Print-Ausgabe 13. März 2026

„Wir haben aus jeder Therme eine Destination gemacht“, weiß Klaus Hofmann zu berichten
Es besteht für die VAMED Vitality World in der Kombination aus hochwertigen Hotels und Premium-Thermen – der neue Eigentümer PORR weiß dies zu schätzen
Die VAMED Vitality World, Österreichs größter Thermenanbieter (Marktanteil laut aktuellem Branchenradar des Beraternetzwerks Kreutzer Fischer & Partner ca. 25 %, deutlich vor der Nummer 2 mit rund 12 %) und Großhotelier (rund 2.200 Betten), steuert nach turbulenten zwei Jahren wieder in ruhigere Gewässer: „Wir übersiedeln im April in die PORR-Zentrale in der Wiener Absberggasse“, erzählte Klaus Hofmann, Geschäftsführer der sechs Resorts zählenden VAMED Vitality World, im Gespräch mit T.A.I. Nunmehr 100 % Tochter des Baukonzerns, bleibt die VAMED Vitality World eine eigenständige Einheit. „Für uns ist diese Entwicklung ein großer Gewinn“, betont Klaus Hofmann.
Wobei die VAMED Vitality World ein weiteres Wachstum nicht ausschließt. „Realistisch ab 2027, wenn es wirtschaftlich und strategisch Sinn macht“, sagt Klaus Hofmann, der sich diesbezüglich auf den DACH-Raum (Deutschland, Österreich und die Schweiz) fokussiert. „Wir geben uns aber keinen Druck.“
Kurz zur rechtlichen Erläuterung: Die PORR – der Baukonzern ist auch im Gesundheitssektor aktiv, als Bau-, Planungs- und Projektbetreiber in der Gesundheitsinfrastruktur – hat zu 100 % die VAMED Standortentwicklung und Engineering GmbH übernommen, zu der auch die VAMED Vitality World Betriebsführungsverträge für sechs Thermen-Resorts in Österreich gehören. Die Resorts werden zu 100 % von der VAMED Vitality World gemanagt; an fünf von sechs Thermen bzw. Hotels ist die VAMED Standortentwicklung und Engineering auch in unterschiedlicher Höhe beteiligt.

Spa 3000, Aqua Dome - Tirol Therme Längenfeld
„Wir haben als VAMED Vitality World ein Alleinstellungsmerkmal, das besteht in der Kombination aus hochwertigen Hotels der 4-Sterne plus Kategorien und Premium-Thermen. Das macht uns in jeder Hinsicht einzigartig“, betont Klaus Hofmann, der sich bei seinen Aktivitäten auf ein erfahrenes Management-Team verlassen kann: auf Susanne Nitsch (Head of Marketing & Sales), Thomas Hattenberger (er ist COO VAMED Vitality World) und Personalmanagerin Johanna Katzlberger.
Bei den sechs Resorts der VAMED Vitality World handelt es sich um die Standorte Aqua Dome Therme Längenfeld (Tirol), SPA Resort Therme Geinberg (OÖ), St. Martins Therme & Lodge (Burgenland), Tauern Spa Zell am See – Kaprun (Salzburg), Therme Laa Hotel & Spa (NÖ) sowie Therme Wien (kein Hotel, nur Therme). Die Zahlen aller Resorts sind überaus beeindruckend: 960 Zimmer, 2.750 m² Seminarfläche, 7.500 Liegen und 21.500 m² Wasserfläche, dazu ein gemanagter Umsatz in 2025 von 205 Mio. Euro (+4,5 %, trotz diverser Bautätigkeiten) und 2,5 Mio. Thermeneintritte. Letztere stagnierten, aber aus gutem Grund: „Qualität geht vor Quantität“, sagt Klaus Hofmann, der auch Vizepräsident der ÖHV (Österreichische Hotelvereinigung) und für diese Landesvorsitzender im Burgenland ist.
Die Bilanz vom WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) wies für 2023 eine Wertschöpfung in Höhe von 326,2 Mio. Euro aus. Die ermittelte Wertschöpfung umfasst einerseits die unmittelbare Wirtschaftsleistung, die direkt durch die Betriebe der VAMED Vitality World entsteht (z.B. durch den Einkauf bei Lieferanten und Dienstleistern, durch die direkten Beschäftigten sowie durch die damit verbundenen Steuern und Abgaben), andererseits die Folgeeffekte entlang der Liefer- und Dienstleistungsketten. Laut WIFO sichert dies österreichweit insgesamt rund 4.500 Arbeitsplätze, die VAMED Vitality World selbst hat aktuell rund 1.700 Mitarbeiter:innen.

See Sauna Therme, St. Martins Therme & Lodge
Für Klaus Hofmann steht eines fest: „Das ist eine Botschaft, die in der Vergangenheit zu kurz gekommen ist: Thermen sind eine touristische Schlüsselinfrastruktur, wie Lifte, Radwege oder Kulturbetriebe.“ Und: „Thermen sind zentrales Freizeit- und Gesundheitsangebot für die Menschen in der Region. Deshalb wurden sie auch von Gemeinden und Ländern herbeigesehnt.“
Damit ist Klaus Hofmann auch bei der Erfolgsgeschichte der VAMED Vitality World angekommen: „Wir haben aus jeder Therme eine Destination gemacht. Wir sind einzigartig und an jeden Standort angepasst. Deshalb stehen auch überall die Marken der Resorts im Vordergrund.“ Was so viel bedeutet, dass VAMED Vitality World nur als Kompetenzmarke dient, wie zum Beispiel bei der Vermarktung des VAMED VitalityClub (die dazugehörende App erhielt vor zwei Jahren den Österreichischen Staatspreis für Marketing) oder beim Bewerben und Vertrieb der Geschenkkarten.
Wie geht es, – abgesehen von dem Plan, wieder in eine Phase des Wachstums überzugehen –, weiter? Hofmann: „Im ersten Quartal 2026 verzeichnen wir sehr stabile Zahlen. Wir sind sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung.“ Die PORR hat den Markennamen VAMED Vitality World und „der bleibt vorerst“. Für 2026 ist lediglich ein optisches Rebranding vorgesehen. Auch den Schwerpunkt seiner Tätigkeit nach erfolgter Transformation der VAMED Vitality World zur PORR hat Klaus Hofmann bereits festgelegt: „Den Gesundheitsschwerpunkt im Angebot weiter ausbauen und möglichst viele junge Mitarbeiter:innen aus den eigenen Reihen in Top-Positionen zu bringen.“
© Fotos: Aqua Dome - Tirol Therme Längenfeld, St. Martins Therme und Lodge / Peter Rigaud
Erstellt am: 13. März 2026
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