EVA Air

„Jeden Tag besser werden!“ Benchmark von EVA Air ist sie selbst

Print-Ausgabe 18. Mai 2018

Die zunehmende Konkurrenz von und nach Asien am Flughafen Wien sieht General Manager Edward Ho deshalb gelassen – die langfristigen Ziele sind ehrgeizig

Die beiden verbindet eine besondere Beziehung: Wien und EVA Air. Die Donaumetropole war im Herbst 1991 erste Europa-Destination der zwei Jahre zuvor gegründeten privaten Airline aus Taiwan; und als nach „Nine Eleven“ 2001 weltweit zahlreiche Carrier strauchelten und viele ihre Frequenzen zurückfuhren, handelte EVA Air antizyklisch und erhöhte rund um ihr 10-Jahres-Wien-Jubiläum Ende Oktober 2001 ihre bis dahin drei auf vier wöchentliche Rotationen Wien-Bangkok-Taipeh. Seit wenigen Wochen ist das Star Alliance Mitglied (Beitritt 2013) nun täglich unterwegs, davon dreimal nonstop von Wien nach Taipeh. Weshalb Wien eine wichtige Rolle bei EVA Air spielt, welche langfristigen Pläne bestehen und wie sich die neuen Nonstop-Flüge angelassen haben, darum ging es in einem Gespräch mit EVA Air General Manager Österreich und CEE, Edward Ho.

T.A.I.: Seit bald 27 Jahren fliegt EVA Air nach Wien, doch erst seit Mitte März dieses Jahres täglich. Wieso hat das solange gedauert?

Ho: „Anfangs waren unsere Verkehrsrechte sehr limitiert. 1991, als wir gestartet sind, waren es vier Flüge pro Woche und 6-7.000 Sitze pro Jahr. Dank der guten Zusammenarbeit mit Austrian Airlines und dem Flughafen Wien erhielt Taiwan dann Rechte für sieben Tage pro Woche. Die zusätzlichen drei Flüge hat China Airlines übernommen – damals über Abu Dhabi, später nonstop. Erst 2017 haben es der Flughafen Wien und Taiwan geschafft, dass die Frequenzen verdoppelt werden konnten. Das gab uns die Möglichkeit, auf täglich umzustellen.“

T.A.I.: Weshalb werden nicht alle EVA Air-Flüge nonstop geführt?

Ho: „Viele Passagiere lieben unseren Service und deshalb fliegen wir weiterhin viermal über Bangkok plus dreimal nonstop. Alle werden seit Oktober 2016 mit der Boeing 777-300ER geflogen. Wir haben volle Verkehrsrechte auf der Strecke Bangkok-Taipeh, im Sommer sind es 28 Flüge pro Tag. Und es besteht eine gute Zusammenarbeit mit Thai Airways.“

T.A.I.: Die Konkurrenz am Flughafen Wien von und nach Asien wird immer stärker. Besteht überhaupt Bedarf an der Aufstockung der EVA Air-Flüge?

Ho: „Je mehr internationale Airlines nach Wien kommen, desto besser. Wien ist ein guter Hub für CEE und die Gäste lieben es, nach Wien zu kommen. Mein Wunsch ist, dass umgekehrt auch mehr Passagiere von Europa nach Asien reisen. Viele kommen nach Thailand, aber Asien hat viel mehr zu bieten, allen voran Indonesien, die Philippinen, Japan oder Korea. Taiwan liegt genau im Zentrum von diesen Ländern. Wien hat die gleiche Hub-Funktion in Europa.“

T.A.I.: Wie sieht es mit dem Einzugsbereich von Wien aus?

