GEO-Readiness-Check

Geändertes Suchverhalten durch KI! Hotellerie kann daraus Nutzen ziehen

Print-Ausgabe 13. März 2026

Gernot Riedel

„Der GEO-Readiness-Check prüft, ob eine Website für eine ‚KI-Suche‘ geeignet ist“, so Gernot Riedel

Zuvor ist aber eine Analyse der Website notwendig, samt möglicher Umsetzung von einigen Maßnahmen – diese werden von einem Check vorgeschlagen

Aufmerksam wurde T.A.I. auf das Thema „GEO-Readiness-Check“ durch ein LinkedIn-Posting von Gernot Riedel, dem KI (Künstliche Intelligenz)-Trainer für Tourismus und früheren TVB-Geschäftsführer von Fiss, Gasteinertal Tourismus, Wörthersee Tourismus sowie der Kitzbüheler Alpen St. Johann in Tirol. In seiner neuen Funktion hatte Riedel u. a. ein Ferienhotel in Tirol betreut, das mit guten Bewertungen und treuen Stammgästen aufwartete. Kurz: „Ein Angebot, das stimmt“, betont Gernot Riedel. Doch wer nach einem passenden Hotel in der Region auf „Google AI“ oder „ChatGPT“ suchte, bekam dieses Haus nicht genannt. „Nicht wegen schlechter Leistung, sondern wegen fehlender Struktur im Internetauftritt“, so Gernot Riedel weiter. Er analysierte in weiterer Folge die Website des Betriebes mit dem GEO-Readiness-Checker und erhielt einen Score von lediglich 18 der 50 möglichen Punkte.

Für T.A.I. stellte sich aufgrund des Postings zwangsläufig die Frage: Was ist der GEO-Readiness-Check, was kann er und was kostet er. Die Antwort auf die erste Frage: Der GEO-Readiness-Check prüft, ob eine Website für eine „KI-Suche“ geeignet ist.

Bei der KI-Suche handelt es sich um eine moderne Form der Internetsuche, bei der künstliche Intelligenz Inhalte versteht, zusammenfasst und direkt beantwortet, statt nur eine Liste von Links anzuzeigen. Wobei KI-basierte Suchplattformen mehr und mehr gegenüber herkömmlichen Online-Suchen an Boden gewinnen. So verarbeitet etwa ChatGPT Milliarden von Anfragen täglich. Nutzerbefragungen haben zudem ergeben, dass für 83 % KI-Suchfunktionen effizienter zu finden sind, als dies bei traditionellen Suchmaschinen der Fall ist. Und in Deutschland, Österreichs wichtigstem Quellmarkt, nutzen rund 50 % der Internetnutzer bereits KI-Chats zur Informationssuche. Bei jüngeren Gruppen ist die Nutzung noch deutlich höher.

Beim GEO-Readiness-Check geht es also um die Prüfung, ob die Inhalte einer Website so strukturiert sind, dass sie leicht von KI-Suchsystemen wie ChatGPT, Perplexity, Google AI oder Gemini verstanden und zitiert werden können. Dabei wird nicht nur geprüft, welche konkreten Schritte nötig sind, um in Antworten von KI-Suchmaschinen häufiger und besser aufzutauchen („Wo stehen wir?“), sondern es werden auch Lösungen vorgeschlagen („Was müssen wir tun?“).

Zurück zur Website von besagtem Ferienhotel: Gernot Riedel fiel aufgrund des GEO-Readiness-Checks auf, dass die Inhalte für KI-Systeme nicht lesbar strukturiert waren: „Es gab keine FAQ (Frequently Asked Questions)-Sektion, aus der KI direkt antworten kann. Es gab auch keine Seitentitel, die den Betrieb klar kategorisierten, und keinen ‚Über uns‘-Text, den KI-Systeme als Quelle verwenden können.“ Fazit: „Es gab drei strukturelle Lücken, die zu einem großen Effekt führten.“

Infolge des GEO-Readiness-Checks wurde die Website optimiert. So wurden auf Basis des Reports gezielte Textanpassungen vorgenommen. „Es gab keinen Relaunch der Website, es wurde auch keine Agentur eingeschaltet“, so Gernot Riedel, der danach erneut die Website analysierte. Ergebnis: Der neue Score brachte bereits 28 von 50 Punkten.

Für das Hotel gab es drei konkrete Veränderungen:

1. Mehr Sichtbarkeit in der KI-Suche: „KI-Systeme beginnen, besagtes Hotel bei relevanten Anfragen als Antwortquelle zu verwenden“, so Gernot Riedel. Bei Eingaben wie „ruhiges Wellnesshotel in Tirol für Familien“ besteht nun eine reale Chance, dieses Hotel künftig als Empfehlung zu sehen. Riedel: „Vorher war das ausgeschlossen.“

2. Bessere Grundlage für Direktbuchungen: Es gibt jetzt strukturierte Inhalte, wie FAQ, klare USPs oder ein vollständiges Google-Business-Profil, die sich nicht nur auf KI-Systeme auswirken, sondern auch für menschliche Besucher:innen der Website klarere Entscheidungsgrundlagen schaffen. Gernot Riedel: „Es gibt weniger Rückfragen und mehr Buchungsbereitschaft.“

3. Wettbewerbsvorteil: Solange den GEO-Readiness-Check noch kaum jemand nutzt – der Check ist in der österreichischen Hotellerie noch weitgehend unbekannt – kann sich Gernot Riedel zufolge „ein Betrieb einen Vorsprung aufbauen, den Mitbewerber in ein bis zwei Jahren erst aufholen müssen. Dieser Vorteil ist realistisch – aber er ist zeitlich begrenzt.“

Der GEO-Readiness-Check dauert nur wenige Minuten und zeigt, wo das Hotel aktuell steht bzw. wo die größten Hebel liegen. Gernot Riedel: „Es ist kein Fachwissen nötig und auch keine technischen Vorkenntnisse. Es geht nur um eine ehrliche Bestandsaufnahme, die zeigt, was KI-Systeme über ein Hotel wissen und was nicht.“

Das Audit zur Überprüfung der Sichtbarkeit einer Website in KI-basierten Suchmaschinen wie ChatGPT oder Perplexity ist übrigens kostenlos. Riedel ist überzeugt: „Wer seinen Score kennt, kann gezielt handeln. Wer ihn nicht kennt, verliert Sichtbarkeit – ohne es zu merken.“

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