Flugincoming Österreich

6,1 Millionen Incoming-Gäste, 3,7 Mrd. Euro an Wertschöpfung

Print-Ausgabe 18. November 2016

Die Bedeutung des Luftverkehrs für Österreichs Incoming-Tourismus wurde bisher massiv unterschätzt – eine Studie liefert beeindruckende Zahlen

Österreichs Tourismus ist weit stärker von der Luftfahrt abhängig, als dies bislang bewusst war. Das geht aus der am Dienstag dieser Woche veröffentlichten Studie des Österreichischen Luftfahrtverbandes hervor. Demnach reisen 22,5 Prozent aller Gäste aus dem Ausland mit dem Flugzeug an – das Zweieinhalbfache von dem bisher angenommenen Wert. Konkret reisten im Vorjahr 6,1 Millionen der 26,7 Millionen Gäste aus dem Ausland über einen der sechs österreichischen Flughäfen (Wien und die fünf Bundesländer-Airports) nach Österreich ein. Elf Airlines dominieren dabei das Geschehen.

Nicht berücksichtig dabei sind jene Gäste, die einen grenznahen Flughafen (München, Zürich, Friedrichshafen, Bratislava, Ljubljana sowie Altenrhein) benützt haben. Ebenso sind in diesen 6,1 Millionen ankommenden Fluggästen auch jene enthalten, die nur im Tagesrand an- und wieder abreisten, ohne Übernachtung in Österreich. Laut Mario Rehulka, Präsident des Österreichischen Luftfahrtverbands und Autor der Studie, beträgt deren Anteil ca. 5 Prozent. Beides – also Österreich-Gäste, die über grenznahe Flughäfen einreisen, und Tagesrandpassagiere – dürften sich in etwa die Waage halten.

Konkret wurden im Vorjahr von Österreichs Flughäfen 27,305 Millionen Passagiere (an- und abfliegend) abgewickelt. 6,3 Millionen davon waren Transferpassagiere. Der verbleibende Rest (10,5 Millionen) ist zu halbieren, womit nur noch die ankommenden Passagiere verbleiben. Abzüglich der Passagiere mit Wohnort Österreich ergeben sich 6,069 Millionen Incoming-Gäste (Urlaubs- und Geschäftsreisende).

Die meisten davon (4,9 Millionen) reisen – wenig überraschend – über den Vienna International Airport an. Dahinter folgen der Salzburg Airport mit 452.335 Incoming-Passagieren und der Flughafen Innsbruck (343.000). Graz kommt auf 188.077 Österreich-Gäste, die mit dem Flugzeug anreisen, Linz auf 87.068 und sogar der Flughafen Klagenfurt bringt es auf 69.894.

Von den Fluglinien ist Austrian Airlines der mit Abstand wichtigste Faktor: Das Unternehmen bringt mit 2,083 Millionen mehr als ein Drittel aller Incoming-Gäste nach Österreich. Airberlin folgt mit 564.634 Incoming-Passagieren, vor Lufthansa (510.114) und NIKI (493.285).

Die Lufthansa-Billigtochter Eurowings schlägt mit 243.073 Incoming-Gästen zu Buche, mit easyJet reisen bereits 243.516 Österreich-Gäste an. British Airways (169.564), Turkish Airlines (113.028) und die Low Cost Airline aus dem Hause Air France/KLM, Transavia, steuert mit 109.448 ebenfalls ein sechsstelliges Volumen bei. Emirates auf Platz 10 mit 74-742 Incoming-Passagieren und Swiss mit 70.675 sind ebenfalls noch bedeutende Gäste-Bringer. Der Rest verteilt sich auf 65 weitere Fluglinien.

Hochgerechnet haben die 6,1 Millionen Incoming-Fluggäste Österreichs Tourismus insgesamt 17,4 Millionen Nächtigungen gebracht (das entspricht einem knappen Fünftel bzw. 17,6 Prozent aller Ausländer-Übernachtungen) sowie 3,7 Mrd. Euro bzw. ein gutes Fünftel bis ein knappes Viertel der durch Gäste aus dem Ausland erfolgten Tourismuseinnahmen.

Aus all diesen Zahlen ergibt sich auch die Bedeutung der österreichischen Flughäfen für das Österreich-Incoming (gemessen an der touristischen Wertschöpfung). Im Falle von Benjamin Klagenfurt sind es bereits 43,2 Mio. Euro, Linz kommt auf 53,8 Millionen. In Graz sind es bereits 115 Mio. Euro, Innsbruck hält bei 200 Millionen, Salzburg nähert sich mit 469,6 Mio. Euro der halben Milliarde. Der Flughafen Wien kommt auf 2,788 Mrd. Euro.

Mario Rehulka: „Wir sehen, wie wichtig die Luftfahrt für den Tourismus in Österreich ist, welches Ausmaß an Nächtigungen und Werten für unsere Beherbergungsbetriebe, die Gastronomie und Freizeitwirtschaft durch die Flugpassagiere erbracht werden.“ Es ist weit mehr, als bisher vermutet wurde (siehe auch Kommentar „Standpunkt“). 

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Erstellt am: 18. November 2016

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