Pauschalreisevergleich Deutschland - Österreich

Ländermatch im Reisevertrieb
Ösi-Spätzünder mit Hang zur Qualität

Print-Ausgabe 23. März 2018

Gegenüber Deutschland werden Flugpauschalreisen in Österreichs Reisebüros später gebucht und sind kürzer, dafür aber von der Hotelkategorie deutlich höher angesiedelt.

Interessante Unterschiede gibt es im Buchungsverhalten der KundInnen in Österreichs und Deutschlands Reisebüros. Das geht aus den vor kurzem erfolgten Jahresauswertungen jener Flug-Pauschalreisen hervor, die Traveltainment und Amadeus im Vorjahr in beiden Ländern abgewickelt haben. T.A.I. hat die Ergebnisse für Deutschland und Österreich miteinander verglichen.

In beiden Ländern steht Palma de Mallorca (PMI) als beliebtestes Ziel an der Spitze, doch dahinter weichen die Top-10 Flugpauschalreise-Destinationen deutlich voneinander ab. Hurghada (HRG) belegte in Österreichs Reisebüro Rang 2 vor Kreta/Heraklion, in Deutschland lag HRG mit deutlichem Abstand hinter Antalya (AYT) nur an 3. Position. Fuerteventura (FUE) schaffte es in Österreich nicht unter die Top-10, in Deutschlands stationärem Vertrieb lag es hingegen an 4. Stelle. Auch Lanzarote und Kos waren im Vorjahr keine Top-10-Ziele in Österreichs Reisebüros. Umgekehrt scheinen Marsa Alam, Larnaka und Burgas anders als in Österreich nicht in den deutschen Top-10 auf.

Einen signifikanten Unterschied im Reiseverhalten der ÖsterreicherInnen und der Deutschen gibt es auch bei den Aufenthaltsdauern. Während hierzulande die 7 Tage-Pauschalreisen mehr als die Hälfte ausmachen, dominieren in der Bundesrepublik Aufenthalte von 8 bis 13 Tagen das Geschehen (siehe Graphik „gebuchte Aufenthaltsdauern“). Deutschlands Reisebüro-KundInnen buchen auch deutlich mehr Trips, die 14 Tage dauern. Ebenso haben die Deutschen bei den noch längeren Reisen die Nase vorn.

Nachholbedarf besteht in Österreich gegenüber den Deutschen bei den Buchungsfristen. Währen elf Wochen vor der Abreise in der Bundesrepublik bereits 60 Prozent der Reisebüro-Buchungen „im Kasten“ sind, liegt der Vergleichswert in Österreich bei lediglich 55 Prozent. Kurzfristig (eine bis vier Wochen vor Abflug) ist das Bild umgekehrt: in diesem Zeitraum wird in Österreich ein Fünftel (20 Prozent) aller Pauschalreisen gebucht, in Deutschland sind es nur noch 16 Prozent bzw. rund ein Sechstel.

Bei den Buchungen über die Portale (auf die hier nicht näher eingegangen wird) sind die Kurzfrist-Buchungen da wie dort ausgeprägter, aber auch hier disponieren die Deutschen (21 Prozent in den letzten zwei Wochen) deutlich früher. In Österreich sind es 27 Prozent.

Bei einem Wert finden die Deutschen in den ÖsterreicherInnen aber ihre Meister: bei den Ausgaben pro Buchung. Bis 2.999 Euro gibt es nur geringe Unterschiede, ab 3.000 Euro stellen Österreichs Reisebüro-KundInnen die deutschen Reisenden in den Schatten: mehr als ein Viertel (26 Prozent) von ihnen gibt mehr als 3.000 Euro pro Buchung aus, in der Bundesrepublik sind es mit 23 Prozent deutlich weniger.Der Grund dafür liegt in den gebuchten Hotel-Kategorien: während bei den Bundesdeutschen eine leichte Tendenz zu 2- und 3-Sterne Häusern vorherrscht (28 Prozent gegenüber 24 Prozent der österreichischen KundInnen) und im 4-Sterne Bereich mit 61 bzw. 60 Prozent Gleichklang gegeben ist, erweisen sich die ÖsterreicherInnen mit einem Anteil an gebuchten 5-Sterne Hotels von 16 Prozent als wahre Feinspitze. In Deutschland sind es lediglich 11 Prozent. 

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Erstellt am: 23. März 2018

am Bild: Oliver Rengelshausen, Geschäftsführer Traveltainment

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