Ticketrückerstattung

Geld retour binnen 7 Tagen!
Ticketrefund hilft gegenüber Airlines

Print-Ausgabe 24. April 2020

„Unser Ziel ist es, das Geld innerhalb von 7 Tagen zurück zu bekommen“, so FairPlane-Chef Andreas Sernetz

Airlines missbrauchen Passagiere derzeit als Banken und finanzieren so ihre Liquiditäts­lücken – damit ist es dank Fairplane-Gründer Andreas Sernetz jetzt vorbei

Covid-19 hat die ganze Welt in einen Lockdown versetzt. Ein weiteres Virus grassiert allerdings schon seit Jahren in der Airline-Branche – jenes nämlich, Kundengelder schon Monate vor dem Abflug einzukassieren und sie als „frei verfügbare Mittel“ zu behandeln, ohne dafür – mit dem Sanctus der Politik – eine Insolvenzabsicherung leisten zu müssen.  

Jetzt stößt Virus auf Virus: Die Menschen fürchten sich vor Covid-19, die Airlines vor der EU-Verordnung 261/2004, die sie – mitten in ihrer größten Krise – zur Rückzahlung der vereinnahmten Kundengelder für den Fall eines stornierten Fluges verpflichtet.

Unterschiede zwischen Theorie und Praxis 

Nahezu 98 Prozent aller Flüge sind laut AndreasSernetz, Chef und Gründer des Fluggastrechte-­Portals FairPlane, seit 15. März 2020 gestrichen worden. Damit sind die Fluggesellschaften verpflichtet, so der Passagier keinen Gutschein akzeptiert, die von ihren KundInnen vereinnahmten Gelder aufgrund der EU-­Verordnung binnen 7 Tagen zurückzuzahlen. Sernetz: „Zweimal, am 3. April und am 11. April 2020, hat die EU-­Kommission jetzt betont, dass sie diese Verordnung nicht ändern wird.“ 

In der Praxis sieht die Sache allerdings anders aus, denn die Airlines halten sich nicht an das EU-Recht: 

Bei direkt getätigten Ticket­buchungen werden KundInnen meist mit SMS bzw. E-Mails abgespeist, die zwar „Ticketrückerstattung“ im Betreff führen, aber diese als einzige Option nur in Form eines Gutscheines zulassen. 

Bei über Reisebüros oder Online­vermittler gebuchten Tickets haben die Airlines der Rückerstattung den Riegel dadurch vorgeschoben, als die Refund-­Option in den Buchungs­systemen deaktiviert wurde. Die Refund-Option ist damit derzeit nur manuell möglich, was einen extrem mühsamen Prozess erfordert und bei der gegenwärtigen Flut an Stornierungen absolut nicht machbar ist. 

„Passagiere werden als Banken missbraucht“

Für den Vertrieb ist die Weigerung der Airlines zur Rückzahlung besonders hart: Er ist verpflichtet, seine KundInnen nach Möglichkeit schadlos zu halten, erhält aber von den Airlines die Gelder für die stornierten Flüge nicht zurückerstattet. Die Summen, um die es dabei geht, sind enorm. „Wir rechnen alleine von den österreichischen Airlines mit rund 100 bis 120 Millionen Euro Schulden bei den Passagieren aus den letzten 30 Tagen“, so Andreas Sernetz. Sein Vorwurf: „Passagiere werden von Fluggesellschaften zur Zeit als Banken missbraucht und müssen die Liquiditätslücke der Airlines finanzieren.“

In Summe werden von Andreas Sernetz die von den Fluggesellschaften vereinnahmten Kundengelder in Deutschland auf rund 3 Mrd. Euro geschätzt. In Österreich sollen es alleine bei Austrian Airlines 300 Millionen Euro sein. Wieviel davon aufgrund stornierter Flüge tatsächlich zurückgezahlt werden muss, steht noch nicht fest.  