Ho: „Hier hat sich durch die Bahn und Straße in Österreich viel verbessert. Früher sind die Passagiere aus Salzburg oder Linz über München nach Asien gereist. Jetzt kommen sie mit den ÖBB direkt zum Flughafen Wien. Das gilt auch für Passagiere aus Budapest. Vielleicht wird es eines Tages mit Prag soweit sein. Ungarn hat allerdings nur einen sehr kleinen Anteil bei uns, im Gegensatz zur Slowakei. 16 bis 18 Prozent unseres Umsatzes kommen von Bratislava.“

T.A.I.: Kommen die Passagiere auf Ihren Wien-Flügen mehrheitlich aus Asien oder aus Europa?

Ho: „Im Winter stammen ca. 70 Prozent der Passagiere aus Österreich und CEE, im Sommer ist es derzeit umgekehrt. Das ganze Jahr über liegt das Verhältnis bei 50:50.“

T.A.I.: Wie sind Sie mit der Entwicklung der neuen Nonstop-Dienste zufrieden?

Ho: „Beim Erstflug hatten wir eine Auslastung von 98 Prozent. Im ersten Monat erreichte der Ladefaktor 88 Prozent und lag damit über meinen Erwartungen. Mai/Juni sind etwas schwieriger, wir hoffen auf 80 Prozent.“

T.A.I.: Wohin fliegen die meisten Ihrer Passagiere aus Wien weiter, die nach Taipeh reisen?

Ho: „Es besteht mit 60 Prozent der Buchungen eine besonders gute Nachfrage nach den Philippinen. Wir haben dafür gute Anschlüsse: Um 06:30 erfolgt die Ankunft in Taipeh – die ist gut für alle Anschlüsse – und um 09:00 geht es weiter. Retour sind es ca. 4 Stunden Aufenthalt. Rund 20 Prozent fliegen nach Indonesien weiter – hier vor allem nach Bali und Jakarta –, in Taiwan bleiben rund 10 Prozent. Taiwan ist der ‚First Step to Asia‘ und wir bieten gute Stopp Overs. Der Rest reist weiter nach Südost-Asien mit Vietnam, Kambodscha und Hongkong. In China fliegen wir 25 Destinationen an. Mein Plan ist es, mehr Geschäft für Japan zu entwickeln. Dort bedienen wir 15 Destinationen.“

T.A.I.: Wie sieht Ihre langfristige Strategie für Wien aus?

Ho: „Eines Tages zweimal täglich! Wichtig waren aber jetzt einmal die täglichen Flüge, die sind das Minimum für Cargo und Passagiere. Wir sind sehr glücklich, dass heuer dieser Wunsch Wirklichkeit wurde.“

T.A.I.: Wie bereits erwähnt, ist die Konkurrenz Richtung Asien sehr stark. Welche Gründe sprechen Ihrer Meinung nach dafür, EVA Air zu wählen?

Ho: „EVA Air hat immer viel investiert, weil für uns Service und Sicherheit ganz wichtig sind. Wir haben eine eigene Catering-Company und Groundtransport-Company und wir können – was für unsere Cargo-Kunden wichtig ist – sogar Container selbst transportieren. Wir wollen uns immer weiter verbessern. Wir vergleichen uns nicht mit anderen Carriern, sondern schauen darauf, dass wir jeden Tag besser werden und unseren Service weiter entwickeln. Das fühlen unsere Passagiere und auch unsere Cargo-Kunden.“ 

Kurzportrait Edward Ho

Der Vater von zwei Kindern (19 und 22) startete seine Karriere nach dem Universitätsstudium (Schwerpunkt Transport/Schedule) 1991 bei EVA Air im Headquarter im Bereich Flight Control. Nach einem Studienaufenthalt in Maryland/USA kehrte er in die EVA Air-Zentrale nach Taipeh zurück, wo er zunächst im Sales, später im Bereich HR (Human Relations) tätig war. Seit 1999 ist Edward Ho bei EVA Air in Österreich. Nach mehreren Jahren Administration and Finance wurde er 2011 Eva Air General Manager Österreich und CEE.

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Erstellt am: 18. Mai 2018

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