Interview Marta Alves

Wien bleibt Auslastungskaiser.
Erfolgsstory trotz Stopover-Scheu

Print-Ausgabe 6. Oktober 2017

Seit 15 Jahren ist Marta Alves für TAP Air Portugal tätig (damals noch TAP Portugal). Vor kurzem übernahm sie die neu geschaffene Position als Area Sales Managerin für die DACH-Region. Im Interview mit T.A.I. beleuchtet Marta Alves aktuelle Ziele sowie Herausforderungen für den deutschsprachigen Markt und  betont die besondere Erfolgsgeschichte der Verbindung Wien - Lissabon.

T.A.I.: Sie sind vor kurzem zur Area Sales Managerin für den deutschsprachigen Markt ernannt worden. Welche Ziele haben Sie sich für diese neue Position gesetzt?

Marta Alves: „Am wichtigsten ist sicherlich der guten Entwicklung der drei Märkte Kontinuität zu geben und sie weiter voran zu treiben. Die Wahrnehmung der Marke TAP Air Portugal muss dabei noch mehr verbessert werden und der bestmögliche Service an unseren Kunden steht natürlich auch im Fokus.“

T.A.I.: Durch welche Besonderheiten zeichnet sich der deutschsprachige Markt aus?

Alves: „Im Gegensatz zu den Märkten, die ich bislang kennengelernt habe, liegt die große Herausforderung in den DACH-Märkten in der großen geographischen Aufsplitterung. Es gibt keine Konzentration auf nur zwei oder drei große Flughäfen, die Abdeckung muss vielmehr auf eine ganze Reihe von Abflughäfen erfolgen.“

T.A.I.: Wie zufrieden sind Sie mit den aktuellen Buchungs-
zahlen aus Österreich? Wie hat sich die Wien-Verbindung im letzten Jahr entwickelt?

Alves: „Die Verbindung zwischen Wien und Lissabon war von Beginn an eine Erfolgsgeschichte. Jede Erhöhung der Kapazitäten, die wir in den Markt gestellt haben, wurde umgehend angenommen. Die Strecke Wien - Lissabon hat die höchste Auslastung aller unserer Flüge zwischen Lissabon und der DACH-Region.“

T.A.I.: Vor kurzem wurde das Stopover-Programm (Anm.: TAP Gäste haben dabei die Möglichkeit, ihre Reise für ein bis fünf Tage zu unterbrechen, um Portugal näher kennenzulernen) ausgebaut. Wie stark wurde dies am österreichischen Markt genützt?

Alves: „Das Stopover-Programm ist in der Tat ein sehr innovatives Angebot an unsere Kunden. Es wird insgesamt sehr gut angenommen, insbesondere aus den Quellmärkten Nordamerika und Brasilien. Bei unseren Kunden aus Österreich sehen wir eher eine Zurückhaltung. Die Passagiere, die in Lissabon umsteigen, wollen wohl eher direkt ihr endgültiges Ziel erreichen und nicht unterwegs noch stoppen.“

T.A.I.: In welchem Verhältnisstehen der Point to Point- und Transfer-Verkehr?

Alves: „Wenn wir rein die Passagiere aus Österreich betrachten, liegt das Verhältnis zwischen Point to Point- und Transferverkehr bei etwa 75 Prozent zu 25 Prozent.“

T.A.I.: Welche Auswirkungen hat das Programm als Verkaufsargument für das Langstrecken-
Angebot?

Alves: „Allgemein ist das Stop-over-Programm ein sehr starkes Verkaufsargument. Mehr als 50.000 Passagiere haben es schon genutzt, das spricht für sich. Die Akzeptanz in den verschiedenen Quellmärkten ist, wie gesagt, unterschiedlich. Übrigens gilt dieses Stopover-Programm nicht nur für Passagiere auf den Langstrecken, sondern auch für diejenigen, die über Lissabon nach Faro oder zu den portugiesischen Inseln Madeira und Azoren weiterreisen.“

T.A.I.: Durch das Ende von Air Berlin kommt es zu einer neuer-
lichen Konsolidierung am europäischen Flugmarkt. Welche Auswirkungen erwarten Sie für TAP Air Portugal dadurch?

Alves: „Die Insolvenz der Air Berlin ist ohne Zweifel ein ‚mittleres Beben‘, insbesondere im Flugmarkt der deutschsprachigen Länder. Zunächst muss allerdings noch klarer werden, wie und in welchem Umfang die betroffenen Strecken in Zukunft bedient werden. Erst dann können wir die Auswirkungen für unser Unternehmen klarer erkennen und gegebenenfalls darauf reagieren.“ 

Marta Alves im Kurzportrait

Die Besetzung der neuen Position in Frankfurt hat TAP Air  Portugal in treue Hände gelegt. Die heutige Area Sales Managerin für Deutschland, Österreich und die Schweiz begann ihre Laufbahn bei Portugals führender Airline nach ihrem Wirtschaftsstudium im Jahr 2001. Von Lissabon aus betreute Marta Alves in der Abteilung Revenue Management den Ausbau der Verbindungen nach Brüssel, Luxemburg, Paris und Mailand, später auch nach Venezuela und Brasilien. Von 2012 bis 2014 war Alves als Sales Managerin in den Niederlanden eingesetzt. 2014 schließlich wechselte sie als Country Managerin in die Schweiz. Im Juli 2017 erfolgte schließlich der Umzug nach Frankfurt, wo sie als Area Sales Managerin direkt an den bisherigen General Manager Carlos Lourenço berichtet. Dieser ist an den Unternehmenssitz nach Lissabon zurückgekehrt und nimmt dort die erweiterte Verantwortung als Director Northern Europe und Corporate Sales wahr.

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Erstellt am: 06. Oktober 2017

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