Print-Ausgabe 12. Dezember 2025

Sie gelten als Messlatte für den in Überarbeitung befindlichen Masterplan – 20 Indikatoren legen Zielgrößen für 2035 fest, welche die Erfolge messbar machen
Um einen Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung des Tourismus zu schaffen, ließ die ÖHV (Österreichische Hotelvereinigung) unter Generalsekretär Markus Gratzer im Oktober dieses Jahres beim WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) eine Kurzstudie erstellen. Darin wurden wirtschaftliche, soziale und ökologische Indikatoren festgelegt, die als Leitmarken für den ‚Plan T – Masterplan für Tourismus‘ dienen. Dieses bereits sechs Jahre alte Strategiepapier der Bundesregierung soll bekanntlich überarbeitet werden (mehr dazu auf Seite 33 dieser T.A.I.). Folgende volkswirtschaftliche Ziele, die bis 2035 erreicht werden sollen, sind von der ÖHV und dem WIFO festgelegt worden:
Dazu kommen im Bereich der „sozialen“ Indikatoren die Tourismusakzeptanz (Zielwert für 2035 sind +50, im Vorjahr wurden +38 erreicht), die Steigerung der Bruttogehälter in Beherbergung und Gastronomie je Arbeitsstunde in % zu anderen Wirtschaftsbereichen (aktuell sind es nur 60,1 %, ab 2035 sollen es 66,3 % sein), Senkung des „Gender Pay Gap“ von aktuell 7,8 % auf 5 % (zum Vergleich: in der Gesamtwirtschaft ist er mit 18,3 % erheblich höher), Erhöhung der dauerhaft bzw. ganzjährig Beschäftigten in Beherbergung und Gastronomie von 85,4 % auf 90 %, Anhebung der Tourismuslehrlinge von 6,9 % auf dann 9 %, sowie die Verbesserung der Studienabschlüsse in % aller Absolventen in Österreich (bei FHs von 0,9 % auf 1,5 %, bei Unis von 0,3 % auf 0,6 %).
Abgerundet wird dies durch vier Indikatoren im Bereich „Ökologie“. Der Ausstoß an Treibhausgasen soll gesenkt werden, der Anteil erneuerbarer Energien in der Hotellerie auf 95 % klettern (in der Gastronomie sind es bereits 61 %, wobei dieselbe Zielgröße definiert wurde, die 2035 erreicht werden soll). Gleichzeitig soll der Energieverbrauch bei Beherbergungsbetrieben gegenüber 2019 von 9,3 kWh auf 2,7 kWh gesenkt, der Anteil an Betrieben mit Umweltzeichen von 2,8 % auf 15 % angehoben werden.
Soweit zu den Indikatoren. Wobei laut Markus Gratzer „die Datenlage sehr mangelhaft“ und „die Ableitung einzelner Indikatoren daher derzeit nicht möglich“ ist. Inwieweit diese Zielwerte in den künftigen „Plan-T“ einfließen, wird sich weisen.
Erstellt am: 12. Dezember 2025
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