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Der Bergtourismus steht durch steigende Kosten, kürzere Saisonen und auch strukturelle Herausforderungen unter Druck. Dies veranlasste den CEO der 2017 gegründeten Revier Hospitality Group, Daniel Renggli (er war u.a. Managing Partner bei der auf Tourismusberatung spezialisierten Agentur „Kohl & Partner“), auf ein neues Hotelmodell zu setzen, auch in Österreich. Hierzulande betreibt die Gruppe – neben sechs Hotels in der Schweiz – mit der im Sommer 2022 eröffneten 3-Sterne Mountain Lodge Montafon in St. Gallenkirch (107 Zimmer) sowie dem 2004 übernommenen Hotel Active by Leitner’s in Kaprun und Ende 2025 nach Umbau als Revier Boutique Hotel Kaprun (91 Zimmer) in Betrieb gegangenen Haus zwei Standorte. Sterne gibt es keine: „Die sind für die Füchse“, meint der Zahlenfuchs und Touristik-Profi.
Bei der Revier Hospitality Group – einer Managementgesellschaft der beiden Marken PRIVÀ (eine Anlage) und Revier (sieben Häuser) – handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der in St. Gallen beheimateten, auf Immobilien spezialisierten „Fortimo Group“, die im Besitz der Brüder Philipp und Remo Bienz steht. Der Einstieg in das Hospitality-Geschäft der beiden erfolgte, um zu diversifizieren und nicht nur vom Wohnungsmarkt abhängig zu sein.
Die Revier Hospitality Group (www.revier.group) setzt auf Expansion, denn es sind aktuell weitere fünf Häuser in Planung, darunter ein Projekt in Kirchberg bei Kitzbühel. Das geplante Investitionsvolumen für die genannte Expansion liegt bei ca. 320 Mio. Euro. Daniel Renggli: „Wenn alle laufenden Projekte fertiggestellt sind, haben wir über 5.000 Betten im Portfolio.“ Derzeit sind es mehr als 2.000.
Aus Dubai, wo Revier seit 2021 mit einem 230-Zimmer Revier-Hotel in der Business Bay vertreten war, hat sich die Gruppe allerdings im Herbst 2025 zurückgezogen und das Haus an die spanische Barceló Hotel Group verkauft.
„Wir haben vielleicht ein Drittel des Personals von klassischen Hotelbetrieben“, betont Daniel Renggli, der mit seinem Revier-Konzept einiges auf den Kopf gestellt hat, was man aus der konventionellen Ferienhotellerie in den Bergen zu kennen glaubt. So heißen die Angestellten bei der Revier Hospitality Group „Gang-Member“, Rezeption gibt es keine (Gäste checken per Smartphone oder am Check-In-Terminal ein) und statt einem starren Muster zu entsprechen, stellen Daniel Renggli und sein Team „lieber jene Infrastruktur zur Verfügung, die Gäste heute wünschen und erwarten“. Dazu gehört u.a. ein schnelles WLAN. „Das ist den Gästen wichtiger als ein Bürostuhl neben dem Bett“, sagt Daniel Renggli.
Wobei ihm bewusst ist, dass der Gast nicht wegen des Hotels kommt, sondern wegen der Aktivitäten vor Ort, „wie Biken, Skifahren, Wandern, Klettern und anderer Dinge. Dieser aktive Gast sucht sich ein Hotel, das zu seinem Lebensstil passt. Er will immer gutes Essen, aber er will auch unterhalten werden.“
Letztendlich will Daniel Renggli damit flexibel auf die Nachfragevolatilität in Bergregionen reagieren, wo meist nur wenige Wochen über den wirtschaftlichen Erfolg entscheiden. „In den Bergen müssen wir unser Geld in rund 60 Tagen verdienen.“
Dem stehen in Bergregionen lange Entwicklungszyklen, regulatorische Auflagen und begrenzte Flächen gegenüber, die „deutlich anspruchsvoller als in urbanen Märkten sind. Wenn wir heute ein Hotel entwickeln, sprechen wir schnell von fünf bis acht Jahren“, sagt Daniel Renggli.
Ab wann bei der Revier Hospitality Group ein Hotel rentabel sein muss, hänge „am Ende stark von Faktoren wie Standort und Umfeld ab.“ Daniel Renggli: „Unser Revier Lenzerheide (Anm.d.Red.: das Haus mit 96 Zimmer und Seesicht wurde im Dezember 2017 wurde als erstes „New Generation Hotel“ der Alpen eröffnet) ist seit dem zweiten Betriebsjahr rentabel.“
Erstellt am: 27. März 2026
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