Print-Ausgabe 13. Februar 2026

Der Tourismus in Spanien befindet sich in „ständiger Weiterentwicklung“, so Tourismusminister Jordi Hereu
Es geht um regionale Diversifizierung, die Verringerung der Saisonalität und neue Segmente – Fuerteventura zeigt, wie dies funktionieren soll
Welche Chancen für nachhaltiges Wachstum und höhere Wertschöpfung hat Spanien, das laut dem Minister für Industrie und Tourismus, Jordi Hereu, und Turespaña im Vorjahr einen Gäste- und Einnahmenrekord verbuchen konnte (siehe untenstehenden Beitrag)? Alles steuert auf regionale Diversifizierung und die Verringerung der Saisonalität zu sowie auf neue Segmente, welche die Wertschöpfung weiter steigern sollen. Hereu bezeichnete dies als die „Triple Bottom Line“ im spanischen Tourismus.
Der Tourismus in Spanien könne demnach als „ausgereiftes Produkt“ bezeichnet werden, befinde sich aber dennoch in „ständiger Weiterentwicklung“, so der Tourismusminister. Strände und Metropolen ziehen zwar nach wie vor Menschenmengen an, doch die Trends hin zum Inland, zu mittelgroßen Städten und Reisen außerhalb der Sommerferien sind unverkennbar. Hereu: „Wenn ein Land wie unseres diese Besucher- und Einkommenszahlen erreicht, funktioniert das alte Konzept nicht mehr.“
Spanien sei alles andere als „tourismusfeindlich“, muss aber mit den Nebenwirkungen des Erfolgs leben. Das Ziel und die Strategie lauten also Kultur, Ruhe und eine längere Saison. Es geht darum, Reisen ins Landesinnere leichter zugänglich und ganzjährig attraktiver zu gestalten. Hand in Hand geht dies mit gezielter Forcierung der Digitalisierung. Die staatliche Tourismustechnologie-Organisation SEGITTUR entwickelt in diesem Zusammenhang Plattformen, die das Besuchererlebnis verbessern und Dienstleistungen vor Ort vernetzen sollen.
Die Herausforderung, die es zu meistern gilt: Besucherströme verteilen, ohne das Problem des „Overtourism“ zu verlagern. Dies tritt ein, wenn Städte im Landesinneren sich zu erfolgreich vermarkten, während bei zu vorsichtiger Planung die Gefahr besteht, dass dieselben Probleme der Überfüllung in kleinerem Maßstab wiederholt werden. Und wenn man zu vorsichtig mit dem Marketing umgeht, findet die angestrebte „Umverteilung“ nie statt.
Ein Beispiel für die „Triple Bottom Line“ Umsetzung liefert Fuerteventura. Das Projekt soll den Binnentourismus fördern und die Wirtschaft der Insel diversifizieren, Gäste mit hoher Kaufkraft anzuziehen. Ebenso werden Herausforderungen wie Überlastung und effiziente Verteilung der Touristenströme angegangen.
Erstellt am: 13. Februar 2026
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