„inter airport Europe“

„Vollkommen berührungsfreie
Pax-Abfertigung nur Frage der Zeit“

Print-Ausgabe 3. November 2017

München war Mitte Oktober einmal mehr für vier Tage der Mittelpunkt der Flughafen-Welt: zum 21. Mal ging dort die „inter airport Europe“ über die Bühne. Die Leitmesse der Flughafenindustrie verbuchte dabei mit 13.854 FachbesucherInnen (plus 9 Prozent gegenüber 2015) aus 110 Ländern einen absoluten Rekord. Österreich gehörte dabei – neben Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Russland, den USA, Schweden, den Niederlanden und der Türkei – zu den Top Besucherländern. Ihnen standen auf dem Münchener Messegelände 654 Aussteller aus 43 Ländern gegenüber, welche die neuesten Trends der Airport-Branche sowie aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Ausrüstung, Technologie, Design & Service präsentierten.

Zum Auftakt sorgte Michael Kerkloh, seit 15 Jahren Vorsitzender der Geschäftsführung des Münchner Flughafens, für eine vielbeachtete Analyse: Die massiven Veränderungen, mit denen die Luftfahrt und mit ihnen die Flughäfen in den zurückliegenden Jahrzehnten konfrontiert war, sind noch lange nicht abgeschlossen: „Unsere Airports bleiben vielmehr weiterhin ‚work in progress‘.“ Die Umwälzungen der kommenden 20 Jahren werden laut Kerkloh „mindestens ähnlich gravierend ausfallen.“

Für Kerkloh zeichnet sich dabei vor allem eines ab: „Die vollkommen berührungsfreie Passagierabfertigung, bei der ein Fluggast ganz ohne Ticktet und ohne Warteschlange an Bord seiner Maschine gelangt, dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.“

Wie weit die Entwicklungen dazu und auch in anderen Bereichen mittlerweile gediehen sind, darüber lieferte die „inter airport Europe“ viel Aufschlussreiches. Aktuell drehen sich die Innovationen vor allem um den vernetzten Flughafen, verbesserte Sicherheitskonzepte sowie intelligente Passagier- und Gepäckhandling-Systeme.

„Der Flughafen der Zukunft birgt enorme Chancen für Anbieter von Ausrüstung, Dienstleistungen und Lösungen. Vor allem Digitalisierung und Automation eröffnen den Flughafenbetreibern viele neue Möglichkeiten“, so Nicola Hamann, Geschäftsführerin von Mack Brooks Exhibitions, dem Veranstalter der „inter airport Europe“.

Hamann ist überzeugt, dass „der vernetzte Flughafen schon bald Realität wird.“ Die Bandbreite reicht dabei von führerlosen Fahrzeugen über automatisierte Gepäckabfertigung bis hin zu hochentwickelten Systemen zur Flugverkehrskontrolle.

Auch abseits von IT und Digitalisierung tut sich einiges. Zu den Produktneuheiten „inter airport Europe“ zählten u. a. die batteriebetriebene Fluggasttreppe Blumenbecker (sie funktioniert ohne Dieselaggregate und Hydraulik, sie wird u. a. über Solarmodule und Antriebsenergierückspeisung geladen), die neue Lkw-Generation von Scania für den Flughafeneinsatz (P-Baureihe) oder der „FrontBull“ (ein kompakter Ambulift für schnelles Boarding von mobilitätseingeschränkten Flugpassagieren auf Regional- und Kleinflughäfen).

Während der Eröffnungsfeier am ersten Tag der Messe wurden fünf ausstellende Unternehmen für ihre Innovationen mit dem inter airport Europe Innovation Award in den vier Ausstellungskategorien interRAMP, interTERMINAL, interDESIGN und interDATA ausgezeichnet. Ein fünfter Preis wurde in der Kategorie interCONNECTED überreicht, die sich speziell um vernetzte Flughäfen dreht. Der inter airport Europe Innovation Award in der Kategorie interTERMINAL ging an Vanderlande aus den Niederlanden. Gewinner in der Kategorie interDATA war topsystem Systemhaus GmbH aus Deutschland. Im Bereich interRAMP erhielt PaxLift aus Italien den Award. Sieger in der Kategorie interDESIGN war Zodiac Aerospace. Der fünfte Preis in der Kategorie interCONNECTED ging an das Unternehmen Dedienne Aerospace.

Die nächste „inter airport Europe“ findet vom 8. bis 11. Oktober 2019 wieder auf dem Münchener Messegelände statt. 

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Erstellt am: 03. November 2017

Bild: Michael Kerkloh, GF des Flughafens München

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