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Rund 200 Mio. US-Dollar wird die karibische Hotelgruppe Sandals Resorts International (17 „Adult‑Only“‑Resorts auf acht Inseln in der Karibik, zuzüglich zwei Resorts der Familien-Marke „Beaches“) investieren, um die Neuausrichtung von drei Resorts auf Jamaika im Rahmen der „Sandals-2.0-Vision“ bis Jahresende voranzutreiben: die Anlagen Montego Bay, Royal Caribbean und South Coast. „Bei ‚Sandals-2.0‘ handelt es sich um einen zukunftsweisenden Ansatz, der Design, Erlebnis, Personalisierung und langfristige Nachhaltigkeit bei unseren luxuriösens All-inclusive-Reisen in den Vordergrund stellt“, betont Dominik Riber im Gespräch mit T.A.I. Als Managing Director Europe der Sandals Resorts ist Dominik Riber gleichzeitig Team-Leiter der Sales- und Business-Development-Manager:innen Kontinentaleuropa, wie der auch für Österreich verantwortlichen Juliette Thronberens.
Erst Ende Dezember 2024 hat die karibische Hotelgruppe den Start ihrer globalen Multimedia-Werbekampagne „Made of Caribbean“ bekannt gegeben. Diese Markenstrategie in Höhe von mehreren Mio. US-Dollar stellt den authentischen karibischen Charakter der Sandals- und Beaches-Gruppe in den Mittelpunkt. „Das ist ganz wichtig“, so Dominik Riber, denn „niemand ist so authentisch wie wir. Das ist unsere DNA, die wir nach außen kommunizieren.“ So kommt die gesamte Belegschaft aus der Karibik, ebenso der Stil, die Farben etc. „Wir tun sehr viel, um unseren Fokus zu schärfen.“
Das Konzept „Sandals-2.0“ ist im Gegensatz zu „Made of Caribbean“ intern ausgerichtet. Es wird „alles modern gestaltet, wir greifen Zeitgemäßes auf“, sagt Dominik Riber, der als Beispiel das Sandals Royal Curaçao (351 Zimmer und Suiten in 24 Kategorien, 44 ha Grund) anführt. Neben zusätzlichen Unterkunftskategorien gibt es auch neu gestaltete Pools, modernisierte Gemeinschaftsbereiche sowie erweiterte Gastronomie- und Barkonzepte.
Generell gilt die Sandals‑Gruppe in der Karibik als einzigartig, denn sie verbindet ein sehr klares, konsistentes Konzept mit hohem Luxus‑Anspruch, vor allem bei Paaren und All‑Inclusive‑Reisen auf die sie ausgerichtet ist. So sind im „Luxury Included“‑Konzept Leistungen wie hochwertige Speisen à la carte, Premium‑Getränke, unbegrenztes Tauchen, Sportaktivitäten, teilweise Golf, Spa‑Angebote etc., im Preis enthalten, und das oft mit einem Umfang, der von anderen Anbietern nicht geboten wird. Dominik Riber: „Unsere Gäste sagen nicht, wo sie in der Karibik 200 Euro gespart haben, sondern sie erzählen noch in 10 Jahren vom Urlaub bei uns.“
Dieses „Was macht Sandals aus“ ist auch für den Vertrieb extrem wichtig. Denn es geht letztendlich um Beratung. „Die ist essenziell“, wird Dominik Riber nicht müde, zu betonen. Es geht also den Sandals Resorts nicht darum, nur eine Standard‑Luxus‑Anlage zu bauen, sondern authentisches karibisches Flair, lokale Küche, Kultur und Gastfreundschaft zu bieten. Dominik Riber: „Dies alles wird bei uns gezielt integriert.“ Wobei das Reisebüro-Netzwerk im DACH‑Raum überaus stark ist, ebenso die Reiseveranstalter. Gute Partner in Österreich sind etwa Verkehrsbüro/Ruefa/Eurotours sowie die Dertour Austria Gruppe. Eine Roadshow in Österreich befindet sich „noch in Abstimmung“.
Wobei Österreicher:innen mangels eigener Flugverbindungen am besten über London anreisen oder aber via Frankfurt mit Condor, die zum Teil im Sommer aber keine Flüge zu bestimmten Inseln in der Karibik anbietet (z.B. nach Antigua zwischen Juni und Oktober). Besserung ist in Sicht, denn laut Dominik Riber setzte „der ‚European Caribbean Strategy Summit 2025‘ in Frankfurt einen neuen Maßstab für die Zusammenarbeit zwischen Kontinentaleuropa und der Karibik“. Es ging unter anderem darum, die Flugverbindungen zu verbessern.
Für heuer befürchtet Dominik Riber für die Karibik generell ein Auslastungsproblem: „Viele werden die Fußball WM in den USA, Mexiko und Kanada (Anm.d.Red.: 11. Juni bis 19. Juli 2026) mit einem Karibik-Aufenthalt verbinden.“ Die Nachfrage werde zwar hoch sein (alleine aus Kanada wird ein Zuwachs um +36 % erwartet, weil Kanadier:innen die USA und Florida aus nachvollziehbaren Gründen meiden); aber der durchschnittliche US-Bürger, der nur 15 Tage Urlaub pro Jahr hat („und das ist schon hochgegriffen“), bleibt nur zwei bis vier Nächte. Zum Vergleich: Der durchschnittliche deutsche Gast verbringt bis zu 10 Nächte in der Karibik.
Zudem fährt das Fußball-Nationalteam von Curaçao – ein autonomes Bundesland des Königreichs Niederlande – als kleinstes Land der Geschichte zur WM. Dies bringt zwar laut Dominik Riber eine hohe Nachfrage nach Urlaubsaufenthalten in Curaçao von weiteren 8 bis 10 % (nach einem Wachstum im Vorjahr um 12,6 %), doch sind die Zimmerkontingente nicht in dem selben Ausmaß mitgewachsen.
„Das Thema, dass Europäer:innen länger in der Karibik bleiben, bestand schon immer. Aber heuer wird es durch die WM besonders intensiv“, so Dominik Riber. „Kreative Arbeit bei den Reiseveranstaltern ist gefragt.“
Erstellt am: 23. März 2026
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