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Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (OeHT), die Prodinger Tourismusberatung sowie Kohl & Partner haben soeben im „Fitness-Check 2025“ die aktuellen Kennzahlen der österreichischen Ferienhotellerie ausgewertet. Als Kooperationspartner waren der Fachverband Hotellerie, die ÖHV (Österreichische Hotelvereinigung) sowie der OeKB (Österreichische Kontrollbank) mit dem „ESG (Environment, Social and Governance) Data Hub“ mit dabei. Sie stellen eine verlässliche Grundlage für eine zukunftsorientierte und wettbewerbsfähige Unternehmensstrategie dar. Erstmals wurden für den „Fitness-Check 2025“ über 1.000 Betriebe berücksichtigt.
Unter dem Strich wurden einige positive Entwicklungen festgestellt, aber in einem entscheidenden Punkt eine negative Tendenz sichtbar. „Die Hotellerie hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie Nachfrage schaffen und Preise durchsetzen kann. Aber die erzielbaren Gewinne halten mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Der GOP (Gross Operating Profit; er dient zur Ermittlung der Umsatzrentabilität) befindet sich auf einem niedrigen Niveau“, betont Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung.
Wobei feststeht: „Die Branche ist aktuell weit entfernt von einer Ertragskatastrophe, aber ebenso weit von entspannten Verhältnissen“, so die Herausgeber des „Fitness-Checks 2025“. Trotz eines schwierigen Marktumfelds zeigt sich die Branche damit weiterhin krisenresistent. Thomas Reisenzahn: „Für Jubelstimmung ist es allerdings deutlich zu früh.“
Die Auslastung bleibt laut „Fitness-Check 2025“ in vielen Betrieben auf gutem Niveau. Sie konnte, gemessen in Vollbelegstagen (VBT), insgesamt leicht gesteigert werden. Besonders die 3- und 3-Sterne-Superior-Hotellerie verzeichnete ein Plus, während die höheren Kategorien nur noch geringe Zuwächse zeigen.
Beim Gesamtumsatz je Zimmer fällt das Bild differenzierter aus: In den 4-Sterne-Superior- und 5-Sterne-Betrieben kommt es zu spürbaren Steigerungen je Zimmer. Nur moderate Zuwächse bzw. Stagnation sind hingegen in der 3-/3-Superior- und klassischen 4-Sterne-Hotellerie erkennbar.
Im Vergleich zum Jahr 2023 waren keine wesentlichen Umsatzsprünge mehr möglich. Die Energiepreise haben sich nach ihrem Allzeithoch etwas abgeflacht. Ebenso konnte der Wareneinsatz (in Prozent der Gesamterlöse) leicht gesenkt werden konnte.
Problematisch wirken sich die kollektivvertraglichen Lohnerhöhungen aus. Diese steigen im Median in allen Kategorien weiter um rund 5 % bis 7 %. Der Mitarbeiteraufwand je Vollzeitäquivalent (VZÄ) findet sich im oberen Quartil mittlerweile in allen Kategorien bei über 50.000 Euro pro Jahr wieder, der Median liegt bei 45.000 bis 48.000 Euro.
„In vielen Betrieben liegt der Mitarbeiteraufwand pro Kopf mittlerweile auf Rekordniveau. Das verstärkt den Druck auf die Gewinnmargen erheblich“, meint OeHT-Geschäftsführer Matthias Matzer. Die Betriebsergebnisse geraten somit massiv unter Druck. So hat sich das operative Betriebsergebnis (GOP), prozentual auf den Umsatz bemessen, auf einem historisch niedrigen Niveau eingependelt.

Im Detail ist in der 3- und 3-Sterne-Superior-Hotellerie eine Stagnation der Margen erkennbar (-0,08%). Im 4-Sterne-Segment verharrt der GOP-Anteil auf dem Niveau des Vorjahres (+0,29%). Im 4-Superior-/5-Sterne-Bereich zeigt sich im Median eine minimale Verbesserung von rund +0,33 Prozentpunkten. In Euro gerechnet, also beim GOP pro Zimmer, sind insgesamt über alle Betriebstypen leichte Steigerungen im Median sichtbar.
In Prozent des betrieblichen Umsatzes bewegt sich der GOP laut „Fitness-Check 2025“ zwischen 21,49 % (Median 4-Sterne Betriebe) und 23,72% (Median 4-Sterne superior und 5-Sterne). Das ist weniger als im Vorjahr: Laut „Fitness-Check 2024“ bewegte sich der GOP damals zwischen 21,2 % bei den 4-Sterne-Betrieben (schon damals verzeichneten sie einen Rückgang um 2,48 Prozentpunkte) und 23,4 % bei den 4S- und 5-Sterne-Betriebe, die einen Rückgang um 2,63 Prozentpunkte hatten.
„Wer heute in der Hotellerie erfolgreich sein will, muss an mehreren Stellschrauben gleichzeitig drehen“, betont Marco Riederer, Co-Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung. „Die klassischen Hebel – Auslastung steigern und Preise anheben – allein reichen nicht mehr.“ Was dann? Marco Riederer: „Gefragt sind eine klare Positionierung, effiziente Abläufe, professionelle Preispolitik und ein sehr bewusstes Mitarbeitermanagement.“
Hier geht es zum Download des "Fitness-Checks 2025" >>>
Erstellt am: 21. November 2025
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