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Wo ist Oberhausen? Für nicht-Deutsche eine berechtigte Frage. Die Antwort: Oberhausen liegt im Westen Deutschlands, zwischen Essen und Düsseldorf, im westlichen Ruhrgebiet und hat rund 213.000 Einwohner:innen. Warum das heuer so wichtig ist? Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hielt dort Ende April 2026 in der „König-Pilsener-Arena“ ihren 52. Germany Travel Mart (GTM) ab. Und sie kann eine positive Bilanz ziehen: Rund 200 Key Accounts aus mehr als 30 Ländern vereinbarten über das Online-Buchungssystem der DZT rund 4.500 Gesprächstermine mit den 165 touristischen Unternehmen und Organisationen beim Workshop. Österreich war mit 15 Delegierten aus der Reisebranche vertreten.
Petra Hedorfer, die seit 2003 amtierende CEO der DZT (davor hatte sie die weltweite Marketingleitung inne und wurde im Millenniumsjahr Marketing-Vorständin), zeigte sich angesichts der jüngsten globalen Herausforderungen in ihren Prognosen trotzdem zurückhaltend: „Ob der Aufwärtstrend weiter anhalten wird, lässt sich noch nicht absehen.“ Vom Iran-Konflikt seien 14 % des weltweiten Transitverkehrs betroffen. Vorsichtige Schätzungen gehen von einem weltweiten Einnahmen-Rückgang um 2,2 % aus und Europa werde einen deutlichen Rückgang von Besucher:innen aus dem Mittleren Osten spüren.
Petra Hedorfer sieht aber trotzdem einen Silberstreif am Horizont: „Deutschland erwartet ein verstärktes Besucherinteresse aus den Nachbarländern“, meinte sie bei der internationalen GTM-Pressekonferenz. „So punktet man mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis bei Übernachtungen: Mit einem Durchschnittspreis von 98 Euro liegt Deutschland vor Österreich mit 107 Euro und Frankreich mit 113 Euro.“

Oberhausen war, wie die meisten Städte des Ruhrgebietes, in der Vergangenheit von einer großen Industrietradition geprägt (vor allem Montanindustrie mit Kohle, Stahl und Hüttenwerken). Doch die Stadt hat sich inzwischen zu einem beliebten Reiseziel entwickelt. Die „Neue Mitte“ – gebaut auf ehemaligen Industrieflächen – bietet eines der größten Einkaufs- und Freizeitzentren Europas, mit Musicals und Shows im Metronom Theater, Konzerte internationaler Topstars in der Rudolf Weber-Arena, sportlicher Unterhaltung in der ersten Topgolf-Anlage in Kontinentaleuropa.

In der „Neuen Mitte“ befindet sich nicht nur das Veranstaltungszentrum des diesjährigen GTM, die „König-Pilsener-ARENA“, sondern auch das Wahrzeichen der Stadt, der 117 Meter hohe Gasometer Oberhausen. Das weithin sichtbare Industriedenkmal ist heutzutage eine spektakuläre Ausstellungshalle. Bis 30. Dezember 2026 ist hier die Ausstellung „Mythos Wald“ zu sehen. Mit großformatigen, teilweise erstmals zu sehenden Bildern und Filmsequenzen zeigt der Gasometer, dass Wälder mehr als nur eine Ansammlung von Bäumen sind. Dazu widmet sich die Ausstellung den einzigartigen Tier- und Pflanzenwelten. Den dramaturgischen Höhepunkt bildet eine bisher noch nie realisierte Kunstskulptur mit starkem Österreich-Bezug: „Der Baum“ ermöglicht als größte Innenraum-Lichtkunstinstallation der Welt einen einmaligen Blick aus dem optisch gestalteten Wurzelwerk hinauf in die 35 Meter hoch aufsteigende Baumkrone. Erschaffen wurde er von den Pionieren der Medienkunst, den „Ars Electronica Solutions“ aus Linz, untermalt von einer eigens dafür vom Österreicher Rupert Huber komponierten Musik.

Zurück zum GTM 2026: 94 % der Teilnehmer:innen einer „On-Site“-Befragung (also einer, die direkt am Ort des Geschehens durchgeführt wird) bestätigten, dass sie mit dem diesjährigen GTM „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ waren. 98 % konnten erfolgreich neue Geschäftsabschlüsse tätigen, und 85 % wollen auch in Zukunft am GTM teilnehmen.
Dazu Barbara Rosner von Elite Tours: „Bedeutend für mich war, die Vorbereitungen zur IGA 27 (Internationale Gartenausstellung 2027) zu erleben, die in einem Jahr im Ruhrgebiet eröffnet wird. Die IGA findet erstmals nicht in einer einzelnen Stadt, sondern von April bis Oktober in einer ganzen Region statt.“

Im Mittelpunkt stehen die fünf Zukunftsgärten in Duisburg, Gelsenkirchen, Dortmund, Lünen und im Emscherland. Für Barbara Rosner stellt dies einen „willkommenen Anlass für Besucher:innen aus Österreich dar, wieder einmal ins Ruhrgebiet zu reisen und sich ein Bild von der wunderbaren Wandlung des einstigen Industriegebiets in eine Natur- und Kulturlandschaft zu machen.“ Beispiele dafür sind das Industriedenkmal „Zeche Zollverein“ in Essen, das jetzt von Wanderwegen durch grüne Natur umgeben ist, oder Kulturdenkmäler wie die ebenfalls in Essen gelegene Villa Hügel beim Baldeneysee und die Pop Art Sammlung im Schloss Oberhausen.“

Zum Abschluss übergab Petra Hedorfer die Gastgeberrolle für den GTM symbolisch an Bremerhaven. Die Seestadt am Westrand des Elbe-Weser-Dreiecks, das in die Nordsee übergeht, wird vom 29. Mai bis 2. Juni 2027 Gastgeber des 53. GTM sein.

Erstellt am: 28. April 2026
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