Emirates Airline

Bahn frei für den Riesen! A380
sorgt für neue Dimensionen in Wien

Print-Ausgabe 1. Juli 2016

Das größte Passagierflugzeug der Welt gilt als absoluter Publikums-Liebling, was sich nicht zuletzt in höheren Auslastungen und Yields niederschlägt

Für Österreich bzw. den Flughafen Wien bricht heute Freitag, 1. Juli, ein neues Zeitalter an: ab sofort landet das größte Verkehrsflugzeug der Welt, der Airbus A380-800, im täglichen Liniendienst von Emirates Airline auf dem Vienna International Airport. Damit wird ein Schlussstrich unter das für den Luftfahrtstandort Österreich unrühmliche Kapitel gezogen, das neben dem mehrjährigen Hinauszögern einer 14. wöchentlichen Frequenz für Emirates und dem ebenso mehrjährigen Untersagen des Joint Ventures mit Qantas auf den Wien-Flügen im expliziten Verbot für den A380 auf den Dubai-Wien-Rotationen gipfelte. Martin Gross, seit dem Start der Wien-Operations Österreich-Chef von Emirates, hat all dies mit Geduld und Geschick gemeistert. Entsprechend groß ist seine Freude und die seines Teams über die nunmehrige A380-Premiere.

Begonnen hatte Emirates ihre Wien-Dienste am 1. Mai 2004, wobei zunächst viermal pro Woche mit einem Airbus A330-200 mit 278 Sitzplätzen geflogen wurde. Bereits zwei Wochen später wurde auf tägliche Frequenzen umgestellt. Drei Jahre später kam während der Sommersaison zehnmal die mit 354 Plätzen erheblich größere Boeing 777-300ER zum Einsatz, die ab Dezember 2008 zum Standard wurde. Im Jahr darauf wurde erstmals die 200.000-Passagiermarke übersprungen. Ende März 2011 erfolgte die Expansion auf 13 Flüge pro Woche, wobei für die sechs zusätzlichen Frequenzen zunächst ein Airbus A340-500 mit 258 Sitzen eingesetzt wurde.

Ab November 2014 gab es dann durchgehend zwei tägliche Flüge pro Woche, womit der Plafond erreicht war: Denn die Boeing 777-300ER ist das größte Flugzeug von Emirates unterhalb des A380. Zwar war mittlerweile das unsinnige Wien-Verbot für den Riesen-Jet gefallen, doch mangelte es am Flughafen der Donaumetropole weiterhin an geeigneten A380-Gates.

Im Vorjahr kamen die Dinge schließlich in Bewegung: Im Herbst suchte der Flughafen beim Verkehrsministerium um die Betriebsgenehmigung für den A380 an, ebenso wurde nach einer kostengünstigen Möglichkeit gesucht, den „Pier Ost“ A380-tauglich zu machen. Die Lösung wurde in der Zusammenlegung von nicht weniger als vier (!) Abfluggates gefunden, wodurch der A380 nicht auf dem Vorfeld abgefertigt werden muss. Martin Gross: „Das war für uns eine Grundvoraussetzung, um den A380 nach Wien zu bringen.“

Die weitere Wunschliste des Emirates Österreich-Chefs sieht den für A380-Airports üblichen zwei-Ebenen-Einstieg vor. Der wird laut Flughafen-Vorstand Julian Jäger im Zuge der bis 2023 realisierten Terminalerweiterung eingerichtet. Auch bezüglich einer großen Business Class-Lounge für Emirates stehen die Aussichten rund um die heuer gestartete 500 Mio. Euro teure Qualitätsoffensive des Airports gut. „Emirates hat in Wien eine wirklich große Zukunft vor sich“, strahlte Gross auch bei jenem VIP-Event Ende Juni, bei dem im Vorfeld zum bevorstehenden Linienbetrieb der 80ste an Emirates ausgelieferte A380 für zwei Tage in Wien zu bewundern war.

Emirates bringt ihn in einer Drei-Klassen-Konfiguration (14 First, 76 Business und 399 Economy) nach Wien, wodurch sich das tägliche Sitzangebot nach Dubai von derzeit 720 auf künftig 1.698 erhöht. Dies entspricht einem um rund ein Fünftel (18 Prozent) höheren Volumen.

Doch der Flieger setzt nicht nur von der Größe her Maßstäbe: Er gilt als absoluter Publikums-Liebling, was sich gegenüber den übrigen Flottenmitgliedern in höheren Auslastungen und Yields niederschlägt. Vor allem Economy-Passagiere – hier wächst das Sitzplatz-Angebot ex Wien gegenüber der Boeing 777-300ER um 28 Prozent – werden die im Vergleich zur „Tripleseven“ noch großzügigere Sitzbreite schätzen.

Auch in Sachen Umwelt ist der A380 ein erfreulicher Zeitgenosse. Mit 3,27 Litern pro Sitzkilometer ist der deutlich verbrauchsgünstiger, als das Boeing-Konkurrenzmodell 747-8 (die benötigt 3,35 Liter). Und laut Flughafen-Vorstand Julian Jäger sind die Lärmemissionen gegenüber vergleichbaren Jets um die Hälfte niedriger.

Ab jetzt gilt es, die deutlich gewachsene Kapazität zu füllen. Doch den weiteren Marschplan legte Emirates-Präsident Tim Clark bereits fest. In einem Interview mit dem Airline-Journalisten Kurt Hofmann betonte er, „Wien möglichst bald von Dubai aus zweimal täglich mit dem A380“ anfliegen zu wollen. Wann dies tatsächlich geschieht, ist offen. Eines steht hingegen fest: 2016 wird Emirates in Wien mit Sicherheit die 400.000 Passagier-Hürde nehmen – eine Größenordnung, in der sich Turkish Airlines und British Airways herumtummeln. 

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Erstellt am: 01. Juli 2016

Foto: Hießen den A-380 willkommen: Julian Jäger (l., Flughafen Wien) und Martin Gross (Emirates)

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