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Die Griechenland-Saison 2020 steht in den Startlöchern: Am kommenden Wochenende starten in Wien Ferienflüge zu sieben griechischen Inseln und auch die Bundesländer-Airports Salzburg, Graz, Linz und Innsbruck sind mit Kreta und Rhodos gut angebunden. Bisher herrschte allgemein eitel Wonne. Doch am Wochenende überraschte die Regierung rund um Premierminister Kyriakos Mitsotakis mit der Mitteilung, dass Griechenland-Touristen ab Juli 48 Stunden vor ihrer Einreise ein Online-Anmeldeformular (Passenger Locator Form) ausfüllen müssen (https://travel.gov.gr/#/form; vorerst nur auf Englisch verfügbar) im Gegenzug einen persönlichen QR-Code erhalten und bei der Ankunft erfahren, ob sie auf das Corona-Virus getestet werden und solange an ihrer Urlaubsadresse in Quarantäne bleiben müssen, bis das Ergebnis feststeht. Die Maßnahme gilt vorerst von vom 27. Juni bis zum 31. August 2020.
Hintergrund der Maßnahme
Ziel ist es, weiterhin die Corona-Zahlen auf tiefem Niveau zu halten. Griechenland hatte die Corona-Pandemie bislang bestens unter Kontrolle (niedrige Infektionszahlen, Test-Quote/Mio. Einwohner auf Niveau von Ungarn, weit mehr als Frankreich; auch aktuell kaum Neuinfektionen) und auch eine zweite Infektionswelle zeichnet sich nicht ab.
Doch am Mittwoch, dem 1. Juli, öffnet Griechenland seine Tore für den internationalen Tourismus. Insgesamt werden 27 Flughäfen im ganzen Land Passagiere aus 31 EU-Ländern und 18 Drittländern empfangen können. Darüber hinaus werden sieben Häfen und sieben Landgrenzübergänge für Gäste aus aller Welt geöffnet, mit Ausnahme jener Länder, in denen die Zahl der Coronavirus-Fälle weiterhin hoch ist.
Durch das Einreise-Prozedere mit QR-Code soll ein Anstieg der Infektionszahlen vermieden werden. Laut Dimitris Paraskevis, a.o. Professor für Epidemiologie an der Universität Athen und Mitglied des griechischen Pandemie-Expertenkomitees, basiert die Analyse der Passenger Locator Form (PLF) auf einer speziellen Software, die errechnet, ob jemand mit größerer Wahrscheinlichkeit TrägerIn von Covid-19 ist. „Die Passenger Locator Form ist ein Schlüsselelement für Reisen nach Griechenland. Der spezielle Algorithmus ist in der Lage, die Mehrzahl der importierten Fälle zu erkennen“, so Dimitris Paraskevis.
Das Prozedere
Der QR-Code muss bei der Einreise einem Kontrollpersonal vorgewiesen werden (Mobiltelefon oder ausgedrucktes QR-Formular). Je nach QR-Code wird der Reisende dann zum Kontrollbereich oder zum Ausgang (Gepäckausgabe oder Passkontrolle) weitergeleitet. Passagiere, die aufgrund des QR-Codes auf Corona getestet werden, müssen sich dann an ihrer Urlaubsadresse in 36-stündige Quarantäne begeben, bis das Ergebnis feststeht.
Die Reaktionen
Von Österreichs Reiseprofis wird die Maßnahme unterschiedlich bewertet. Während einige meinen, dass Urlaubsaufenthalte in „Griechenland damit uninteressant“ sind, sehen andere die Passenger Locator Form/QR-Code und Test als „nicht so schlimm“ an (das von den USA verlangte ESTA-Formular ist mühsamer). Ein großes Fragezeichen besteht bezüglich Möglichkeit zum Reiserücktritt laut Pauschalreisegesetz.
Sena Uzgören, Chef des Reiseveranstalters dta Touristik, sieht die Maßnahme gelassen: „Ich habe mit den Zielgebietsagenturen gesprochen. Die warten noch auf konkrete Infos. Vieles ist noch unklar.“ Große Probleme sieht er aber nicht, da Reisende mit Dingen wie E-Visum oder ESTA-Formular vertraut sind. Und: „Warten wir ab, vielleicht wird man das noch ändern.“
Die Maßnahme wird jedenfalls intensiv diskutiert: Auf der Facebook-Gruppe „Reisebüros Österreich“ gab es bis dato 90 Kommentare.
Erstellt am: 29. Juni 2020