ÖVT Frühjahrstagung

Keine Brandreden in Brandlucken. ÖVT „neu“ konstruktiv & informativ

Print-Ausgabe 8. April 2016

Wie ein frischer Frühlingswind – so könnte man die 35. ÖVT Generalversammlung beschreiben, die Anfang April über die Bühne gegangen ist

Das erfrischende Frühjahrslüfterl lag nicht nur am Veranstaltungsort, Brandlucken im steierischen Almenland – ein idyllischer Ort auf knapp 1.110 Metern, inmitten intakter Natur –, sondern vor allem am neuen innovativen, sechsköpfigen Präsidium rund um den seit zwei Jahren im Amt befindlichen Obmann Harald Pree. Es war eine denkwürdige Veranstaltung für den ÖVT (Österreichischer Verein für Touristik), handelte es sich doch um die erste Generalversammlung ohne Gründungs- und Langzeitobmann Joseph Reitinger-Laska. 52 Mitglieder ließen es sich nicht nehmen, beim offiziellen Start der neuen Ära mit dabei zu sein.

Die war bereits zur Eröffnung spürbar: Gleich nach den Begrüßungsworten des Obmanns ging es in „medias res“. Es wurden Verbandsfragen erörtert, Punkte aufgegriffen und diskutiert, die Österreichs Tourismusbranche, allen voran die Reisebüros, betreffen und beschäftigen. Anders als früher gab es also keine langen Vorträge über „böse“ Missetäter, die das Leben schwer machen und daher verklagt, gemaßregelt oder ähnliches gehörten, mit mehr oder weniger Erfolgsaussichten. „Ein ganz neues Gefühl“, meinte einer der Teilnehmer.

Los ging es mit den vom Präsidium ausgearbeiteten Vorschlägen zur Änderung der Vereinsstatuten, die in einigen Punkten nicht mehr zeitgemäß erschienen (da seit der ÖVT-Gründung 1980 nicht mehr adaptiert). Alle Paragraphen wurden dazu durchforstet und gegebenenfalls mit eindeutigeren Formulierungen versehen. Die Neufassung war allen Mitgliedern zuvor zugegangen und wurde von der beschlussfähigen Generalversammlung einstimmig angenommen.„Einige Punkte wurden auch an neue gesetzliche Bestimmungen angepasst“, erklärte Harald Pree. „Wir glauben, dass wir mit dieser Neufassung noch mehr Vernetzungsmöglichkeiten in der Branche, sowie eine Verbesserung in der Mitgliederakquisition erzielen können.“

Bezüglich der unterschiedlichen Beiträge für ordentliche Mitglieder (440 Euro/Jahr) und außerordentliche Mitglieder (220 Euro) verwies ÖVT-Generalsekretärin und Obmann-Stellvertreterin Sylvia Marek auf den Umstand, dass allen ordentlichen Mitgliedern laut Statuten die Möglichkeit offen steht, bis zu 50 Prozent des Mitgliedbeitrags rückerstattet zu bekommen. Das reicht von vergünstigten Seminarteilnahmen über die Mitfinanzierung von Agent-Touren bis hin zu Werbemöglichkeiten (z.B. Auslagen-Deko) und – falls erforderlich – eine erste, kostenfreie Rechtsberatung durch den Verbandsanwalt. Marek: „Leider nützen viel zu wenig Mitglieder diese Möglichkeiten.“

Ein weiterer Punkt der Tagung betraf das Thema DCC (Distribution Cost Charge) der Lufthansa Group. Hier wurde über eine Eingabe, - ausgearbeitet in Kooperation mit der Bundessparte Tourismus der WKO und dem ÖRV –, an das Wirtschaftsministerium berichtet. Das Ergebnis ist noch ausständig, doch das gemeinsame Vorgehen von ÖRV, Kammer und ÖVT an sich ist bemerkenswert: derartiges war in der Vergangenheit eher unmöglich.

Zur Sprache kam natürlich auch die angespannte wirtschaftliche Lage, speziell bei kleineren und mittleren Reisebüros: Familienbuchungen fehlen nach wie vor, viele Länder in den Warmwasserregionen fallen voraussichtlich für den Sommer 2016 ganz oder großteils aus. Für Betriebe könnte hier Kurzarbeit Entlastung bringen. Pree verwies dabei auf gültige Gesetze, die dies ermöglichen. Der erste Schritt sollte eine Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Arbeitsamt (AMS) sein.

Erfreulich ist hingegen der anhaltende Boom von Fluss- und Hochseekreuzfahrten, auch die Ferndestinationen entwickeln sich positiv. Spanien, Italien und Kroatien werden gut gebucht und auch Griechenland kommt langsam wieder auf Touren. Immer mehr rückt Bulgarien, speziell für Familien, als Ersatz für die Türkei in den Fokus. Dies wurde auch von den eingeladenen Vertretern der Veranstalterszene in ihren Referaten weitgehend bestätigt.
 
Fazit: Die 35. ÖVT-Generalversammlung war eine tolle Veranstaltung, konstruktiv mit viel Information, interessanten Vorträgen und Neuigkeiten, kein Vergleich zu früheren Veranstaltungen. Fortsetzung folgt, spätestens bei den ÖVT-Herbsttagen von 29. September bis 3. Oktober auf einem Kreuzfahrtschiff in griechischen Gewässern.

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Erstellt am: 08. April 2016

Gelungene Premiere für den ÖVT „neu“ (v.l.): Sylvia Marek/Obmann-Stv. & Generalsekretärin, Harald Pree/Obmann, Heidi Kopinits/Schriftführerin, Christian Vogt/Schriftführer-Stv., Phillies Ramberger/Kassier Stv., Alfred Dunkl/Kassier

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