Astrid Steharnig-Staudinger
Michelin Guide 2026

Österreich bereits weltweit Dritter bei der Sterne-Kulinarik pro Mio. Einwohner:innen!

T.A.I. 24 TOP News

Er gilt als die weltweit angesehenste „Benchmark“ für kulinarische Spitzenleistungen: der Michelin Guide. Seine über 100-jährige Tradition und Anonymität der Tester verleihen ihm eine unangefochtene Glaubwürdigkeit, die andere Guides überstrahlt. Vor kurzem wurde der Österreich-Führer 2026 veröffentlicht – nachdem zwischen 2009 und 2024 aus wirtschaftlichen Gründen Pause war –, der die starke Position auf der internationalen Kulinarik-Landkarte bestätigte. Denn ganze 101 Restaurants in Österreich (im Vorjahr 82) wurden mit einem oder mehreren Michelin Sternen ausgezeichnet. „Wir haben Landschaften, die auch hervorragend schmecken“, kommentierte die Geschäftsführerin der Österreich Werbung (ÖW), Astrid Steharnig-Staudinger.

Rückzug & Comeback

Zur Erinnerung: Verschärft durch die globale Finanzkrise 2008, waren die Produktionen in vielen Ländern laut Michelin Guide kein Geschäft mehr. Michelin entschied sich daher in Österreich und anderen Märkten für einen vollständigen Stopp. Die ÖW, die neun LTOs (Landestourismusorganisationen) und die WKÖ (Wirtschaftskammer Österreich) sowie Sponsoren (wie z. B. Metro oder Transgourmet) unterstützen jetzt die Rückkehr des Michelin Guide ab 2025 mit einer Gesamtsumme von rund 2,4 Mio. Euro bis 2027. Ein Drittel wird durch die WKO und Sponsoren finanziert, zwei Drittel teilen die ÖW und die Bundesländer. Diese Gelder für die flächendeckende Bewertung von ganz Österreich sind auch in anderen Ländern (z.B. Slowenien oder Ungarn) mittlerweile üblich.

Kulinarik-Gäste geben mehr Geld aus

Es handelt sich beim Michelin Guide um ein wichtiges Marketing-Tool. Denn es geht darum, die internationale Sichtbarkeit der Gastronomie zu erhöhen und den Kulinarik-Tourismus zu fördern. Dies aus dem Grund, weil 67 % der Gäste Regionen mit Michelin-Auswahl bevorzugen, 57 % verlängern ihren Aufenthalt und 71 %, die gezielt wegen der Sterne-Gastronomie anreisen, geben laut Astrid Steharnig-Staudinger vor Ort mehr Geld aus. Bei "normalen“ Gästen sind es laut aktueller T-MONA (Tourismus-Monitor Austria)-Studie rund 199 Euro pro Tag, bei Kulinarik-Gästen steigen diese Tagesausgaben um +18 %. Sterne-Gäste kommen laut Brancheneinschätzung auf deutlich mehr: Sie geben typischerweise 246 Euro bis 299 Euro pro Tag aus.

Aus diesem Grund hat z.B. Wien 2026 offiziell zum kulinarischen Themenjahr unter dem Motto "Vienna Bites. Küche, Kultur, Charakter" ausgerufen, die Steiermark positioniert sich heuer als „Herz der Kulinarik“, Salzburg bewirbt offensiv seine hohe Dichte an Hauben- und Sternerestaurants, und das Burgenland bewirbt 2026 seine Vielfalt zwischen „Pannonik“ und internationaler Klasse. Hinter den Kulissen arbeiten die ÖW und die LTOs vom Burgenland, Kärnten, NÖ, OÖ, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg zudem gemeinsam an einer neuen Kulinarik-Positionierung.

Sterne steigern den Umsatz

Ein Stern kann den Umsatz eines Restaurants um 25 bis 30 % steigern, zwei Sterne verdoppeln ihn, drei sorgen für dauerhafte Ausbuchung. Dieser Effekt macht Köche zu Stars und zieht auch Investoren an. Für Länder und Regionen dient er als Tourismusmagnet, wie bei der Schweiz oder Österreich, wo hohe Sternedichten Luxusreisen steigern.

Was viele nicht wissen: Österreich nimmt bereits den dritten Rang bezüglich Sterne pro Mio. Einwohner:innen ein, hinter der Schweiz und Luxemburg:

Michelin Guide 2026 / Top-Länder
Wien strahlt mit zwei 3-Sterne Betrieben

22 Restaurants erhielten 2026 erstmals einen Stern und ein Restaurant („Die Weinbank“ in Ehrenhausen in der Südsteiermark) verbesserte sich auf 2-Sterne. Damit kommt Österreich nun auf insgesamt 124 Sterne – ein Plus von 20 gegenüber dem Vorjahr.

Von den Bundesländern führen mit je mit 26 Sternen Tirol in 22 Restaurants und Wien (18 Restaurants), vor Salzburg (18 Sterne in 13 Restaurants) und der Steiermark (17 Sterne in 16 Restaurants). OÖ kommt auf 13 Sterne in 12 Restaurants. Je 8 Sterne haben NÖ (7 Restaurants) und Vorarlberg (6 Restaurants). Kärnten bringt es auf 5 Sterne in 5 Restaurants und das Burgenland auf 3 Sterne in 2 Restaurants.

Die beiden einzigen 3-Sterne Betriebe gibt es in Wien (das Restaurant „Amador“ im Grinzinger Weingut Hajszan Neumann des Winzers Fritz Wieninger und das „Steirereck im Stadtpark“ von Heinz und Birgit Reitbauer). Salzburg hat bei den 2-Sterne Restaurants die Nase vorne (5 Stück), Tirol und Wien haben je 4.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:

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