Print-Ausgabe 17. April 2026

Laut „Kurzreise-Analyse 2026“ der GetAway Group verliert der reine Übernachtungspreis an Bedeutung – auch Hotels in kleineren Regionen gewinnen
Strukturierte Urlaubspakete entwickeln sich zunehmend vom Zusatzangebot zum zentralen Umsatzhebel im Hotelmarkt. „Sie erhöhen die Buchungswahrscheinlichkeit, verlängern Aufenthalte und steigern die durchschnittlichen Buchungswarenkörbe“, betont Stephan Kloss, Chief Supply Officer (CSO) der GetAway Group. Er gehört ebenso der Geschäftsführung an wie CEO Jan Seifried, CMO Elias Russezki und CTO Bastian Buch. Stephan Kloss gegenüber T.A.I.: „Arrangements – sie bündeln Leistungen wie Gastronomie, Wellness, Erlebnisbausteine oder Zusatzservices zu einem Gesamtprodukt – sind für viele Hotels kein ‚Add-on‘ mehr, sondern ein effektiver Weg, Wertschöpfung zu erhöhen und sich vom reinen Preiswettbewerb zu lösen.“
Basis für diese Aussage bildete die „Kurzreise-Analyse 2026“, welche die GetAway Group auf Basis von mehreren Millionen Buchungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie angrenzenden Quellmärkten der Jahre 2024 und 2025 erstellt hat. Die Gruppe, die heuer erstmals auf der ITB Berlin mit einem eigenen Stand vertreten war, gilt als Marktführer für Kurzreisen in der DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)-Region. Sie ist Anfang 2024 durch den Zusammenschluss der Websites Kurzurlaub.de, Kurz-Mal-Weg.de (zu dessen Gründern Jan Seifried zählte), Kurzurlaub.at und Kurzreisen.de entstanden. Im Vorjahr kam dann laut Stephan Kloss noch die Wellnessreiseplattform Beauty24.de dazu.
Zurück zur „Kurzreise-Analyse 2026“: Ihr zufolge verliert der reine Übernachtungspreis an Bedeutung. „Die Gäste erwarten transparente Preise, gebündelte Leistungen und ein klar definiertes Erlebnis“, meint Stephan Kloss. „Wer Struktur, Erlebnisqualität und Kostentransparenz bietet, wird 2026 nicht nur gebucht, sondern bewusst gewählt.“
Fest steht, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Kurzreisesegment in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen ist und zwar von 2,5 Nächten in 2024 auf aktuell 2,7 Nächte. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Aufenthalten von drei bis fünf Nächten. Auch Familienreisen sowie Mehrgenerationen-Aufenthalte gewinnen an Bedeutung und All-Inclusive-Modelle verzeichnen auch im Kurzreisesegment einen deutlichen Aufschwung. Stephan Kloss ortet als gemeinsame Klammer dieser Entwicklungen, dass „Gäste Sicherheit, Planbarkeit und klar erkennbare Mehrwerte suchen.“
Eine weitere interessante Erkenntnis der „Kurzreise-Analyse 2026“: Die Attraktivität des Angebots gewinnt gegenüber der reinen Lage an Bedeutung. Wobei neben etablierten Destinationen zunehmend auch kleinere Regionen vom Arrangement-Geschäft profitieren.
Sobald ein Hotel mit der GetAway Group kooperiert, wird das Arrangement über die verschiedenen Plattformen der Gruppe ausgespielt. Die Zahlen sprechen für sich. Stephan Kloss: „Auf unseren Websites haben wir pro Jahr bereits ca. 60 Mio. Besucher:innen.“ Daraus entstehen rund 1,2 Mio. Reisende. Wobei Stephan Kloss festhält, dass für Betriebe keinerlei Kosten entstehen, sondern „wir nur für getätigte Buchungen Provisionen verlangen“.
Die GetAway Group hat derzeit ca. 4.500 Hotels unter Vertrag – von Hotelketten bis zu Privat-Hoteliers –, wobei sich der Großteil davon in Deutschland befindet. Österreich ist von der Anzahl der Betriebe her die Nummer 2. Auch mit Thermen und Freizeitparks wird intensiv zusammengearbeitet. Die GetAway Group beschäftigt aktuell rund 150 Mitarbeiter:innen und besteht – neben einem großen Tech-Team – aus einem großen Team für den Kontakt zu den Hotels. Die Gruppe verfügt derzeit über 5 Standorte, vier davon in Deutschland (Berlin, Frankfurt, Leipzig und Schwerin). Das Team am Standort Wien entwickelt nicht nur die Pakete für Österreich, sondern auch über die Landesgrenzen hinweg, wie z. B. für Tschechien, Italien, Slowenien und Kroatien. „Wir haben ein spannendes Produkt“, betont Stephan Kloss – er kümmert sich als CSO vor allem um das Angebot und die Hotellerie – im Gespräch mit T.A.I., „wir wecken Lust auf Urlaub.“
Auf der ITB Berlin 2026 wurde erstmals ein gemeinsamer, markenübergreifender Hotel Award verliehen. Neben Hotelgruppen und -ketten, wie Dorint (rund 60 Hotels in der DACH-Region), IFA by Lopesan Hotels (die Gruppe betreibt drei Häuser im Kleinwalsertal), Leonardo Hotels Central Europe (über 110 Hotels in den DACH-Ländern und weiteren europäischen Märkten) oder Meliá Hotels International (u.a. ein Haus in Berlin) wurden auch 70 Einzelhotels in sieben Kategorien mit Awards prämiert.

Aus Österreich waren acht Häuser unter den Gewinnerinnen: Das Boutique Hotel Donauwalzer in Wien („Städtereisen“), das 4-Sterne-Hotel Vitaloase Drei Brüder der Familie Faistauer in Unken in der Kategorie „Landurlaub“, das 4-Sterne Allegria Resort Stegersbach als einer von acht „Newcomern des Jahres“ in der Kategorie „Senkrechtstarter“, mit dem 4-Sterne Rogner Bad Blumau und dem Hotel Goldried in Matrei in Osttirol zwei Betriebe in der Kategorie „Evergreen“ sowie mit dem 4-Sterne-Thermenhotel „Vier Jahreszeiten“ Bad Loipersdorf, dem 4-Sterne-Hotel Miraverde im EurothermenResort Bad Hall und dem 4-Sterne Superior AVITA Resort in Bad Tatzmannsdorf gleich drei Häuser in der Kategorie „Thermenhotel“.
Stephan Kloss: „Ziel unserer Awards ist es, besonders leistungsstarke Hotelpartner im Kurzreisesegment gruppenweit sichtbar zu würdigen.“ Die Auswahl der Gewinner erfolgte datenbasiert und anhand von Kriterien, wie Preis-Leistungs-Verhältnis, Gästebewertungen, Qualität der Arrangements, eine auf Kurzurlauber abgestimmte Angebotskultur, Intensität der Zusammenarbeit sowie Buchungs- und Umsatzzahlen.
Erstellt am: 17. April 2026