Interview Werner Marschall

„Wir lassen uns treiben“-Devise bei USA-Reisen funktioniert nicht mehr

Print-Ausgabe 30. November 2018

Urlaubsaufenthalte ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ müssen heutzutage ausreichend lange im Voraus geplant werden – das hat seine Gründe

Mehr der US-Dollar, weniger US-Präsident Donald Trump, sorgt heuer für einen leichten Rückgang der USA-Reisen aus Österreich. Von Jänner bis Mai 2018 wurden von „Uncle Sam“ exakt 79.894 Einreisen von Österreicher­Innen gezählt, ein Minus von 1,1 Prozent. In den Sommermonaten dürfte sich, so die großen USA-Reiseveranstalter, kaum etwas an diesem Trend geändert haben. Doch das Interesse an den Vereinigten Staaten ist ungeachtet dessen weiterhin hoch. Wichtig ist vor allem eine langfristige Planung im Voraus, wie Werner Marschall, Präsident des Visit USA Committee Austria (VUSA) und USA-Experte bei Ruefa Reisen, im T.A.I.-Interview betonte.

T.A.I.: Die Vielfalt der Möglichkeiten in den USA ist einzigartig. Welche Regionen und Städte stehen bei den Österreicher­Innen besonders hoch im Kurs?

Marschall: „New York ist ein Dauerbrenner, ebenso wie Florida und der klassische Südwesten mit den Nationalparks. Doch es gibt auch viele aufstrebende Destinationen, wie die Südstaaten, der Nordwesten, Neuengland und so manches neue Reiseziel, das aktuell noch nicht im Fokus der Touristenströme ist. Letzteres wird speziell bei Gästen nachgefragt, die schon mehrmals in den USA waren und bereits viel gesehen haben.“

T.A.I.: Welche Unterstützung erhalten interessierte Urlauber vom Visit USA Committee?

Marschall: „Wir bieten eine Vielzahl von Informationen auf unserer Homepage www.visit-usa.at, die ständig aktualisiert wird. Wir stellen auch Prospekte von vielen populären Reisezielen und den USA-Reiseplaner zur Verfügung.“

T.A.I.: Was sind die bevorzugten Urlaubsarten der Österreicher­Innen, um die USA zu besuchen?

Marschall:  „Das ist sehr unterschiedlich. Generell bevorzugen die meisten USA-Reisenden aber die Mietwagenvarianten; ebenso Rundreisen mit ihren vielen Möglichkeiten und Interessen. Golf beschränkt sich meist auf bestimmte Gebiete, wie Florida und South Carolina.“

T.A.I.: Wie lange im Voraus werden USA-Reisen hierzulande geplant und gebucht?

Marschall:  „Die Planung beginnt oft schon ein bis zwei Jahre vor der Reise. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass Frühbucher oft von günstigen Flügen und einer noch guten Verfügbarkeit von Hotels profitieren, die – besonders wenn sie in der Nähe eines Nationalparks liegen – oft schon ausgebucht sein können. Die Devise ‚Wir lassen uns treiben‘, wie sie oft in der Vergangenheit praktiziert wurde, funktioniert nicht mehr. Mittlerweile muss eine derartige Reise gut geplant sein und vieles – vom Campingstellplatz bis zu den Nationalparkeintritten etc. – rechtzeitig vorgebucht werden, da ansonsten nicht selten Enttäuschungen möglich sind.“

T.A.I.: Wie lange dauert ein Aufenthalt der ÖsterreicherInnen in den USA durchschnittlich?/p>

Marschall:  „Die meisten Reisen bewegen sich zwischen zehn Tagen und drei Wochen.“

T.A.I.: Gibt es Wünsche bezüglich der Flugverbindungen ex Österreich in die USA?

Marschall:  „Grundsätzlich sind gute Direktverbindungen ab Wien vorhanden und es bestehen brauchbare Kombinationsmöglichkeiten von europäischen Flughäfen.“

Kurzportrait Werner Marschall

Seine touristische Laufbahn startete Werner Marschall 1973 beim Verkehrsbüro. Ab 1979 wechselte er für zehn Jahre zu ÖAMTC Reisen, wo er für den AFD (Amerika Flugdienst) für die Pan-Am-Flüge während der Saison von Wien nach New York zuständig war. Durch die Kooperation mit den deutschsprachigen Automobilclubs verkaufte er die ersten Fly Drive-­Arrangement mit Mietwagen oder Motorhomes, damals noch als Reisen im Konvoi veranstaltet.
Ab 1989 war Marschall über zehn Jahre bei Universal Reisen als GSA von Air Canada tätig. Dort betreute er auch viele USA-Kunden von Delta Airlines. Seit 1999 ist Werner Marschall USA-Experte beim Verkehrsbüro/Ruefa Reisen und Mitglied des VUSA Austria, seit 2004 dessen Präsident.

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Erstellt am: 30. November 2018

Weiß über die neuesten Trends bei USA-Reisen genau Bescheid: VUSA-­Präsident Werner Marschall

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