
T.A.I. 24 TOP News
Das Jahr ist noch jung, aber es zeichnete sich durch zahlreiche Hotelinsolvenzen aus. Etwa jene der H55 Hotel- und Gastronomiebetriebs GmbH, die das Hotel Garni Corso Pressbaum von Karl und Brigitte Meissl betrieben hatte, des Hotels Landliebe (vormals Oststeirischer Hof) in Söchau (Steiermark) von Helena und Georg Schlatze, dessen Verbindlichkeiten bei rund 1,84 Mio. Euro liegen oder des 4-Sterne Traditionshotels Wetterstein in der Tiroler Wintersporthochburg Seefeld, dessen Betreiberfirma, die Wald Hotel Betriebs GmbH der niederländischen Familie Bos, – Achtung: das 3-Sterne „Waldhotel Seefeld“ von Anwer Ahmed ist von dieser Insolvenz NICHT betroffen –, Mitte Jänner in Konkurs ging. Doch keine Insolvenz schlug dermaßen große Wellen, wie jene der Revo Hospitality Group (HRG Hospitality B.V. & Co. KG) mit Sitz in Berlin von Ruslan Husry.
Die Revo Hospitality Group betreibt knapp 250 Hotels in 12 europäischen Ländern sowie 135 Städten und hat für rund 140 ihrer Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Betrieb von rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich soll aber – so die bisherige Diktion – fortgeführt werden
Revo – nach eigenen Angaben der größte Multi-Brand Hotelbetreiber in Europa – betreibt Häuser der Marken Accor, Dorint, Hyatt, InterCont, Radisson, Wyndham oder Hilton, um nur einige zu nennen. Auch 11 Häuser in Österreich sind von der Insolvenz betroffen: Das Hyperion Hotel und das FourSide Hotel Salzburg, alle sechs Amedia-Hotels, das H+ Hotel und das H2 Hotel Wien Schönbrunn sowie das Hilton Garden Inn Innsbruck.
Auch beim Vienna House Easy by Wyndham Airport Vienna, das im März 2026 am Flughafen Wien eröffnen wird, handelt es sich um ein Revo-Projekt. Das Hotel hat 510 Zimmer, ist Österreichs viertgrößter Hotelbetrieb und das größte Holzhotel in Europa. Es wurde vom Wiener Immobilienentwickler MAMMA Group errichtet und soll von Revo geführt werden.
Laut einer ersten Analyse scheiterte Revo (deren Hotels befinden sich in unzähligen Firmen, wie „HR Dritte Management GmbH“ oder HRG Hotels Vierzehnte Management GmbH etc.) vor allem an der extremen Geschwindigkeit seines internationalen Multibrand-Wachstums. Das Portfolio verfünffachte sich seit 2020, doch die Übernachtungszahlen blieben weit hinter den Prognosen zurück. Die Gruppe schreibt seit 2014 keine Gewinne mehr und trotz eines Umsatzes von zuletzt 1,3 Mrd. Euro (diese Zahl wurde mehrfach genannt, aber ohne Geschäftsjahr) war das Geschäftsmodell nicht tragfähig. Die Überschuldung beträgt 19,9 Mio. Euro.
Der Mann hinter Revo ist Ruslan Husry. Seit 2004 als Investor, Geschäftsführer und Manager verschiedener Hotel- und Immobilienprojekte tätig, wagte es 2008 den Schritt in die Selbständigkeit, übernahm ein Hotel in Leipzig und gründete die HR Group (HRG), aus der später die Revo Hospitality Group wurde.
Erstellt am: 23. Jänner 2026
Bitte die Netiquette einhalten. * Pflichtfelder