Alpine Destination Report 2026

Blick über den Tellerrand hinaus! Erstmals Vergleich mit der Schweiz

Print-Ausgabe 14. November 2025

Thomas Reisenzahn (l.), Florian Kirchner (Mitte) und Marco Riederer (r.) stellten den Alpine Destination Report 2026 vor

Die zweite Auflage des „Alpine Destination Report“ der Prodinger Tourismusberatung wurde in wesentlichen Punkten ausgeweitet – T.A.I. zeigt die jeweiligen Top 3

Zum zweiten Mal erstellte die Prodinger Tourismusberatung ihren „Alpine Destination Report“, diesmal nach der Premiere im Vorjahr für 2026. Untersucht wurden dabei die 25 größten Wintersport-Destinationen Österreichs (im Report 2025 waren es 21), wobei dies nicht die einzige Neuerung war. Denn erstmals wurden die österreichischen Destinationen in 9 Punkten mit acht Wintersportregionen der Schweiz verglichen. Unmittelbar vor der Publikation des „Alpine Destination Report 2026“ baten der geschäftsführende Gesellschafter der Prodinger Tourismusberatung Thomas Reisenzahn, Co-Geschäftsführer und Leiter der Bereiche Revenue Management und e-Commerce Marco Riederer und Senior Consultant Florian Kirchner, der sich auf die Erstellung von Machbarkeitsstudien und Ergebnisprognosen für die alpine Ferienhotellerie konzentriert, die T.A.I. zum Gespräch.

Neu unter den österreichischen Regionen im „Alpine Destination Report 2026“ sind die Erste Ferien­region im Zillertal, das Montafon, der Hochkönig und die Tiroler Zugspitzarena. Zunächst zu den allgemeinen Facts des Reports: Es wurden Destinationen für die Untersuchung herangezogen. Diese deckten sich in Tirol sowie der Steiermark mit den TVBs (Tourismusverbänden). Anders verhält es sich in Salzburg und in Vorarlberg. So besteht das Gasteinertal aus den drei TVBs Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein, es wurde in dem Report aber als eine Destination gewertet. Eine Ausnahme stellt auch die Zusammenfassung von Lech-Zürs und Warth-Schröcken zu einer Destination dar.

Erfasst werden für den „Alpine Destination Report 2026“ drei Kategorien („Angebot & Nachfrage“, „Preisniveau“ und „Attraktivität“), die unterschiedlich gewichtet (die erste und dritte Kategorie fließen zu je 30 % in das Gesamtranking ein, das Preisniveau zu 40 %) und für deren Erstellung jeweils mehrere Punkte (sie sind ebenfalls gewichtet) herangezogen werden.

„Angebot & Nachfrage“

Bei „Angebot & Nachfrage“ sind dies zu je 20 % die Nächtigungen, die Auslastung, die Gegenüberstellung der beiden, die Ausprägung der Saisonalität sowie – neu – die Abhängigkeit einer Destination von den drei wichtigsten Herkunftsländern (Top 3). Gewinner dieser Kategorie ist die Destination Schladming-Dachstein. Sie überzeugte bei den ersten vier Punkten, fiel aber bei den Top-3-Herkunftsländern deutlich ab. Auf Platz 2 im „Alpine Destination Report 2026“ landet Zell am See-Kaprun, das bei den Punkten Top-3-Herkunftsländern und Saisonalität jeweils den 1. Rang einnahm, bei den Übernachtungen Dritter wurde, aber bei der 10-Jahresentwicklung der Übernachtungen vs. Betten sowie der Auslastung abfiel. Dritter wurde die Destination Seefeld, die zwar keine Subkategorie gewann, aber überall im vorderen Feld landete, mit Ausnahme der Übernachtungen.

„Preisniveau“

Hier ging es vor allem darum, die wirtschaftliche Stärke einer Destination zu zeigen. Neben dem Umsatz pro Bett wurden deshalb auch die Übernachtungspreise der bevorstehenden Saison abgefragt (jeweils für einen bestimmten Stichtag) und von Card Complete die Kreditkartentransaktionen des Vorjahres zur Verfügung gestellt. „Bei den Zahlen haben wir stets die letzten verfügbaren Daten herangezogen“, betont Thomas Reisenzahn.

