Oberösterreich Tourismus

Systemerneuerung ante portas. Bei „Stocki“ gibt‘s erste Meilensteine

Print-Ausgabe 15. Juli 2016

Die Neustrukturierung des Tourismus in OÖ ist voll im Gang – die Tourismus GmbH ist bereits auf Schiene, als nächstes folgt ein neues Tourismusgesetz

Mitte Juli wird das Gasthof Hotel Stockinger in Ansfelden südlich von Linz für wenige Stunden zum Zentrum des Tourismus in Oberösterreich. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung werden Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Michael Strugl und Andreas Winkelhofer, seit Mai vorigen Jahres Geschäftsführer des OÖ Tourismus, über „die ersten Meilensteine und die nächsten Schritte“ rund um Neustrukturierung des Tourismus im Land ob der Enns berichten, deren rechtlicher Rahmen ein in Ausarbeitung befindliches Tourismus-Gesetz abstecken wird. „Es handelt sich um ein neues Gesetz, keine Novelle“, betont Winkelhofer im Gespräch mit T.A.I.

Ziel für Landesrat Strugl ist eine „Systemerneuerung“, durch die „marktwirksame Verbandsstrukturen“ geschaffen werden sollen. Dabei steht auch die Zusammenlegung der derzeit 108 Tourismusverbände zu größeren Einheiten auf dem Tapet. Diese wird jedoch nicht wie in Tirol, – wo zwischen 2002 und 2008 die damals 146 TVBs auf 34 reduziert wurden –, zwangsweise erfolgen, sondern nach einem Anreiz-System. Mit der Umsetzung soll Mitte 2017 begonnen werden.

Der OÖ Tourismus ist diesbezüglich schon weiter. Dessen Neuausrichtung trat mit Anfang Juni in Kraft (siehe Info-Kasten). Die dadurch geschaffenen Strukturen sollen laut Winkelhofer helfen, die in „sieben Säulen“ festgelegten strategischen Ziele zu erreichen. Diese reichen von Kooperationen mit „starken, Innovativen Unternehmen“ (wie z. B. im Falle von KTM im Bereich Fahrräder und e-Bikes), um „Synergien zwischen Wirtschaft und Tourismus zu heben“, bis zur Entwicklung von Wertschöpfungs-starken Produkten.

Ebenso soll die Zusammenarbeit mit Leitbetrieben, wie z. B. dem heuer im Dezember eröffnenden „Dachsteinkönig“ (ein 44 Mio. Euro-Projekt der Tiroler Hoteliersfamilie Mayer in Gosau, Ganzjahresbetrieb, 115 MitarbeiterInnen), intensiviert werden. Winkelhofer schwebt die gemeinsame Kommunikation vor, sowie das Schnüren von Paketen und das gemeinsame Auftreten in bestimmten Zielmärkten.

Im Marketing lautet das Stichwort „Content statt Werbung“. Unter dem Motto „online first“ wiederum soll die Digitalisierung vor, während und nach der Reise vorangetrieben werden. Dazu kommen Aus- und Weiterbildung, Beratung, Marktforschung sowie Destinations-Entwicklung.

Ganz oben auf der to-do-List steht aber die Internationalisierung (41 Prozent aller Nächtigungen werden derzeit von Gästen aus dem Ausland generiert, Hauptmarkt ist Deutschland). Deren Fokus reicht von der Slowakei (Winkelhofer: „Hier kann Oberösterreich im Großraum Bratislava gut punkten, und zwar mit Wintersport“) bis Südkorea. Winkelhofer: „Das ist zwar kein Kernmarkt, aber wir wollen die Chancen nutzen, dass Südkorea 2016 Partner des ‚Brucknerfests‘ von 13. September bis 15. Oktober ist.“ 550 Musiker reisen dazu für zweimal 10 Tage nach Oberösterreich.

Winkelhofer: „Wir werden mit kreativen, netzwerkartigen Zugängen, von Wirtschaft über Kultur bis Sport, in die Marktbearbeitung gehen.“ Viel Potential, um die im Tourismusjahr 2015 verzeichneten 2,69 Mio. Ankünfte (+ 5,0 %) und 7,177 Mio. Nächtigungen (+ 2,6 %) weiter zu steigern, sieht Andreas Winkelhofer nicht zuletzt in den Bereichen Rad & Bike, im Thema „Bier“ (OÖ hat Österreichs größtes Hopfenanbaugebiet) sowie in Gesundheit/Wellness.

Die Oberösterreich Tourismus GmbH ist also bereits auf Schiene. Die „Systemerneuerung“ in Form des neuen Tourismus Gesetzes folgt als nächstes. Die „ersten Meilensteine“ dazu werden, wie eingangs erwähnt, Mitte Juli beim „Stocki“ in Ansfelden gesetzt. 

Über die OÖ Tourismus GmbH

Seit 1. Juni 2016 fungiert die neu geschaffene Oberösterreich Tourismus GmbH (sie steht zu 100 Prozent im Eigentum des Landes) als Landestourismusorganisation (LTO). In der GmbH wurden die Marketing- und Serviceagenden aus Oberösterreich Tourismus (Budget 2015 rund 9,7 Mio. Euro) und OÖ. Tourismus Marketing GmbH zusammengeführt.
Die GmbH verfügt zudem über zwei Tochterunternehmen: die TTG Tourismus Technologie GmbH (ihre Dienstleistungen umfassen Online-Strategien, Webprojekte, Online-Marketing sowie Softwareentwicklung bis hin zur kompletten EDV-Betreuung einer Tourismusorganisation) und die OÖ Touristik GmbH (Reiseveranstalter).

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Erstellt am: 15. Juli 2016

Berichten über die nächsten Schritte der Neustrukturierung des Tourismus: Andreas Winkelhofer (l.), seit Mai vorigen Jahres Geschäftsführer des OÖ Tourismus, und Tourismuslandesrat Michael Strugl

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