Print-Ausgabe 12. Dezember 2025

Weitreichende Reformen hat Martha Schultz für die WKO angekündigt, auch die Verschlankung der Länderkammern (Foto: © FIW / Barbara Nidetzky)
Martha Schultz läutet eine neue Ära in der Wirtschaftskammer Österreich ein – u.a. gehören 5 Skiresorts und 14 Gastro-Unternehmen zur Schultz-Gruppe
Sie ist nicht nur die erste Frau an der Spitze der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), sondern auch eine begnadete Touristikerin: Martha Schultz, seit 2010 Vizepräsidentin der WKO, die Mitte November zur interimistischen Präsidentin der WKO avancierte, sich Ende November dafür im Wirtschaftsparlament die Zustimmung aller Fraktionen einholte, ihren ersten Auftritt hatte und danach für Interviews aller großen Tageszeitungen des Landes zur Verfügung stand.
Die Mutter eines erwachsenen Sohnes, den sie alleine großgezogen hatte, kann auf eine lupenreine Tourismus-Karriere zurückblicken. Nach Ausbildung an den Salzburger Tourismusschulen Kleßheim und Praktika in Hotels, Reisebüros und bei Busunternehmen im In- und Ausland, trat Martha Schultz 1984 in das elterliche Unternehmen ein, das von ihrem 2004 verstorbenen Vater Heinrich Schultz aufgebaut worden war. Seit 1987 gehört sie zu dessen Geschäftsführung.
Den Grundstein für die heutige „Schultz Gruppe“ der Geschwister Heinz, Martha und Georg Schultz legte Heinrich Schultz Mitte der 1960er Jahre mit Eröffnung der ersten Pension sowie Übernahme eines Skigebietes im Zillertal. Daraus wurde bis heute ein Tourismus-Imperium mit Sitz in Kaltenbach, das neben fünf Skiresorts (Spieljochbahn sowie Ski Optimal Hochzillertal-Kaltenbach im Zillertal, sowie die Skizentren Matrei und Kals am Großglockner, St. Jakob im Defereggental sowie Hochpustertal-Sillian in Osttirol), 14 Hotel- & Gastronomiebetriebe (zu den bekanntesten gehören die 4-Sterne superior Hotels Gradonna Mountain Resort in Kals am Großglockner, Dolomiten Residenz in Sillian und die Sportresidenz Zillertal), den ersten Golfplatz im Zillertal und das Bauunternehmen „Wohnbau Schultz“ umfasst, das in den letzten Jahrzehnten über 2.500 Eigentumswohnungen errichtet sowie Projekte im Bereich Seilbahnen und Hotels umgesetzt hat.
Für die WKO hat Martha Schultz weitreichende Reformen angekündigt, auch die Verschlankung der Länderkammern. „Es wird keinen Bereich geben, der von mir nicht im Detail durchleuchtet wird“, betonte sie. An der Pflichtmitgliedschaft für die rund 593.000 Mitgliedsunternehmen (darunter über 95.000 Betriebe in der Bundessparte Tourismus & Freizeitwirtschaft) will Martha Schultz aber festhalten.
Erstellt am: 12. Dezember 2025
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