Interessant sind die Tagespreise für die Ski-Pässe. „Sie geben einen direkten Einblick in die Kostenstruktur der Hauptattraktion der Destinationen“, so Kirchner. „Da die Skitarife eine zentrale Ausgabeposition darstellen, sind sie ein wichtiger Indikator für das allgemeine Preisniveau und die Wettbewerbsfähigkeit der Destination.“ Abgefragt wurden die gültigen Erwachsenentarife in der Hauptsaison. Die Abfrage erfolgte in der 42. Kalenderwoche, für den Hauptsaison-Tag 26.12. bzw. den 6-Tagespass ab diesem Zeitpunkt. Interessant ist, dass in der Kategorie „Preisniveau“ außer dem Ötztal durch die Bank andere Destinationen die vorderen Ränge belegen, als dies bei der Kategorie „Angebot und Nachfrage“ der Fall ist.

„Attraktivität“

Hier ging es den Initiatoren des „Alpine Destination Report 2026“ darum, die Gesamtattraktivität einer Region herauszuarbeiten. Beginnend von der Höhenlage über die Länge der Pistenkilometer und die Onlinebewertungen reicht diese Kategorie bis hin zu den Öffnungs­tagen und der Tourismusintensität – also dem Verhältnis zwischen der Bevölkerung und den Nächtigungen.

Das Gesamtranking

Die Ergebnisse der drei Kategorien flossen dann in das Gesamtranking des „Alpine Destination Report 2026“ ein. Sieger ist wie im Vorjahr das Ötztal und auch der zweite Platz ging an dieselbe Destination wie vor einem Jahr: an Serfaus-Fiss-Ladis. Dahinter konnte sich der Kitzbühel Tourismus um einen Rang auf Platz 3 verbessern. Stark verbessert hat sich die Destination Paznaun-Ischgl, die beim ersten „Alpine Destination Report“ vor einem Jahr nicht über Rang 10 hinauskam und nun auf Platz 5 landet. Verschlechtert hat sich hingegen die Region Lech-Zürs/Warth-Schröcken, die heuer nur auf Rang 6 landet (Vorjahr Platz 3).

Die größte Verbesserung gelang indes der Destination Seefeld, die nach Platz 18 vor einem Jahr heuer Rang 9 einnimmt. Komplett neu gelang der Ersten Ferienregion im Zillertal die Platzierung auf Rang 10.

Vergleich mit den Destinationen der Schweiz

Erstmals wurden im „Alpine Destination Report 2026“ die 25 österreichischen Regionen mit acht der Schweiz verglichen. Möglich wurde dies durch die Kooperation der Prodinger Tourismusberatung mit der SGH (Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit). „Es geht um den Blick über den Tellerrand hinaus“, so Reisenzahn und Riederer. Zwar konnten mangels entsprechender Daten nicht alle Punkte verglichen werden (in der Schweiz liegen z. B. keine Kreditkartenumsätze vor), doch in 9 von 16 Bereichen war ein Vergleich möglich. Herangezogen wurden die Destinationen Arosa, Davos (beide Kanton Graubünden), Engelberg in der Zentralschweiz, Grindelwald (Berner Alpen und Tor zur Jungfrauregion), Saanen/Gstaad (Berner Oberland), Scuol, St. Moritz (beide Kanton Graubünden) und Zermatt (Kanton Wallis).

Der „Alpine Destination Report 2026“ wurde also gegenüber der Erstausgabe in wesentlichen Punkten ausgeweitet. Er richtet sich an touristische Entscheidungsträger:innen und bietet präzise Einblicke in die Entwicklungsmöglichkeiten alpiner Destinationen. Thomas Reisenzahn: „Der Report bietet eine solide Grundlage, um nachhaltige Wachstumsstrategien zu entwickeln und die Zukunft des alpinen Tourismus aktiv zu gestalten.“ Er steht unter https://tourismusberatung.prodinger.at zum Download bereit.

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