Print-Ausgabe 17. April 2026

„Wir wollen die ‚Tourismusstrategie‘ in dieser Legislaturperiode abarbeiten“, berichtet Christoph Ploß (Foto: © Christoph Ploß)
Seit heuer gibt es in Deutschland eine „Tourismusstrategie“ – ihr Fokus liegt auf Hotellerie und Gastro, aber auch Luftfahrt und Bahn werden vorrangig behandelt
In Deutschland hat die Bundesregierung heuer nach jahrelangen Diskussionen eine „Nationale Tourismusstrategie“ beschlossen, mit der „nachhaltige Perspektiven von Hotels, Restaurants und anderen Unternehmen im Tourismussektor“ geschaffen werden sollen. Der Tourismus gilt zwar als wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in der Bundesrepublik, doch gibt es keinen Staatssekretär wie in Österreich, sondern mit Christoph Ploß lediglich einen „Koordinator für Maritime Wirtschaft und Tourismus“, der vor knapp einem Jahr vom Bundeskabinett ernannt wurde. Die Herausforderungen, denen er sich gegenübersieht, erinnern an jene hierzulande: Bürokratierückbau, Mobilität, Digitalisierung und Fachkräftegewinnung.
„Wir wollen die ‚Tourismusstrategie‘ in dieser Legislaturperiode abarbeiten“, so Ploß. Laut aktueller Planung endet die aktuelle Legislaturperiode im ersten Quartal 2029. Zu den Vorhaben gehört neben den genannten Schwerpunkten auch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen (schon jetzt 7 %; Österreich verlangt 10 %) und Getränke (19 %, in Österreich liegt sie bei 20 %). Christoph Ploß: „Das stärkt die Gastronomiebranche wirtschaftlich.“
Bezüglich Luftverkehrssteuer ist eine Senkung vorgesehen, „damit es wieder mehr Airlines gibt, die nach und in Deutschland Flüge anbieten.“ Darüber hinaus wird in die Bahn laut Christoph Ploß „so viel investiert, wie nie zuvor.“ Bis 2029 sollen über 100 Mrd. Euro Investitionen in das Schienennetz fließen.
Mit 413,7 Millionen Übernachtungen (+0,7 %), davon 83,6 Mio. aus dem Ausland (-1,8 %, vor allem wegen der Fußball-EM, die viele internationale Gäste angezogen hat) konnte Deutschland auch 2025 auftrumpfen. Hinter Spanien liegt es als Destination auf dem zweiten Platz als Zielmarkt der Europäer:innen. Und auch bei internationalen Geschäftsreisen nimmt es mit einem Anteil von rund 11 % eine führende Position ein.
Wichtigster ausländischer Quellmarkt sind die Niederlande (rund 11,7 Mio. Übernachtungen 2025), vor den USA (6,9 Mio. Nächte), der Schweiz (6,7 Mio.) und Großbritannien (4,7 Mio.). Österreich liegt an fünfter Stelle mit zuletzt 4,4 Mio. Übernachtungen. Beliebtestes Bundesland ist Bayern (knapp 25 %), vor Berlin (12,1 %), Baden-Württemberg (14 %) und Nordrhein-Westfalen (13,9 %).
Erstellt am: 17. April 2026
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