Israel 

Verstärkung der Kampagnen und Vertrauens-Wiederherstellung

Print-Ausgabe 17. Juli 2026

Haim Katz und Ksenia Kobiakov
Haim Katz (l.) und Ksenia Kobiakov (r.) wollen das Land Israel als sicheres, vielfältiges und ganzjähriges Reiseziel positionieren (Fotos: © IMOT)

Das gezeichnete Land hofft nach den zuletzt deutlichen Rückgängen wieder an Rekordwerte anzuknüpfen – die Flüge sind wieder da, jetzt folgen Marketingbemühungen

Nachdem EL AL, Israir und Blue Bird bereits seit Längerem Flüge nach Israel anbieten, kehren nun auch sukzessive die Gesellschaften der Lufthansa Group nach Tel Aviv zurück. Austrian Airlines nahm die Route ab Wien bereits im Juni wieder auf und erhöhte zuletzt die Anzahl der Flüge auf bis zu drei Frequenzen am Tag. Auch Condor plant ab August Flüge zwischen Frankfurt und Tel Aviv. „Das unterstreicht die Wichtigkeit und Nachfrage nach einer Vielzahl an Flugangeboten“, betont Ksenia Kobiakov, Direktorin des Staatlichen Israelischen Tourismusbüros für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Gäste sind Israel in den letzten Jahren weitgehend ferngeblieben. Noch 2019 wurde mit 4,55 Mio. Besucher:innen ein All-Time-High erzielt, im Vorjahr waren es laut Tourismusminister Haim Katz nur noch 1,3 Millionen. Die drei wichtigsten Herkunftsländer im vergangenen Jahr waren die USA mit rund 400.000 Gästen, Frankreich mit fast 160.000 und England mit rund 100.000. Zusammen stellen sie 55 % aller Tourist:innen in Israel.

Für Katz sollte 2026 „voraussichtlich ein Jahr der Erholung“ werden, doch dann kam alles anders. Zwischen Jänner und Mai verzeichnete Israel 356.400 Touristenankünfte (-38 % verglichen mit dem gleichen Zeitraum 2025). Die Rückgänge werden – neben den kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Iran, im Gazastreifen und im Südlibanon – neben bisher fehlenden Flugverbindungen vor allem auf den gestiegenen Wert des Schekels gegenüber dem Dollar (die US-Währung fiel um 23 %) und dem Euro (Schekel-Aufwertung von 30 % bis 40 % seit Anfang der 2000er Jahre). Israel ist damit für Touristen deutlich teurer geworden.

Jetzt wird mit einer nachhaltigen Erholung bis zum Frühjahr 2027 gerechnet. Vor allem die Marketingbemühungen des israelischen Tourismusministeriums beginnen zu greifen. Der Schwerpunkt liegt darauf, das Land als sicheres, vielfältiges und ganzjähriges Reiseziel zu positionieren. Das „Israel Ministry of Tourism“ hat internationale Kampagnen verstärkt, neben den klassischen religiösen Reisen werden nun auch Strandurlaube, Kultur- und Städtereisen, die Kulinarik, der Natur- und Wandertourismus sowie der Wellness- und Gesundheitstourismus stärker beworben. Ein wesentlicher Bestandteil des Marketings ist zudem die Wiederherstellung des Vertrauens.

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