Österreich Tourismus

Rekordsommer, aber Betriebe klagen! Finanzierungslage ist angespannt, Kosten steigen

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Die Dreierkoalition Österreichs, die Anfang September mit einer zweitägigen Regierungsklausur aus der politischen Sommerpause zurückkehrte, sieht sich gleich mit mehreren schwerwiegenden Problemen konfrontiert. Hauptthemen sind die trübe Wirtschaftslage und die hohe Teuerung. Für den Tourismus zeichnet sich hingegen ein weiterer Rekord ab, getrübt durch steigende Kosten und wirtschaftliche Unsicherheiten, die den Tourismusbetrieben weiter zusetzen. Bereits Ende Mai warnte der Generalsekretär der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), Markus Gratzer, davor, dass sie „viele Unternehmen an ihre wirtschaftlichen Grenzen bringt“.

Wirtschaftslage und Teuerung

Zunächst zu den allgemeinen Rahmenbedingungen: So weist Österreich heuer von allen EU-Ländern mit -0,3 % die höchste Wirtschaftsschrumpfung auf (Deutschland hält bei 0,0 %). Die Nachbarn können es deutlich besser: Für Tschechien werden 1,9 % Wirtschaftswachstum prognostiziert, Slowenien liegt gar bei 2,0 %, die Slowakei bei 1,5 %, Italien bei 0,7 % und die nicht zur EU gehörende Schweiz bei 0,8 %.

Auch die Teuerung ist zuletzt angestiegen. Laut einer Schnellschätzung von Statistik Austria kletterte sie im August 2025 auf 4,1 % und damit den höchsten Wert seit März 2024. Zum Vergleich: in Deutschland belief sie sich im August laut Schätzungen auf 2,1 % und befand sich damit laut „Eurostat“ auf demselben Niveau wie jenes der Euro-Länder.

Die Ratingagentur „Moody’s“ hat aus all diesem Gründen die Einstufung von Österreich im August von „stabil“ auf „negativ“ herunterkorrigiert, ebenso „Fitch“. An Deutschland wird heuer hingegen mit der Bestnote AAA (Fitch) bzw. Aaa (Moody's) bewertet.

Tourismus als Rettungsanker

Als einziger Rettungsanker erweist sich damit einmal mehr für Österreich der Tourismus. Er verzeichnet 2025 sowohl historische Höchstwerte und eine starke Sommersaison mit Rekord-Nächtigungen. Von Mai bis Juli 2025 – also der ersten Sommerhälfte – gab es laut Statistik Austria rund 40,55 Mio. Nächtigungen (+1,3 %) und damit einen Rekordwert. Die Zahl der Ankünfte stieg um +1,5 % auf einen Gästerekord von 13,4 Mio. Die sieht sich allerdings mit einer angespannten Finanzierungslage und steigenden Kosten konfrontiert. Für die ÖHV hat sich deshalb nichts geändert: „Die Wirtschaft kommt nicht vom Fleck, doch die Kosten für die Hotellerie explodieren weiter“, so ÖHV-Präsident Walter Veit.

Interessant sind ergänzend dazu folgende weiterführende Berichte:
„Alpine Hospitality Summit 2025“

Keine grauen Haare trotz vieler unerfreulicher Hotellerie-Themen

13. Juni 2025 | Hotellerie

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