REWE Austria Touristik

Kohle, Kunden und Kaffee-Bad:
Ärger über EW, Freude auf den Winter

Print-Ausgabe 10. August 2018

Ungewöhnlich scharfe Worte fand Martin Fast, Geschäftsführer der REWE Austria Touristik (ITS Billa Reisen, Jahn Reisen, Transair), Ende Juli im Rahmen des Fachgespräches rund um die Winterprogramme 2018/2019 für die Flugverspätungen, Ausfälle und Streichungen von Eurowings. Üblicherweise als besonnen bekannt, verschüttete Fast sogar Kaffee über seine Präsentationsunterlagen. „Es ist zum Teil schon geschäftsschädigend – ganze Ketten werden gestrichen, von denen uns vorher noch erklärt wurde, sie zu forcieren.“ Es sei unverständlich, „wie ein Konzern (gemeint ist Lufthansa) so agieren kann“.

Die Auswirkungen des Eurowings-Chaos wären nicht nur für Kunden bitter, „die nicht so fliegen können, wie sie es gebucht haben“, sondern für Reisever­anstalter „auch wirtschaftlich spürbar“. Die Angelegenheit sei jedenfalls „besorgniserregend. Es geht um Kohle, es geht um viel (Mehr-)Arbeit und es geht um unsere Kunden.“

Abgesehen davon kann die REWE Austria Touristik heuer eine solide Entwicklung verzeichnen. Nach dem 14-prozentigen Umsatzplus im Vorjahr „legen wir heuer den Fokus primär auf die Deckungsbeiträge“, so Fast. Die Buchungslage gemessen am Umsatz bewegt sich damit „in etwa analog zum Vorjahr“, wobei der Sommer „noch nicht zu Ende“ ist. Kritisiert wird der Mitbewerb, der „teilweise mit sehr aggressiven Preisen agiert, weit unter der Schmerzgrenze“.

Nummer 1 bei den Flugreisen ist Griechenland, im Selbstfahrer-Bereich führt Kroatien die Liste an. Renner sind Tunesien, die Türkei und Ägypten; als Flops haben sich Kuba, Zypern (hier spielt die NIKI-Pleite hinein; Fast: „Wir setzen große Hoffnungen in Richtung LEVEL“) und Ungarn entpuppt.

Im Winter 2018/2019 wird die REWE Austria Touristik „deutlich preisaggressiver“ unterwegs sein; genauso in der Sommersaison  2019, hier allerdings „von Destination zu Destination unterschiedlich.“ Die Winter-Buchungen haben stark begonnen (per Ende Juli waren ungefähr 20 Prozent des geplanten Volumens gebucht); Hits sind die Malediven, Mauritius und die Dominikanische Republik sowie („aber auf niedrigem Niveau“) Ägypten, Tunesien und die Türkei. Das komplette Reiseangebot (über 10.000 Hotels) wird in drei ITS Billa Reisen- und sieben Jahn Reisen-Katalogen präsentiert.

Highlights in der Ferne sind die beiden Puerto Plata-Charter (Dienstag und Freitag) mit Eurowings (Fast: „Die Airbus A330-Jets sind vorhanden, das wissen wir“) ab Düsseldorf mit Zubringern ab Wien und Salzburg, sowie der EW-Charter ab DUS jeden Samstag nach Samana. Bei Flügen in Richtung Malediven und Mauritius besteht eine enge Kooperation mit Emirates, die es ermöglicht „preislich aggressiv zu sein“.

Das Buchungsaufkommen der REWE Austria Touristik verteilt sich „über alle Marken“ 40:60 auf Direktvertrieb und Reisebüros. Jahn wird ausschließlich über Reisebüros, Transair direkt vertrieben. Der reine Online-Vertrieb „geht Richtung 20 Prozent“. ITS Billa Reisen steuert 75 Prozent zum Umsatz bei, Jahn 18 Prozent. Der Rest entfällt auf Transair, die jeden Monat mit neuen Produkten „vom Mulatschak bis zur Round-the-World Kreuzfahrt“ auf den Markt kommt.

Und was tut sich bezüglich der Flug­situation im Winter? „Ich gehe davon aus, dass sie sich deutlich entspannen wird“, so Martin Fast. Dies habe nicht zuletzt damit zu tun, „dass deutlich weniger Flieger benötigt werden.“ Die nächsten Präsentationsunterlagen dürften damit vom Kaffee verschont bleiben. 

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Erstellt am: 10. August 2018

Ziehen preislich „deutlich aggressiver“ in den Winter: Marketingleiterin Birgit Reischl und Geschäftsführer Martin Fast

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