Aktuell wurde von der Lufthansa Group der Not­flugplan bis zum 17. Mai verlängert, bei Air France-­KLM bis Ende Mai und auch bei der IAG (International Airlines Group) wird bis Ende Mai das geplante Angebot um 90 Prozent zurückgefahren. Die meisten Flüge fallen dadurch aus. Neubuchungen gibt es kaum. 

Ticketrefund als Retter in der Not 

Bisher waren Reisebüros und Online-Plattformen sowie deren KundIn­nen die Hände gebunden. Jetzt erhalten sie ein wirksames Instrument: „Wir haben unter ticketrefund.de eine neue Website gestartet“, so Andreas Sernetz. Ticketrefund hilft dabei, „ohne Kostenrisiko das Geld von Airlines für stornierte Flüge binnen 7 Tagen ohne Abzug zurück zu erhalten“. 

Sollte sich die Airline zieren und FairPlane/Ticketrefund den Druck erhöhen müssen, beläuft sich die Kommission auf 14 Prozent (Rückzahlung innerhalb von 8 bis 14 Tagen). Ist das Geld dann noch immer nicht zurückbezahlt und sind Vergleichsverhandlungen bzw. Gerichtsprozesse notwendig, erhöht sich die Provision auf 28 Prozent, „jeweils inklusive Mehrwertsteuer“, so Sernetz.

„Wir sind traditionell der ‚bad boy‘ der Touristik“, schmunzelt der FairPlane- bzw. Ticketrefund-Chef. Das könnte sich jetzt ändern. Auch wenn in der kommenden Woche mit ticketrefund.de/pauschalreise ein Tool gestartet wird, das auf die Gutscheinthematik in diesem Bereich abzielt. Hier ist aber das EU-Recht deutlich schwächer als bei den Airlines: Anders als die Fluggastverordnung, die auch für das nationale Recht zwingend ist, kann die Pauschalreiserichtlinie durch nationale Auslegung auf unter­schiedliche Arten umgesetzt werden. 

Auf der Suche nach einer Gutschein­lösung 

Frankreich, die BeNeLux-­Länder, Spanien und Italien haben bezüglich der Gutscheinproblematik rund um die Corona-Krise bereits individuelle Lösungen getroffen. Deutschland wartet auf EU-­Zustimmung (die bislang ausblieb). Österreich wurde noch nicht aktiv, würde sich aber laut Andreas Sernetz die Finger nicht verbrennen: „Die EU müsste klagen, ermahnen, ein Verfahren einleiten oder zur Richtigstellung auffordern. Aber in Wirklichkeit ist sie da zahnlos. Das muss man schon ehrlich sagen.“  

FairPlane in Stichworten

FairPlane wurde im Jahr 2011 gegründet, um Passagieren bei Wahrung ihrer Rechte bei Flugverspätung, Annullierung oder Überbuchung zu helfen. Bislang wurden über 620.000 KundInnen erfolgreich bei der Einbringung der ihnen aufgrund der EU-Fluggastverordnung zustehenden Entschädigungen unterstützt.

Necla Karabas
05. 5. 2020
Iberia Flugstorno wegen COVID
Guten Tag,
ich habe Buchungen welche ich online über die Homepage Iberia gebucht habe, allerdings eine Rückerstattung nicht funktioniert. Immer wieder bekomme ich Email zu meiner Anfrage, dass ich Gutscheine beantragen kann, welches ich allerdings nicht möchte

Ich bitte um Rückmeldung inwiefern Sie mich hier unterstützen und unter welchen Voraussetzungen dies erfolgt.
MFG
Necla Karabas - Imperial Reisebüro Linz/Wels
Iyad hammad
13. 6. 2020
Ticket zurückerstattet
Guten Tag
Ich habe Buchungen welche ich online über die Homepage opodo gebucht habe, allerdings wurde mir am telefon gesagt das ich 400€ rückerstattet bekommen werde statt 952,45 €.

Buchungsnummer: 4792093136

Ich bitte um Rückmeldung
tel.Nr: 0699 10812185

Mit freundlichen hammad Iyad

Kommentar schreiben

Bitte die Netiquette einhalten. * Pflichtfelder

Nach oben