das stark zweistellige Wachstum dieses Bereiches wird aufgrund der jüngsten Ereignisse eher gebremst – am generellen Trend ändert dies aber nur wenig

Der Weltmarkt für „Destination Weddings“ (Hochzeiten im Ausland) ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Er gehört zu einem wichtigen Segment der globalen Tourismus- bzw. Eventbranche und gilt als stark wachsender Zukunftsmarkt. Weltweit wird das „Destination Wedding“ im Vorjahr auf ca. 46 Mrd. US-Dollar geschätzt. Es sollte bis 2034 auf bis zu 180,9 Mrd. Dollar anwachsen. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum von etwa 16 % CAGR („Compound Annual Growth Rate“).

Als wichtige Wachstumstreiber gelten die Erlebnisorientierung – Paare wollen mehr als nur eine Feier, sondern fokussieren auf mehrtägige Events, Aktivitäten sowie gemeinsame Reisen -, der „Social Media“-Einfluss sowie steigende Einkommens- und Reisebereitschaft, auch wenn der Trend seit der Pandemie zu kleineren Hochzeiten geht. Gerade das macht aber das „Destination Wedding“ finanzierbar.

Ob das starke Wachstum so eintrifft, wird sich weisen. Denn seit dem Iran-Krieg hat sich viel verändert. Destinationen wie Mexiko (z. B. Riviera Maya), Jamaika und die Dominikanische Republik sowie Hawaii werden durch die sich abzeichnende Kerosin-Knappheit für Europa teuer, jene in Indien, Thailand, Bali und Vietnam oft unerreichbar.

In Europa gehören Italien (hier vor allem die Toskana und die Amalfi-Küste), Griechenland oder Spanien sowie Portugal zu den Hotspots für „Destination Weddings“. Die kurze Flugdistanz innerhalb der EU trägt ebenfalls dazu bei, sowie die Erreichbarkeit mit dem Auto (siehe unterstehenden Kroatien-Beitrag).

Generell gilt, dass der Markt mehrere Teilbereiche umfasst. Diese reichen von der Wahl der Location & Unterkunft (größter Anteil an den Kosten), über Catering & Eventservices bis zur eigentlichen Hochzeitsplanung sowie dem Transport und den Reiseleistungen. Als zentrale Player haben sich Resorts und Hotels einen Namen gemacht, da sie oft Komplettpakete anbieten.

Fest steht, dass „Destination Weddings“ nicht nur ein Hochzeits-Trend sind, sondern einen strukturellen Wandel im Verständnis von Feiern und Reisen repräsentieren: Sie verbinden – Iran-Krieg hin, Kerosin-Mangel her – den bedeutendsten Tag im Leben mit dem wachsenden Bedürfnis nach Erlebnissen statt reiner Konsumation.

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