Hotel-Umfrage

Erwartungen der Hotellerie für den Winter 25/26 sind eher gedämpft

Print-Ausgabe 14. November 2025

„Der Zugang zu Krediten wird von vielen als schwieriger empfunden“, so ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer (Foto: © Bernhard Raab)

Zu diesem Schluss kommt die ÖHV (Österreichische Hotelvereinigung), die im Oktober eine Umfrage unter 254 ihrer Mitgliedsbetriebe durchführte

Wie wird der Winter 2025/26? Antworten darauf zu finden ist nicht einfach, vor allem wenn es um Fragen der Hotellerie geht. Die ÖHV hat es trotzdem probiert und zwar mit einer Umfrage, an der sich 254 Betriebe beteiligten, mit Schwerpunkt Salzburg (28 %) und Tirol (21 %). Fazit: Es herrschen gedämpfte Erwartungen vor, wobei die Hoffnung auf Last-Minute-Buchungen lebt.

Mehr als die Hälfte der Betriebe (52 %) rechnet für den Winter 2025/26 mit weniger Nächtigungen als im Vorjahr. Ein knappes Fünftel (17 %) erwartet ein gleichbleibendes Niveau, während 31 % auf Zuwächse hoffen. „Insgesamt ergibt sich daraus ein leichtes Nächtigungsplus von 0,6 %“, rechnet ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer vor. Die Umsatzentwicklung ist erfreulich, denn 71 % der Hotels erwarten für den kommenden Winter höhere Umsätze und nur ein schwaches Viertel (24 %) rückläufige Ergebnisse. Markus Gratzer: „Der durchschnittliche Umsatzzuwachs von 2,2 % bleibt allerdings deutlich hinter den steigenden Kosten zurück.“

Der Kostendruck ist jedenfalls enorm. So können drei Viertel der Betriebe (74 %) die Kostensteigerungen nur teilweise an die Gäste weitergeben, 15 % gar nicht. Die Preisdurchsetzung verschlechtert sich laut 31 % der befragten Betriebe, nur 12 % sehen eine Verbesserung. Gleichzeitig verändern sich Buchungs- und Urlaubsverhalten: Nahezu drei Fünftel (57 %) der Betriebe berichten von kürzeren Aufenthalten, rund 7 von 10 Hotels (68 %) von kurzfristigeren Buchungen. Bei einem Drittel (32 %) gehen die Nebenausgaben der Gäste zurück. Die Antwort auf diese unerfreuliche Entwicklung liegt für 44 % der befragten Hotels in der Verschiebung oder Streichung der geplanten Investitionen. Immerhin 47 % halten an ihren Vorhaben fest. 9 % erhöhen sogar ihr Investitionsvolumen. Markus Gratzer ortet in diesem Zusammenhang einen wesentlichen Grund für die Investitionszurückhaltung: „Der Zugang zu Krediten wird von vielen als schwieriger empfunden.“

Und wie steht es um die Arbeitsmarktentwicklung? 72 % der Hotels suchen noch Mitarbeiter:innen für den Winter 2025/26, besonders im Service, in der Küche und an der Rezeption. „Die angespannte Lage am Arbeitsmarkt bleibt bestehen, eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist kaum erkennbar“, so Markus Gratzer.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:
ÖHV (Österreichische Hotelvereinigung)

„Uns geht die Luft aus!“ Drei Punkte, die gelöst werden müssen

16. Mai 2025 | Hotellerie

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