Costa Crociere

AIDA schließt, Costa bleibt! Ulli Soukop über Restart, ÖRV & Co.

Print-Ausgabe 19. März 2021

„In Österreich bleibt Costa weiter mit einem eigenen Büro präsent“, so General Manager Ulli Soukop 

An der Österreich-Präsenz von Costa ändert sich, anders als bei AIDA Cruises, nichts – Ulli Soukop wird zudem wahrscheinlich auch künftig dem ÖRV-Vorstand angehören

AIDA schließt nach etwas mehr als 15 Jahren ihr Österreich-Büro. Der Markt wird künftig von der Zen­trale in Rostock aus betreut, wobei Alexander Ewig für Marketing, Sales und E-Commerce zuständig sein wird, Uwe Mohr als Vice President Sales für den Vertrieb. Dies wirft zwangsläufig die Frage auf, wie es mit Costa Kreuzfahrten in Österreich weitergeht, denn Costa und AIDA sind zwei Marken ein und desselben Unternehmens, der in Genua beheimateten Costa Crociere S.p.A. Eine kurze Rückfrage bei Ulli Soukop, General Manager Austria & Switzerland von Costa, genügt: Costa Kreuzfahrten bleibt in Österreich mit einem eigenen Büro präsent und steht damit auch künftig direkt vor Ort weiterhin für TouristikerInnen und Reisebüros als Ansprechpartner zur Verfügung.

„Die heimischen Reisebüropartner werden weiterhin wie gewohnt von unserer lokalen Sales-Mannschaft in Österreich betreut“, so Ulli Soukop gegenüber T.A.I. Das Costa Sales Team mit Monika Wafler als Sales Managerin (OÖ, Salzburg, Kärnten, Tirol, Vorarlberg) und Gerald Holuba als Sales Manager Ost (Wien, NÖ, Burgenland, Steiermark) steht unter der langjährigen Leitung von Bernhard Bohn, Head of Trade Sales & Key Accounting. Tatkräftig unterstützt werden sie von Jasmin Mildner (Trade Marketing) und Laura Etzlinger (Sales & Marketing Support). „Italy‘s Finest” bleibt hierzulande also weiter voll am Ball und bereitet auch für den hiesigen Markt den Restart vor. Der erfolgt am 27. März 2021 mit der Costa Smeralda, dem derzeitigen Flaggschiff der Flotte. Es ist das erste mit LNG (liquefied natural gas, dem derzeit saubersten fossilen Brennstoff) betriebene Schiff von Costa und eine Schwester der AIDAnova. Am 2. Mai 2021 folgt dann die ca. halb so große Costa Luminosa. Die Abfahrten konzentrieren sich vorerst auf Italien. Ulli Soukop: „Diese Kreuzfahrten sind für alle Gäste, auch nicht-italie­nische, buchbar.“ 

Laut Soukop werden aktuell die Maßnahmen des jüngsten Dekrets der italienischen Regierung sorgfältig ausgewertet, um allen Passagieren an Bord und auf den Landausflügen „ein sicheres und vor allem schönes Kreuzfahrterlebnis zu gewährleisten.“ 

Sollte es – was in Zeiten von Corona vorkommt – „trotzdem notwendig werden, Änderungen beim Restart vorzunehmen, werden wir sowohl Reisebüros als auch Gäste umgehend informieren“, so Soukop. 

Auch das beliebte „Fly & Cruise“­Angebot mit Flügen ab Wien nach Genua samt Transfer zum Abfahrtshafen Savonna (wo das Palacrociere Terminal 1 noch vor der Krise umfangreich modernisiert wurde) ist wieder geplant, allerdings auf Linien-Basis. Soukop: „Es wird sich dabei um keine Charterflüge, wie in der Vergangenheit, handeln. Aufgrund der aktuellen Situation und der geltenden Reisebeschränkungen müssen wir mit der Umsetzung jedoch noch warten, denn wir möchten unseren Gästen verlässliche Flugverbindungen garantieren können.“

Die Wurzeln der italienischen Reederei reichen bis 1854 zurück. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war sie rein im Frachtgeschäft tätig. Doch am 31. März 1948, also vor 73 Jahren, erfolgte der Start in die Passagierschifffahrt, als das Kreuzfahrtschiff „Anna C.“ mit 768 Passagieren an Bord von Genua nach Buenos Aires fuhr.

Bereits in den 1960er Jahren bot Costa – damals als erster Betreiber weltweit – Kreuzfahrten in die Karibik an. Seit 1986 ist Costa ausschließlich im Kreuzfahrtbereich aktiv und wurde 2000 von der Carnival Corporation gekauft. Das Costa-Wachstum war seit damals überproportional, nicht zuletzt durch die 2003 erfolgte Integration von AIDA Cruises: Steuerte die Costa Crociere S.p.A. anfänglich 16 % des Umsatzes zur Carnival-Gruppe bei, waren es im letzten Normaljahr 2019 bereits rund 23 %. Damals erwirtschafteten die beiden Marken Costa und AIDA zusammen einen Umsatz in Höhe von 3,998 Mrd. Euro. 

Bleibt zum Schluss noch die Rolle von Ulli Soukop im künftigen Vorstand des ÖRV (Österreichischer ReiseVerband): Dort wird ja – so alles nach Plan läuft – Mitte Mai Eva Buzzi (ÖBB Rail Tours) zur Präsidentin gewählt. Soukop ist dort nicht nur Vorsitzende des 2009 geschaffenen Kreuzfahrt-Ausschusses, sondern gehört auch dem Vorstand an und war damit Teil jener ÖRV-Arbeitsgruppe, die sich für Buzzi als Nachfolgerin von Josef Peterleithner entschied, der nicht mehr kandidieren wird: „Ich stimme Generalsekretär Walter Säckl vollumfänglich zu, wenn er sagt, dass mit Eva Buzzi als ausgewiesene Touristikexpertin eine hervorragende Kandidatin gefunden wurde. Zudem freut es mich persönlich sehr, dass mit Eva eine Frau für diese Position bei der Wahl im Mai kandidieren wird.“ 

Wobei Ulli Soukop auch Josef Peterleithner dankt: Er hatte die Costa-Managerin während seiner neunjährigen Präsidentschaft in den Vorstand geholt. „Ich möchte ihm gratulieren, was er dank seines Engagements für die Branche in dieser Zeit geleistet und bewegt hat. Besonders für seinen Einsatz in einem herausfordernden Jahr der Pandemie hat er meine volle Hochachtung“, so Soukop. Anzunehmen, dass Eva Buzzi auch sie in ihre KandidatInnen-Liste für die künftige ÖRV-Führung nehmen wird. 

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