ÖRV-Herbsttagung 2019

Spiegelbild eines Touristikjahrs
Ab in die Wüste und wieder retour

Print-Ausgabe 15. November 2019

V.l.: Josef Peterleither/ÖRV, Marhoon Al Amri/Dhofar Tourism, Martin Gross/Emirates Österreich, Walter Säckl/ÖRV und Alexander Gessl/FTI Österreich

Die Herbstreise des Österreichischen ReiseVerbandes führte heuer in den Oman – den TeilnehmerInnen bot sich ein abwechslungsreiches Programm

Manchmal spiel der Zufall Regie. Oder war es kein Zufall? Der erste Tag des Herbstkongresses 2019 vom ÖRV (Österreichischer Reise­Verband) im Oman ähnelte dem Verlauf des zu Ende gegangenen Touristikjahres: wenig Schlaf nach später Ankunft, kurze Stärkung am Meer (Nachfrage nach Kreuzfahrten ungebrochen), ab in die Wüste (div. Airline-Pleiten, Boeing 737 MAX Grounding), Fußmarsch auf eine Düne (europäische Mittelmeerziele erst im Laufe des Sommers erholt), tiefstehende Sonne (Griechenland und Spanien leicht unter Vorjahres-Niveau), faszinierende Licht/Schatten Muster (erdgebundene Destinationen leicht rückläufig, Türkei, Ägypten und Tunesien mit zweistelligen Zuwächsen), Sonnenuntergang (Cook-Pleite) und dann – wieder im Hotel – ein ausgiebiges Barbecue am Pool (Gäste- und Umsatzentwicklung im Winter 2019/2020 über Vorjahresniveau).

Sagen wir, es war kein Zufall. Die Anreise der rund 60 TeilnehmerInnen erfolgte via Dubai (Emirates) nach Salalah (flydubai), Hauptstadt der Provinz Dhofar, wo zunächst im 5-Sterne Kairaba Mirbat Resort genächtigt wurde. Während der erste Tag – wie eingangs erwähnt – in den Dünen von Rub al Khali, mitten in der größten Sandwüste der Erde, tolle Ein- und Ausblicke bot, fand der Kongress am zweiten Tag im 5-Sterne Fanar Hotel & Residences statt. Das direkt am Strand gelegene Fanar gilt als derzeit modernste und größte Hotelanlage im südlichen Oman, rund 30 km vom internationalen Flughafen Salalah (SLL) entfernt.

In seinem Referat ging ÖRV-Präsident Josef Peterleithner neben der aktuellen Situation in Österreichs Touristik (siehe oben) vor allem auch auf das Thema Nummer 1 ein, die Thomas Cook Pleite: „Diese Insolvenz hat in Österreich nicht nur jene 4.600 KundInnen beschäftigt, die in den Zielgebieten waren, oder jene Tausende, die die Reise noch vor sich gehabt hätten, sondern unsere ganze Branche.“ Einmal mehr habe sich gezeigt, dass der Kunde bei Buchung im Reisebüro gut aufgehoben sei: „Kein einziger Kunde, der in Österreich eine Pauschalreise gebucht hat, ist zu finanziellem Schaden gekommen.“

Anders sehe es bei den Fluglinien aus: „In den letzten Jahren sind 32 Fluglinien in Konkurs gegangen und viele Passagiere erlitten dabei finanziellen Schaden. Hier muss eine praktikable Lösung in der EU getroffen werden.“

Als positiv bewertete Peterleithner, dass das Inkrafttreten der Margensteuer „neu“ in Österreich auf den 1. Jänner 2022 verschoben wurde (Gleichklang mit Deutschland). Ebenso positiv sei hierzulande die Zusammenarbeit in allen Bereichen des Tourismus: „Das ist nicht überall so!“ Ganz speziell treffe dies auf das Thema Aus- und Weiterbildung zu: „Hier sind sich alle der Wichtigkeit bewusst.“

Während Ahmed Al Ansi als Vertreter des Omanischen Tourismus­amtes in seinem Vortrag „The Land of Wonders“ präsentierte (412 Hotels, 22.281 Hotelzimmer) und von Plänen sprach, bis 2040 als „to-of-mind“-Destinationen rund 11 Millionen internationale Gäste begrüßen zu wollen (2018 waren es rund 3 Millionen), setzte Marhoon Al Amri, Direktor von Dhofar Tourism, mit seiner Kurzpräsentation den Schlusspunkt des Kongresses: „Unser Land zählt zu den sichersten im arabischen Raum.“ Die Provinz Dhofar reicht von 1.700 km Küste über „wildromantische Wadis“ bis hin zur Gebirgslandschaft mit Wasserfällen und Höhlen sowie „unseren bekannten Weihrauchbäumen, mit denen der Oman bereits im Altertum zu Reichtum und Ansehen gelangte.“

Den Abschluss fand die ÖRV Herbsttagung mit einer Fahrt in ein altes Fischerdorf, einem Besuch der Burg von Taqah sowie der Ruinen von Sumharan inkl. Hafen von Khor Rori, einst wichtiger Umschlagplatz für den Weihrauchhandel. Die Rückreise erfolgte dann wieder über Dubai inkl. Übernachtung im Novotel Dubai Basha. Das Landprogramm wurde mit Unterstützung von FTI-Österreich Chef Alex Gessl und seinem Team durchgeführt. 

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