HOFBURG Vienna

Vielfalt als Stärke der HOFBURG Vienna. Ziel ist Weiterentwicklung des Portfolios

Print-Ausgabe 12. Juni 2026

Armin Egger
„Die Stärke der HOFBURG Vienna liegt in ihrer Vielfalt“, erklärt Armin Egger von HOFBURG Vienna (Foto: © HOFBURG Vienna)

Als CEO der Wiener Kongresszentrum HOFBURG Betriebsgesellschaft hat Armin Egger einiges vor – T.A.I. bat ihn vor kurzem um ein Gespräch, in dem er seine Pläne offenlegte

Seit September vorigen Jahres ist Armin Egger CEO der HOFBURG Vienna, eine der prestigeträchtigsten Veranstaltungslocations Europas. Er kennt die MICE (Meetings, Incentives, Conventions & Exhibitions)-Branche wie kaum ein Zweiter: In seiner Zeit bei der Österreich Werbung (ÖW) war er u.a. für den kompletten MICE-Bereich verantwortlich, als CEO vom Lech-Zürs Tourismus wurde er mit ihm konfrontiert, und ab 2000 als Chef des Davos-Tourismus spielte er mit dem WEF (World Economic Forum) „in der obersten Liga“ mit, wie Armin Egger betont. In den letzten 16 Jahren leitete er als Chef die MCG (Messe Congress Graz). T.A.I. traf Armin Egger jetzt zu einem Interview.

T.A.I.: Wie blicken Sie nach Graz zurück, wo Sie 16 Jahre hindurch die Geschicke des MCG geleitet hatten, aber im Vorjahr nicht einmal zum Kandidat:innen-Hearing eingeladen wurden?

Armin Egger: „Ich blicke zum aller größten Teil mit Freude zurück, hatte 12 von 16 Jahren, die hervorragend gelaufen sind und wir konnten mit unserem Team die Unternehmen extrem gut weiterentwickeln. 2021 kam der große Wechsel, – ich meine damit nicht die Pandemie – und Graz hat seit damals den Rückwärtsgang eingeschaltet. Zu dem von Ihnen angesprochenen Kandidat:innen-Hearing möchte ich nur folgendes sagen: Wenn man jemanden durch ein Assessment schickt, ihn als absolut Besten herausbekommt, ihm das auch mitteilt, ihn dann politisch kaltstellt und statt ihm einen politisch konformen Kandidaten nimmt, dann würde ich das in der heutigen Zeit als ziemlich dreist beschreiben.“

T.A.I.: Ok, das ist ziemlich unerfreulich. Sie haben mit der HOFBURG Vienna aber die wahrscheinlich prestigeträchtigste Veranstaltungslocation Europas übernommen. Was möchten Sie künftig anders gestalten?

Armin Egger: „Die HOFBURG Vienna verfügt über ein außergewöhnliches Fundament, das in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Es gibt keine historische Kongress- und Eventlocation mit einem derartigen Hintergrund. Meine Vorgängerin hat einen ausgezeichneten Job gemacht, ich habe ein hervorragendes Team mit einem tollen Spirit angetroffen. Aber gleichzeitig ist das der richtige Zeitpunkt, neue Wege einzuschlagen. So arbeiten wir daran, die Marke weiterzuentwickeln, ihr ein modernes, zeitgemäßes Erscheinungsbild zu geben. Darüber hinaus liegt unser klarer Fokus auf kleineren und mittelgroßen Veranstaltungen, – von Firmentagungen über Weihnachtsfeiern bis hin zu standesamtlichen Hochzeiten –, die wir mit unseren flexiblen Räumen hervorragend abbilden können. Die HOFBURG Vienna bildet also das gesamte Portfolio der Veranstaltungsbranche ab, immer mit dem besonderen Flair des historischen Hauses.“

T.A.I.: Zur Vorgängerin Alexandra Kaszay ist seit April Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule und damit im selben Komplex untergebracht. Es besteht eine Art Kooperation zwischen beiden Institutionen. Wie ist denn Ihr Verhältnis zu Frau Kaszay?

Armin Egger: „Es ist ein ganz besonders gutes, professionelles und partnerschaftliches Verhältnis. Mit der Spanischen Hofreitschule gibt es seit vielen Jahren eine sehr bewährte Zusammenarbeit und ich freue mich sehr, das mit Alexandra Kaszay eine ausgewiesene Brancheninsiderin an der Spitze der Hofreitschule steht. Ich bin sicher, dass wir zusammen einige Dinge sehr gut weiterentwickeln werden.“

T.A.I.: Mit dem ACV und VIECON pflegen Sie eine Art „Coopetition“. Worin sehen Sie die Vorteile der HOFBURG Vienna gegenüber den beiden anderen Kongresszentren und worin die Nachteile?

Armin Egger: „Wir ergänzen das Portfolio von Wien, – eine der führenden Meeting-Destinations weltweit –, auf ideale Weise. Die HOFBURG Vienna ist einerseits Mitbewerber, andererseits Partner, denn große internationale Kongresse können oft nur durch gute Zusammenarbeit innerhalb der Wiener Kongresslandschaft realisiert werden. In diesem Sinne sehe ich die ‚Coopetition‘ sehr positiv. Wir bieten Platz für bis zu 3.500 Personen, bei noch größeren Kongressen sind naturgemäß die großen Kongresszentren von Vorteil. Das funktioniert aber nur bei einer engen Zusammenarbeit, wie etwa für Bankette, Galaabende, Empfänge oder Side Events im Rahmen dieser großen Kongresse und Veranstaltungen. Unser Vorteil und unser Alleinstellungsmerkmal liegen eindeutig in unserem einzigartigen Flair und der zentralen Lage.“

T.A.I.: Über 70 % der Veranstaltungen der HOFBURG Vienna haben inzwischen internationalen Charakter. Wollen Sie diese Veranstaltungen weiter ausbauen?

Armin Egger: „Internationalität ist ein extrem wichtiger Bestandteil unserer Positionierung. Der nationale Markt ist natürlich ebenfalls sehr wichtig. Unser erklärtes Ziel ist, beide Bereiche gezielt weiterzuentwickeln.“

T.A.I.: Die OSCE (Organization for Security and Co-operation in Europe), die ihren permanenten Hauptsitz in der Hofburg hat, und die Kongresse machen rund 54 % Ihres Umsatzes aus. Wollen Sie diese Relation weiter ausbauen?

Armin Egger: „Kongresse sind ein zentraler Motor unseres Geschäfts. Wir wollen den Kongress-Bereich selbstverständlich weiter stärken, beobachten aber gleichzeitig, dass Anfragen immer kürzer werden und das Bedürfnis nach persönlichem Austausch deutlich zunimmt. Genau hier liegt die große Chance für die HOFBURG Vienna. Denn die Stärke der HOFBURG Vienna liegt in ihrer Vielfalt. Unser Ziel ist nicht eine Verschiebung einzelner Umsatzanteile, sondern eine gesunde zukunftsorientierte Weiterentwicklung des gesamten Portfolios.“

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